Wie die Humanmedizin (siehe ZEIT Nr. 43) braucht auch die Tiermedizin medizinisch-technische Assistenten. Seit rund 50 Jahren führen veterinärmedizinisch-technische Assistentinnen (der Beruf wird fast ausschließlich von Frauen ausgeübt) Untersuchungen an Tieren vor allem in tierärztlichen Forschungs- und Untersuchungslaboratorien durch. Dabei werden etwa Blut, Harn, Gallen- oder Magensaft auf ihre physikalische Beschaffenheit oder chemische-Zusammensetzung geprüft.

Auf bakteriologischem Gebiet müssen z. B. Organe und Ausscheidungsprodukte auf ihren Keimgehalt untersucht werden. In der Lebensmittel- und Milchkunde etwa prüft die Assistentin Milch auf Säure- und Fettgehalt oder Wurst auf ihre Zusammensetzung.

In der pharmazeutischen und Lebensmittelindustrie, in Molkereien und Fleischwarenfabriken können, veterinärmedizinisch-technische Assistentinnen in Schulungs- und Informationslaboratorien arbeiten.

Der Beruf erfordert eine gute körperliche Konstitution und Nichtempfindlichkeit gegenüber Chemikalien, Die viersemestrige Ausbildung an den vier Lehranstalten in Freiburg, Hannover, Krefeld und Oberschleißheim bei München setzt Realschulabschluß voraus. Für die über 100 Ausbildungsplätze gibt es schon sehr lange Wartezeiten von zwei bis vier Jahren.

Die Zahl der Absolventen konnte den Bedarf bisher nur annähernd decken. Eine neunzehnjährige, unverheiratete Berufsanfängerin verdient nach BAT VII 1640 Mark. Eine leitende Assistentin in einem Labor mit mindestens 16 Assistentinnen kommt heute, nach BAT IVa, mit 35 und verheiratet, auf über 3200 Mark.

Etwas anders geartet als die praktischen Assistenzberufe ist der Beruf des Medizinischen Dokumentationsassistenten, Er erfaßt, sammelt, speichert medizinische Daten, bearbeitet medizinische Literatur, erstellt Statistiken, Dieser Tätigkeit geht er vor allem im Krankenhaus nach, aber auch an Universitätsinstituten oder in der Pharmaindustrie.

Als anspruchsvollerer Beruf erfordert er bessere Voraussetzungen. So ist für die Ausbildung an den beiden Schulen, die den Universitäten Ulm und Gießen angeschlossen sind, das Abitur notwendig. Ausbildungsdauer drei Jahre, Kapazität je 24 Plätze. Der tatsächliche Bedarf an Absolventen ist groß, die Zahl der Planstellen gering. Anfangsgehalt für einen unverheirateten 21jährigen nach BAT VI 1880 Mark. Ein berufserfahrener 35jähriger, verheiratet mit zwei Kindern, der nach BAT III bezahlt, wird, verdient gut 3650 Mark.