Rentner-Patenschaft

Aus politischen Gründen hat Bonn den Gedanken verworfen, Reisenden in die DDR die Differenz zwischen dem bisherigen und dem jüngst von Ost-Berlin drastisch erhöhten Zwangsumtauschsatz zu erstatten. Helfen aber könnten die Politiker jetzt trotzdem: nämlich durch die Übernahme des „Eintrittsgelds“ für Rentner und andere Bedürftige, jedenfalls für einen Tagesbesuch je Monat bei Angehörigen in der DDR. Mit einer solchen Patenschaft unterstützt die „Gemeinschaft der Witwen Straße 57, 7140 Ludwigsburg, DDR-Besuche, und um die Übernahme einer solchen Patenschaft hat die Vorsitzende der Witwengemeinschaft, Irmgard Sauer, alle Bundestagsabgeordneten gebeten. Wie wird das Echo ausfallen?

Hilfreicher Onkel

Nach der Erhöhung des Zwangsumtausches haben politische Witze in der DDR neue Konjunktur. Honecker mischt sich unerkannt unter das Volk, um die Stimmung zu erkunden, und fragt einen Steppke: „Wie geht es dir?“ – „Gut. Wir haben einen Fernseher, ein Auto und sogar echte Kacheln im Bad.“ – „Siehst du, alles verdankt ihr mir.“ Der Knirps rast auf die Straße, pfeift gellend und brüllt: „Mami, komm runter, der Onkel aus Stuttgart ist doch noch gekommen.“

Flaggenstreit in Brühl?

Nach dem langen protokollarischen Gerangel ist das eigentlich Selbstverständliche doch noch eine Nachricht: Kanzler und Papst treffen tatsächlich zu einem Meinungsaustausch zusammen, am 15. November auf Schloß Augustusburg in Brühl, nahe bei Bonn. Das Schloß wird Johannes Paul II. während des staatlichen Teils seines Besuchs in der Bundesrepublik als offizielle Residenz dienen. Und für die restlichen Probleme werden sich vielleicht auch noch Lösungen finden – zum Beispiel für die Frage, ob nur die Fahne des Vatikans in Brühl aufgezogen wird oder auch die der Bundesrepublik. Die Bonner nehmen’s fast nur noch komisch.

Kanzler in concert