Der nächste Präsident von Amerika wird am Dienstag gewählt und Carter oder Reagan heißen. Er wird dann am 1. Januar in sein Amt eingeführt. Uns bleiben also noch etwa acht Wochen Zeit, uns auf dieses Sicherheitsrisiko einzustellen und etwaige Schutzvorkehrungen zu treffen. Wir sind da ziemlich auf uns selbst gestellt; denn eine Anfrage bei Lloyds in London ergab, daß man dort eine Präsidentenversicherung nicht einmal in Erwägung zieht, weil die Risikoprämie zu hoch wäre.

Im Auswärtigen Amt, das ja von der Wahl in den Vereinigten Staaten am stärksten betroffen ist, hält man die Lage für hoffnungslos, aber nicht ernst. Diesen Eindruck gewann ich, als ich meine alte „Quelle“ im „AA“ anzapfte, die natürlich ungenannt bleiben will. Ich erkundigte mich nach der geheimen Präsidentenschutzabteilung, die seinerzeit geschaffen wurde, als Carter wegen einer alten sowjetischen Brigade auf Kuba in Panik geriet. Und erfuhr: Ja, der besondere Präsidentenkrisenstab, der sofort aktiv wird, wenn Gefahr besteht, daß der Präsident eine Krise meistern will, die er teilweise selber heraufbeschworen hat, befincet sich auch jetzt in erhöhter Alarmbereitschaft.

„Hat sich diese Einrichtung bewährt?“ vollte ich wissen. Die „Quelle“ nickte.

„Ich wüßte nicht“, sagte er mit einem seltsamen Blick nach oben, „wo wir heute wären, wenn unsere Alarmsignale nicht den führenden westlichen Staatsmännern Zeit gäben, dem Präsidenten in den Arm zu fallen, bevor er Unheil stiften kann.“

„Und was ist mit der Sondereinheit Brzezinski?“

„Also, die gibt es tatsächlich. Sie wurde aufgestellt nach dem Auftauchen des Sicherheitsbeauftragten am Kyberpaß.“

„Bei einer Wiederwahl Carters könnte doch die Präsidentenabwehr-Abteilung aufgelöst werden, denn dann bestünde ja keine Gefahr mehr, daß er uns aus wahltaktischen Gründen in einen atomaren Krieg hineinschliddern läßt“, gab ich zu bedenken.