Die saarländische FDP hält eine Trennung von den Jungdemokraten für notwendig. Als bequemere Alternative bieten sich die „Jungen Liberalen“ an.

Die Abrechnung des saarländischen FDP-Landesvorsitzenden Werner Klumpp mit den Jungdemokraten kam nicht unerwartet. Zwischen beiden gab es Differenzen, weil sich die Jungdemokraten geweigert hatten, ihre Partei, die mit der CDU koalieren wollte, im Landtagswahlkampf zu unterstützen. Klumpp protegierte daraufhin gemeinsam mit Herr mann Oxfort, Martin Bangemann und Josef Ertl den Arbeitskreis „Junge Liberale“; er wurde bundesweit Anfang November als gemäßigte Konkurrenz zu den radikaldemokratischen Judos gegründet. Die Julis bauen darauf, als alleinige Jugendorganisation der FDP anerkannt zu werden. Programmatische Äußerungen, so vermerken die Judos, ersetzten sie durch den Willen, als Gegengewicht gegen die linkslastigen Judos ernstgenommen zu werden. Die enge Bindung an die FDP soll auch dadurch hergestellt werden, daß nur Parteimitglieder im Arbeitskreis mitarbeiten, dürfen. Die Jungdemokraten hingegen sind nominell unabhängig.

Die Judos verstehen sich keineswegs als „nützliche“ Parteijugend. Die Mutterpartei wirft ihnen im Gegenteil vor, sie machten die Distanz zum Prinzip. So blieb die Parteiprominenz dem Judo-Bundeskongreß in diesem Jahr fern, da er die Anerkennung der DDR-Staatsbürgerschaft forderte. Parteivorsitzender Genscher attestierte den Judos eine „nie dagewesene Ferne“, weil sie beantragt hatten, das Wiedervereinigungsgebot im Grundgesetz zu streichen.

Dennoch ist nicht zu erwarten, daß sich die FDP von den Jungdemokraten trennt. Das Verdikt müßte eine Zweidrittelmehrheit beschließen, doch sie ist wenig wahrscheinlich, da nicht nur linksliberale Parteimitglieder argwöhnen, man werde die Jugendverbände gegeneinander ausspielen, um auf Bundesebene einen Koalitionswechsel für 1984 vorzubereiten. G. S.