Eine Annektion der Golan-Höhen würde die israelischägyptische Normalisierung gefährden.

Den Besuch des israelischen Präsidenten Yitzhak Navon – des ersten eines israelischen Staatsoberhauptes in einem arabischen Land überhaupt – würdigte Präsident Anwar el-Sadat als „historisches Ereignis“. Zwar werden von diesem Staatsbesuch keine entscheidenden Impulse für die Verhandlungen über die Autonomie der Palästinenser in den besetzten Gebieten erwartet, die seit der Annektion Ost-Jerusalems im Sommer blockiert sind; er gilt jedoch als Ausdruck der prinzipiellen Bereitschaft beider Länder, den Friedensprozeß im Nahen Osten fortzusetzen. Israel hat in der vergangenen Woche Kompromißbereitschaft demonstriert. Resultat der Autonomie-Gespräche mit ägyptischen Vertretern in Washington war, daß den Palästinensern ein Mitspracherecht bei der Landnutzung im Westjordanland und im Gaza-Streifen zugestanden wird. Zur Politik verbindlicher Gesten gehört auch, daß Ministerpräsident Menachem Begin seinen Amtssitz noch nicht – wie er es vorhatte – nach Ost-Jerusalem verlegt hat.

Im Widerspruch dazu stehen zwei Anträge von der rechtsextremen Tehiya-Partei und Abgeordneten der Koalitionsparteien im israelischen Parlament: Der im Sechstagekrieg besetzte syrische Gebietsteil auf den Golan-Höhen müsse voll israelischer Souveränität unterstellt werden. –rl