Keinen Grund zur Klage haben in diesem Jahr die europäischen Getreidebauern, die mit fast 120 Millionen Tonnen eine Rekordernte in die Scheuer fahren. Ebenfalls keinen Mangel gibt es bei den Ölsaaten mit 2,2 Millionen Tonnen (im Vorjahr 1,5 Millionen Tonnen). Rückläufig ist – wie schon seit Jahren – die Kartoffelernte: Das Statistische Amt der EG veranschlagt sie auf etwa 35 Millionen Tonnen, das sind fast vierzig Prozent weniger als noch 1970.

Auch die deutschen Bauern müßten – trotz des verregneten Sommers – mit dem Ernteergebnis zufrieden sein: Mit über 47 Millionen Tonnen Getreide und 0,7 Millionen Tonnen Mais wurde das gute Vorjahresergebnis wieder erreicht und damit der zweite Platz in der Gemeinschaft hinter Frankreich gehalten.

Mit weniger als zwei Prozent Preissteigerung für Agrarin die deutschen Verauch die Belgier Holländer, Luxemburger und Dänen glimpflich davongekommen. Italiener und Briten mußten etwa zehn Prozent mehr für das „tägliche Brot“ bezahlen.

Nicht die Sonne, der Zucker wird den Wein des Jahrgangs 1980 versüßen. Wegen der schlechten Witterung erlaubt die EG-Kommission deutschen, französischen und luxemburgischen Winzern, den Alkoholgehalt bestimmter Weine durch mehr Zucker zu erhöhen. Insgesamt wird es in der Bundesrepublik statt normalerweise acht Millionen Hektoliter nur fünf Millionen 1980er Wein geben.

Ein Loch von inzwischen 24,5 Milliarden Mark weist die Leistungsbilanz der Bundesrepublik für die ersten neun Monate dieses Jahres aus. Ein positives Ergebnis erzielte lediglich der Außenhandel, der einen Überschuß von 6,1 Milliarden Mark erwirtschaftete. Dem stehen Verluste für Dienstleistungen einschließlich Ergänzungen zum Warenverkehr von 12,2 Milliarden Mark und Übertragungen von 18,4 Milliarden Mark gegenauch die Belgier, über. Ho