Wolfgang Ebert: „Ein ganz normaler Neurotiker“, Roman. Als eine Art Fortsetzung seines ersten Buches „Das Porzellan war so nervös“ läßt sich Wolfgang Eberts neuer Roman schon darum lesen, weil die Spätfolgen eines mütterlichen Liebes-Terrors an den Neurosen des Ich-Erzählers ablesbar sind. Noch immer nicht ganz aus dem Schatten der allgegenwärtigen Mutter herausgetreten, zieht der Erzähler eine eher resignierte Bilanz seines gestörten Verhältnisses zu Frauen, nicht von ungefähr aus der Perspektive eines „chronischen“ Junggesellen. Seine Schwierigkeiten zeigen sich – überdeutlich – auf einer (sich über das ganze Buch erstreckenden) Reise nach Sizilien mit einer Freundin und deren kleinem Sohn, dessen „Bezugsperson“ der Erzähler geworden ist. Zwischen dem Erzähler und dem Kind entsteht jene selbstverständliche, innige Zuneigung, die seinen Beziehungen zu den Frauen fehlt, was nicht nur an den Frauen liegen kann. (Nymphenburger Verlagshandlung, München, 1980; 430 S., 29,80 DM.)