Trotz steigender Energiepreise nimmt der Subveniaonsbedarf des westdeutschen Steinkohlebergbaus zu. So rechnete jetzt – angesichts der Absicht des Bonner Finanzministers, Subventionen auch für den Bergbau zu streichen – der Gesamtverband des Deutschen Steinkohlebergbaus vor, daß bei der Kokskohlenbeihilfe für 1980 statt der im Bundeshaushalt vorgesehenen 1,6 nunmehr 2,4 bis 2,5 Milliarden Mark; erforderlich seien. Der Grund: Die Schere zwischen dem deutschen Preis für Kokskohle und dem Weltmarktpreis hat sich weiter geöffnet. Die Differenz beträgt jetzt 25 Mark je Tonne.

Auch bei der Investitionshilfe, die derzeit 800 Millionen Mark im Jahr ausmacht und ursprünglich zur Vermeidung von Stilllegungen gewährt wurde, soll der Steuerzahler stärker zur Kasse gebeten werden. Der Anteil von knapp einem Drittel an den Gesamtinvestitionen müsse, so forderte das geschäftsführende Vorstandsmitglied Heinz Reintges, auch dann erhalten bleiben, wenn das Investitionsvolumen von derzeit 2,5 auf 3,5 Milliarden Mark steige. Diese Aufstockung hält Ruhrkohle-Chef und Verbandsvorsitzender Karlheinz Bund für erforderlich, wenn die Förderung von neunzig auf hundert Millionen Tonnen steigen soll.

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Daß es in der amerikanischen Industrie nicht nur Exportmuffel gibt, beweist die Ingersoll-Rand Company. Wie Chairman William L. Wearley jetzt aus Anlaß des achtzigjährigen Bestehens der deutschen Tochtergesellschaft erklärte, steht das Unternehmen in der Umsatzrangliste der USA auf Platz 105, beim Export jedoch etwa an 15, Stelle. Export- und Auslandsfertigung, machen in diesem Jahr etwa vierzig Prozent des Umsatzes von drei Milliarden Dollar aus. Wearley: „Wir sind vermutlich das exportintensivste Unternehmender USA.“

Die allgemein geringe Exportfreudigkeit der US-Firmen erklärt Wearley so: „Wir sind keine exportierende Nation, weil wir es nie sein mußten.“ Harte Kritik übte er an der US-Regierung, die den Begriff Export überhaupt nicht verstehe und überdies offensichtlich der Meinung sei, was der Wirtschaft nutze, sei suspekt. Besondere Klage erhob Wearley über die Frau des amtierenden Präsidenten: „Mrs. Carter hat in Brasilien etwas über die Menschenrechte erzählt, und wir wären deshalb einen Großauftrag losgeworden, wenn nicht unsere Tochter in Großbritannien eingesprungen wäre.“

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