• Während der Menstruation ändert sich durch das ausfließende Blut und durch den Schleim im Gebärmutterhals (Zervix) das sonst leicht saure Scheidenmilieu, es wird alkalischer. Das heißt, die sonst gut funktionierende „Bakterienfalle“ ist nicht so wirksam, es werden weniger Keime abgetötet. Durch das eingeführte Tampon können sogar noch Keime von den äußeren Genitalien mit eingeschleust werden.
  • Der während der Menstruation geöffnete Zervixkanal erleichtert spätestens nach dem zweiten oder dritten Periodentag Krankheitserregern den Durchgang zum Inneren der Gebärmutter, da nun weniger Blut ausgeschieden wird.

Lange in der Scheide getragene Tampons erhöhen diese beiden Gefahren, weil sie die Zersetzung der ausgeschiedenen Sekrete begünstigen. Auch andere Faktoren können das Abwehrmilieu in der Scheide schwächen: Scheidenspülungen, eingenommene Antibiotika, Diabetes, Östrogenmangel, bereits bestehende Infektionen, aber auch Empfängnisverhütungsmittel. Jede zusätzliche mechanische Reizung– wie etwa durch Tampons – führt zu weiteren Schäden.

Aus diesen Gründen können die Richtlinien der FDA, nach allen Bedenken vorgeschlagen, auch für Deutschlands Frauen empfohlen werden: Tampons sollten möglichst nur in den ersten Tagen der Menstruation benutzt, häufig ausgetauscht und am besten im Wechsel mit den bequem in die Unterwäsche einklebbaren Vorlagen (vor allem für die Nacht) verwendet werden.

Solche Vorsorge kann sich auswählen, auch wenn nicht gleich ein toxischer Schock droht. Denn eine langfristige Eileiterentzündung mit möglicher nachfolgender Unfruchtbarkeit ist unangenehm genug. Jutta Kamke