Was bei einem Vorstellungsgespräch zu tun und unterlassen Ist

Wer hat es nicht schon einmal erlebt, daß er in einem Vorzimmer auf ein Gespräch warten mußte. Jede Minute dauert unendlich lange, die Hände werden feucht. Nach dem Gespräch sehen dann manche Dinge ganz anders aus. Entweder ärgert man sich über sich selbst oder ist verwundert, daß alles so „leicht“ gewesen ist.

Das ist der Unterschied zur schriftlichen Bewerbung. Hier hat man Zeit und Ruhe; Fehler können korrigiert werden. Beim Vorstellungsgespräch ist das nicht möglich. Ein einmal gesprochenes Wort ist unwiderruflich vermerkt. Außerdem findet das Gespräch nicht zwischen gleichberechtigten Partnern statt. Der Einstellende trifft die Entscheidung, ob der Bewerber geeignet ist oder nicht. Und dazu verfährt er nach bestimmten Spielregeln. Er stellt unerwartete Fragen, registriert und bewertet die spontanen Reaktion des „Prüflings“.

Der Bewerber sollte deshalb gut vorbereitet sein. Schon diese Gewißheit macht sicher, um ein Gespräch konzentriert und souverän zu überstehen. Der Bewerber muß seinen Part beherrschen, sein Lampenfieber überwinden, ruhig sein.

Diese Ruhe erreicht man nur durch Routine. Auch bei nicht so interessanten Stellen sollte sich deshalb der Bewerber immer persönlich vorstellen – wenn er eine Einladung erhält. Zeigen darf er jedoch im Gespräch sein geringes Interesse nicht. Wer sich bewirbt, muß sich verkaufen können. Im Vorstellungsgespräch zählen nicht so sehr Zeugnisse und Fachkenntnisse, sondern das persönliche Verhalten.

Bei der Vorbereitung muß sich der Bewerber zuerst fragen: Was würde ich fragen, wenn ich der Einstellende wäre? Über folgende Fragen sollte er nachdenken:

  • Welche Bedeutung haben meine bisherigen Stellen für die neue Firma?
  • Welche Aufgaben habe ich dort erfüllt, die für die neue Firma wichtig sind?
  • Warum bin ich von Firma A zur Firma B oder C gewechselt, warum will ich jetzt wieder wechseln?
  • Warum bewerbe ich mich gerade bei dieser Firma?
  • Welche „Schwachstellen“ habe ich im Hinblick auf die Firma und die angebotene Position?
  • Was für ein Gehalt soll ich verlangen?
  • Welche Position möchte ich in fünf Jahren bekleiden?