DIE ZEIT

Information:

Einreisebedingungen: Bei Buchung einer Pauschalreise erledigt das Deutsche Reisebüro (Eschersheimer Landstraße 25-27, 6000 Frankfurt 1) die Einreiseformalitäten.

Breschnjews letztes Angebot

Alexej Kossygin war zuletzt nur noch das zerknitterte Abbild einer Hoffnung aus den sechziger Jahren. An die Person dieses Technokraten – Ministerpräsident seit 1964 – hatte der Westen lange sein Wunschdenken von der Konvergenz der Systeme geknüpft.

Übermut der Behörden

Teil eins des Skandals ist jetzt einen Monat alt. Auf einer Pressekonferenz verkündete der nordrhein-westfälische Ernährungsminister Bäumer, man habe in Babynahrung mit Kalbfleisch Spuren eines gesetzlich verbotenen künstlichen Östrogens entdeckt.

Warten auf Pretoria

Wenn nicht doch noch eine Spätzündung erfolgt, dann ist die UN-Kommission unter Führung des stellvertretenden Generalsekretärs Brian Urquhart – vielleicht der eindrucksvollsten Persönlichkeit im Glaspalast – nach einwöchiger Verhandlung ergebnislos geblieben: Die Südafrikaner konnten sich nicht entschließen, freien, UN-überwachten Wahlen in Namibia zuzustimmen.

Zu kurz gesprungen

Was sich noch vor wenigen; Monaten wie leeres Wortgeklingel angehört hat, ist nun halbwegs ernst geworden. Bundesfinanzminister Hans Matthöfer, der sich noch, bis vor kurzem nur auf die forsche Ankündigung beschränken durfte, es werde „Heulen und Zähneklappern geben, wenn er nach der Bundestagswahl sein Sparprogramm vorlegen werde, hat nun erfahren müssen, wie schwer es ist, solche allgemeinen Ankündigungen in Taten umzusetzen.

Käufer gesucht für die Londoner „Times“: Die alte Tante donnert wieder

Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf die etwa 500 Journalisten und 3500 Angestellten der Times-Zeitungen (das sind vor allem die eigentliche Times und die Sunday Times) die Ankündigung ihrer Eigentümer, der „Thomson British Holdings“: Bis März 1981 sollen die Zeitungen entweder verkauft oder eingestellt werden.

Zeitspiegel

Aus politischen Gründen hat Bonn den Gedanken verworfen, Reisenden in die DDR die Differenz zwischen dem bisherigen und dem jüngst von Ost-Berlin drastisch erhöhten Zwangsumtauschsatz zu erstatten.

Nach dem Fernsehduell: Die Gladiatoren blieben stehen

Keiner ist in die Knie gegangen, keiner hat die Fassung oder den Faden verloren. Präsident Carter hat wohl öfter als sein Herausforderer Ronald Reagan am Kern vorbeigeredet und das gestellte Thema dahin gebogen, wo er sein Licht am hellsten scheinen lassen konnte.

„Eine große Enttäuschung“

Unter einem trüben, stürmischen Herbsthimmel eilten die 216 Oberhirten der römischen Bischofssynode zum letztenmal über den Petersplatz, Vier Wochen lang hatten sie sich redlich und betulich mit Problemen abgemüht, die ihnen nur theoretisch geläufig sind, praktisch aber zeitlebens unbekannt bleiben; christliche Ehe und Familie in der modernen Welt, „Das traditionelle Familienmodell existiert nicht mehr“, stöhnte der Madrider Kardinal Enrico y Tarancon und prophezeite, daß die Botschaft der Synode „eine große Enttäuschung hervorrufen“ werde.

Streit um Luther: Nicht mit Engelszungen

Außer Scherben nichts gewesen? Nach dem Kirchenkrach um Martin Luther, der letzte Woche zwischen katholischen und evangelischen Repräsentanten in der Bundesrepublik hohe Wellen geschlagen hatte, üben die betroffen nen Streithähne wieder die längst vereinbarte „versöhnte Verschiedenheit“ – wie das ökumenische Verhältnis zwischen beiden Christenlagern optimistisch umschrieben wird.

Ostpolitik: Rauchzeichen aus der Union

Geschehen Zeichen und Wunder? In der Union, die im Wahlkampf den Koalitionsparteien Kapitulation auf Raten vor dem Kommunismus vorgeworfen hat, bekennen sich veritable Ministerpräsidenten zur Entspannung, der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Ehmke, dessen Partei der Union mangelnde Friedensfähigkeit zur Last gelegt hat, bescheinigt der Union, eigentlich seien die Meinungsverschiedenheiten gar nicht so groß, wie sie oft dargestellt würden.

Bolivianischer Konsul: Zwickmühle

Juan Emilio Sanchez, ehemals bolivianischer Generalkonsul in Hamburg, ist ein ehrlicher und unbequemer Mann. Von der demokratischen Regierung in La Paz wurde er in die Hansestadt gesandt, von der Militärjunta seiner Stellung enthoben; aber er weigert sich, Amt und Gebäude zu verlassen, er ist ein „Diplomat im Widerstand“.

Frankreichs Sozialisten: Mann ohne Zukunft

Im Rathaus von Conflans-Sainte-Honorine ist es etwas enger als üblich. Bürgermeister Michel Rocard hat die Presse für eine wichtige Erklärung in die gute Stube seiner Gemeinde gebeten.

Der iranisch-irakische Krieg: Mickymaus-Krieg mit bösen Folgen

Auf dem Gefechtsfeld ist der Golfkrieg zwischen dem Irak und dem Iran nach Ansicht abgehärteter westlicher Kriegsberichterstatter ein „Mickymaus-Krieg“, ein Lokalereignis, das sich seit fünf Wochen in dem kleinen Geländeviereck zwischen den iranischen Städten Chorramschar, Abadan, Achwaz und Desful abspielt.

DDR: Vokabular des Kalten Krieges

Die Erhöhung der Zwangsumtauschsätze scheint genau das zu. bewirken, was die DDR-Führung beabsichtigt hat: Die Besucherzahlen gehen drastisch zurück.

Iran: Voreilige Spekulationen

Die Spekulationen, Teheran werde die 52 amerikanischen Geiseln schon bei Wochenbeginn freilassen, haben sich als voreilig erwiesen.

BONNER BÜHNE: Kein stilles Vergnügen

Vor vier Jahren konnten die sozial-liberalen Unterhändler stillvergnügt beisammensitzen, um ihren Regierungspakt aufs neue zu schmieden, denn alle Aufmerksamkeit, galt damals der Opposition mit ihrem Kreuther Krach.

Nahost: Ungewisser Ausgang

Den Besuch des israelischen Präsidenten Yitzhak Navon – des ersten eines israelischen Staatsoberhauptes in einem arabischen Land überhaupt – würdigte Präsident Anwar el-Sadat als „historisches Ereignis“.

Ignaçio Gutierrez aus Madrid:: Arriba und Heil Hitler!

Die deutschen Touristinnen Sabine und Susanne Schütz aus Düsseldorf hatten im vergangenen Sommer ein denkwürdiges Erlebnis. Die beiden waren auf ihrer Ferienreise durch Südeuropa in der Jugendherberge El Escorial bei Madrid angekommen, wo sie unvermutet einem Trupp deutscher Neo-Nazis begegneten.

Hansjakob Stehle aus Rom:: Faschismus im Kopf

Faschistische Gewalt müsse einen „rein aristokratischen oder – wenn euch das besser gefällt – rein chirurgischen Stil bewahren“, so verkündete Benito Mussolini im April 1921 in Bologna – dort, wo sechzig Jahre später eine Bombe im Bahnhofswartesaal explodierte.

Erwin Brunner aus Wien:: Der Traum vom Vierten Reich

Der Einsatz endete an den rot-weiß-roten Grenzbalken am Autobahnübergang Salzburg. Allzu seltsam dünkte da österreichischen Grenzern Modell und Besatzung eines Vehikels, das „nur durchfahren wollte, in den Libanon“: ein Wehrmachtskübelwagen, chauffiert von Neonazis der „Wehrsportgruppe Hoffmann“.

Sexualkunde: Eine Gefahr für Leib und Seele

Hans Binder, Biologielehrer aus Lindau am Bodensee, wird in den nächsten Wochen einige Nachtschichten einlegen müssen. Dem bayerischen Pädagogen hat der Moritz-Diesterweg-Verlag die delikate Aufgabe Übertragen, das Schulbuch „Einführung in die Biologie.

Karriereplanung: Wem Gott will rechte Gunst erweisen...

Lothar Späth, Baden-Württembergs wendiger CDU-Landesvorsitzender und Ministerpräsident, gruppiert um. Noch vor einem halben Jahr war er von Kreisstadt zu Kreisstadt im Ländle gereist, um die CDU davon zu überzeugen, daß nur der Kanzlerkandidat Franz Josef Strauß die Einheit des rechten und des liberalen Flügels in der baden-württembergischen CDU retten könne.

Diplomat im Widerstand

Seit über 100 Tagen weht die rot-gelb-grüne Flagge vor dem bolivianischen Generalkonsulat in Hamburg auf halbmast; ein Trauerflor ist an der Fahnenstange befestigt.

Gegendarstellung

Der in der Ausgabe der ZEIT vom 17..........................................................................................

Die Grauen Wölfe schlagen zu

Auch wenn unser Blut fließt, gehört der Sieg dem Islam“, kritzelten türkische Jugendliche in ihrer Heimatsprache an die Wände des Ulmer Jugendhauses.

Eine Frau verweigert den Kriegsdienst: Flugs vor die Tür gesetzt

Als sich die 21jährige Hannoveranerin Barbara Riehn vor ein paar Wochen von der „Johanniter-Unfall-Hilfe“ in ihrem Heimatort zur Schwesternhelferin ausbilden lassen wollte, erschien sie zur ersten Unterrichtsstunde des theoretischen Lehrgangs guter Dinge und frohen Mutes: Sie hatte sich zuvor ordnungsgemäß angemeldet, auch eine Teilnahmebestätigung erhalten, und nun brachte sie all die Unterlagen, die die Johanniter von ihren zukünftigen Schwesternhelferinnen erwarteten, mit: einen Röntgen-Longenbefund ebenso wie die ärztlichen Zeugnisse dafür, daß sie „körperlich und geistig gesund und frei von ansteckenden Krankheiten“ ist.

Zauberlehrling in Brüssel

Ob sich die deutsche Stahlindustrie in das Unvermeidliche schickt oder ob sie die Einsicht gewonnen hat, so schlimm sei es nun auch wieder nicht – der erwartete Aufschrei ist jedenfalls ausgeblieben.

Bonner Kulisse

In der SPD geht die Angst vor Kündigungen um. Weil die Parteifinanzen durch den Wahlkampf arg in Anspruch genommen wurden, muß SPD-Schatzmeister Friedrich Halstenberg in der Ollenhauer-Parteizentrale nach Ausgabenkürzungen Ausschau halten.

Deutscher Wein: Kleine Nachhilfe

Wo die Natur es einmal nicht so gut meint mit den Trauben, muß man eben ein bißchen nachhelfen. Nach diesem altbewährten Motto verfahren die Winzer in den nördlichen Weinbaugebieten – eingeschlossen die Luxemburger und Elsässer – offenbar auch in diesem Jahr.

Videorecorder: Schöne Vision

Großer Renner der Saison mit Stehvermögen für wenigstens fünf Jahre: So hoffnungsvoll schätzt die ansonsten von Stagnation und Verlusten arg geplagte „Lust“-Elektronikbranche ihr jüngstes Produkt ein – den Videorecorder.

Preisabsprachen: Weicher Staat

Baupreisabsprachen, die unausrottbaren Übel dieser Branche, treffen nicht nur den kleinen Bauherrn, sondern vor allem große Auftraggeber, nicht zuletzt den Staat.

Ein Mann des Kompromisses

Von Paul Henri Spaak, dem früheren belgischen Außenminister, erzählt man sich in Brüssel oft die Geschichte, wie er bei einem offiziellen Besuch in Paris in einem Vorzimmer des Elyseepalastes auf General de Gaulle warten mußte.

Frankreich: Aller guten Dinge sind drei

Es ist kaum zu glauben: Die Uhrenfabrik Lip, unzählige Male totgesagt und zweimal liquidiert, existiert immer noch. Jetzt kam aus der Stadt Besançon gar die Nachricht, daß in den Ateliers, die vor ein paar Jahren Schauplatz eines aufsehenerregenden Arbeitskampfes waren, die Zeichen auf Expansion stehen.

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