• Ausgabe 08/1981

    Ausgabe 08/1981

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Es gibt keine geschlossene Konzeption

    Trotz der Auseinandersetzung um – Brokdorf tritt der badenwürttembergische Ministerpräsident Lothar Späth für den Bau von Atomkraftwerken ein.

  • Nation - ja, National-Staat - nein

    Das Rezept klingt einfach: Wir erkennen die DDR innerlich an, verzichten ihr gegenüber auf den Begriff der Nation, pflegen ein ausschließlich auf die Bundesrepublik Deutschland bezogenes Gefühl nationaler Identität – und schon ist das deutsche Problem gelöst, das uns ja ohnehin nur von einigen reaktionären Träumern, von den letzten Epigonen der Bismarckschen Reichsgründung, eingeredet wird.

  • Japan: Streit um die Kurilen

    Alle japanischen Versuche, Moskau zu Verhandlungen zu bewegen, stießen auf taube Ohren. Ministerpräsident Zenko Suzuki mobilisiert nun die Öffentlichkeit zu einem „Tag der nördlichen Territorien“, um seinerseits die seit 1945 besetzten südlichsten Kurilen-Inseln im Nordosten Japans von der Sowjetunion zurückzufordern.

  • Polen: Die Weichen werden neu gestellt

    In Polen wurden die Weichen neu gestellt. Von Ministerpräsident Wojciech Jaruzelski erwartet die Partei, daß er konsequenter mit der Gewerkschaft Solidarität umgeht.

  • Afghanistan spaltet die Blockfreien

    Am Montag begann in Delhi die Außenministerkonferenz der blockfreien Staaten. Die 95 Delegationen sind so zerstritten wie eh und je – vor Sachentscheidungen steht jetzt die verbale Bewahrung der Einheit.

  • Das ZEIT-Interview mit Günter Gaus hat Wellen geschlagen. Wir setzen die Debatte über seine Thesen fort

    Das gedachte Dach

    Was bei uns heute gilt, ist übrigens nicht, wie mancher glauben machen will, das altehrwürdige Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz von 1913, sondern eine nationalsozialistische Verordnung vom 5.

    Von Hans Dieter Jaene

  • Berlin - mit und ohne Rückfahrkarte

    Polen und Ronald Reagan: diese Namen werden einstweilen die Begrenzungspfähle für jegliche Deutschlandpolitik bilden. Solange sich nicht abschätzen läßt, welches Schicksal der Gewerkschaft „Solidarität“ beschieden ist und welche Ostpolitik die neue amerikanische Administration tatsächlich verfolgt, werden die innerdeutschen Beziehungen beim Status quo bleiben.

  • Wie soll es im Ost-West-Verhältnis weitergehen? Ist Entspannung noch möglich – oder ein Wettrüsten ohne Rand und Ufer unvermeidlich? Vorige Woche untersuchte Professor Löwenthal, wie es zum Verfall der Entspannungspolitik kam. Heute skizziert er Auswege aus der weltpolitischen Sackgasse.

    Die Richtung: Reden und Rüsten

    II. Das gestörte Gleichgewicht: Wie der Westen Moskau gegenübertreten sollte

  • Wolfgang Ebert

    Koalition im Irrgarten

  • Wirtschaft
  • Schwerbeschädigt nicht gleich schutzbedürftig

    Dem Gesetzgeber ist es – durch Übernahme des Begriffs „Minderung der Erwerbsfähigkeit“ aus der Kriegsopferversorgung – nicht gelungen, den Kreis der im Arbeitsleben stehenden schutzbedürftigen Schwerbehinderten zutreffend zu definieren.

  • Im Gewand des Biedermannes

    In Bonn hatte man Karl-Heinz Narjes geraten, die Hände von der Energiepolitik zu lassen und sich statt dessen um die Zuständigkeit für den Binnenmarkt der Europäischen Gemeinschaft (EG) zu bemühen.

    Von Hans Hagen Bremei

  • Bonner Kulisse

    Wenn Ernstes unernst und Wichtiges belanglos gemacht werden soll, dann flüchten sich Politiker gern in dünne Witzeben, So tat es auch Hans Jürgen Junghans, Vorsitzender des wirtschaftspolitischen Arbeitskreises der SPD-Bundestagsfraktion, als jetzt ein höchst lesenswertes, detailliertes und politisch brisantes Positionspapier aus seinem Arbeitskreis in die Öffentlichkeit durchsickerte.

  • Vereinigte Staaten

    Reagan als Pfadfinder

    Neu war es nicht, was Amerikas neuer Präsident Ronald Reagan in seiner Fernsehansprache verkündet hat. Dennoch war es ungewöhnlich.

    Von Michael Jungblut

  • Unterhaltungselektronik

    Video als Lückenbüßer

    Das eigentlich Überraschende daran: Die Philips-Manager entschieden, daß auch in der Bundesrepublik, nämlich im Fernsehgerätewerk Krefeld, Videorecorder vom Band realen sollen – und zwar noch in diesem Jahr.

  • Japan

    Tokio senkt die Zinsen

    Tokio rüstet in diesen Tagen für eine neue Diskontsenkung um wahrscheinlich ein volles Prozent auf 6,25 Prozent. Fast ausnahmslos deuten die gesamtwirtschaftlichen Indikatoren zügige Leitzinssenkungen im laufenden Jahr an, die sich Tokio ganz im Gegensatz zu Frankfurt trotz der Dollarhochzinsen aus währungspolitischen Gründen erlauben kann und muß.

    Von Helmut Becker

  • Die Riesen fühlen sich zu klein

    Der Professor suchte Trost bei Till Eulenspiegel. Der Schalk, so fabulierte Hoechst-Boß Rolf Sammet vor Publikum, habe dereinst beim Marsch über die Alpen just immer dann lauthals gejubelt, wenn es gerade mühselig bergauf ging – weil er sich schon auf den kommenden leichten Weg bergab freute.

    Von Wolf gang Gehrmann

  • Glöggler

    Besserwisser

    Kaum platzte nach zwei Jahren in Augsburg der „Stellvertreter-Prozeß“ gegen den Sohn des 1976 pleite gegangenen Textilkönigs, weil sich das Gericht mit einem Mal für befangen erklärte, da meldet sich der im Ausland flüchtige Vater aus dem Untergrund und sucht aufs Neue seinen Ruf zu retten.

  • Munition gegen die Multis

    Schon die Einladung zum Gespräch ist für einen zurückhaltenden Wirtschaftsverband ausgesprochen aggressiv. Da ist von „umstrittener Marketingkonzeption“ die Rede, von „Knebelungsverträgen“ oder bemerkenswerten „wirtschaftlichen Überzeugungsmethoden,.

    Von Peter Christ

  • Berliner Zeitungsmarkt

    Sabets Millionen-Abenteuer

    Hossein Sabets Vorgänger haben immer nur halbe Sachen gemacht. Die früheren Verleger der Berliner Zeitung „Der Abend“ konnten das kranke Blatt nicht revitalisieren, aber sie mochten es auch nicht sterben lassen.

    Von Joachim Nawrocki

  • Bürokratie

    Sparen bei den Damen

    Die Mitglieder im Haushaltsausschuß des Deutschen Bundestages schicken sich an, ihren Ruf als parlamentarische Pfennigfuchser ad absurdum zu führen: Nach den Vorstellungen der Abgeordneten sollen 20 000 Sekretärinnen der Bonner Ministerien und der ihnen nachgeordneten Behörden büßen, daß der Bund mehr denn je knapp bei Kasse ist; das Forschungsprojekt zur Humanisierung der Schreibdienste in den Bonner Bundesbehörden soll ersatzlos gestrichen werden.

  • Deutsche Bundespost

    Wem die Stunde schlägt

    Nun dürften die Tage des Fernmeldemonopols der Deutschen Bundespost gezählt sein, Als Relikt obrigkeitsstaatlichen Denkens ist dieses Monopol ja schon seit langem entlarvt.

  • Belgien

    Lohnpolitik mit dem Knüppel

    Petrus, der Wettermacher, hatte ein Herz für die Streikenden. Mit einem Eisregen, der innerhalb weniger Augenblicke Autobahnen, Landstraßen und Verkehrswege in den Großstädten in eine gefährliche, spiegelglatte Fläche, verwandelte, trug er am Donnerstag der vergangenen Woche dazu bei, daß der 24stündige Ausstand der 40 000 Arbeiter des öffentlichen Nahverkehrs zu dem beabsichtigten Chaos in Belgien führte.

    Von Hans-Hagen Bremer

  • Landwirte

    Der ideale Lebenszweck

    Am 14. Februar wollen die Bauern „auf die Straße gehen“, um ihre Mitbürger „sachlich und nüchtern“ zu informieren. Gleichzeitig wollen sie gegen Sparpläne der Bundesregierung, die die Landwirtschaft betreffen, protestieren.

    Von Heinz Michaels

  • Der ungenutzte Friede

    Für die Metall-Tarifrunde dieses Jahres gelten sie – bisher wenigstens – ganz sicher nicht, Galileo Galileis trotzige Worte: Und sie bewegt sich doch.

  • Rendite über zehn Prozent

    Seit Beginn dieser Woche werden am Rentenmarkt wieder Papiere mit einem Nominalzinssatz von zehn Prozent angeboten. Einige ältere Anleihen gehen mit ihrer Rendite bereits leicht darüber hinaus.

  • Wissen
  • Die Krise läßt den Kanzler kalt

    Es ist inzwischen eine Standard-Formel der politischen Polemik: Der Kanzler müsse sich energischer, kämpferischer präsentieren; das sei nicht mehr der alte Helmut Schmidt, sondern ein Mann, der von Entscheidungen rede, statt sie zu treffen, der es an Führung fehlen lasse.

    Von Rolf Zundel

  • Gedächtnishilfe

    Chemische Krücken für löchrige Hirne

    Der Traum von der„Gedächtnisdroge“ scheint ein klein wenig wahrer geworden zu sein: Bis ums Dreifache kann eine Verbindung mit dem Namen Vasopressin in speziellen Fällen die Gedächtnisleistung verbessern.

    Von Ulrich Goetz

  • Der letzte Deich

    Der zurückgetretene polnische Ministerpräsident Pinkowski, so erzählt man sich in Warschau, habe gelegentlich mit beißender Ironie darauf verwiesen, daß sein Schicksal dem des letzten russischen Regierungschefs Kerenskij gleiche.

  • Psychiatrie

    Gespaltenes Ich, gespaltene Experten

    Ist die Schizophrenie eine Krankheit oder nur ein medizinisches Kunstprodukt?

    Von Bernd Niusehke

  • Reisen
  • Die deutschen Kur- und Heilbäder (25): Bad Soden am Taunus

    Frankfurts Nachbarn

    Im Bad Sodener Quellenpark drängen sich die Heilanzeigen. Da gluckert’s und murmelt’s von Labsal und Erquickung bei einer Palette von Wehwehchen.

    Von Wolfgang Boiler

  • Ochsenfurt: Denkmal mainfränkischen Bürgerstolzes

    Des Kaisers Doppelgänger

    Früher müssen die Ochsenfurter wohl ihres Namens und ihres Wappens wegen oft genug gehänselt worden sein. Sonst hätten sie gewiß nicht soviel Fleiß und Mühe aufgewendet, um zu beweisen, daß er mit einem Ochsen überhaupt nichts zu tun hat, sondern aus dem Lateinischen abgeleitet sei.

    Von Heinz Scbeffi

  • Das Kaunertal lebt von den Bergen

    Karges Tirol

    Die Wasserfälle ringsum hat der Winter mitten im Sturz zum Schweigen gebracht. Nun hängen die Eiszapfen wie gläserne Orgelpfeifen an den steilen Berghängen.

  • In den Häusern des „Heritage Circle“

    Alles britisch, nur die Lady ist aus Wales

    Priors Hall“ sieht aus wie ein Hexenhaus. Es ist eines der wenigen elisabethanischen Fachwerkhäuser mit zwei Stockwerken im Lande.

    Von Julie Stewart

  • auto
  • Still ruht der Ring

    In diesen Wochen, da die Eifel tief verschneit ist, taugt der Nürburgring den Schneepflügen als Piste, sieht man einmal von einem Hundeschlitten-Rennen ab, das kürzlich ein wenig Leben auf den vereisten Ring brachte.

  • Nippons Flaggschiffe in Deutschland

    Yenseits von Eden

    Die Zeit, da hierzulande japanische Autos zu beinahe paradiesischen Preisen verkauft wurden, geht zu Ende. Yenseits von Eden wird die japanische Währung immer teurer, der Yen stieg binnen eines Jahres um dreißig Prozent.

  • Deutsche Auslandsurlauber:

    Paladine des Exports oder vaterlandslose Bankrotteure?

    Wenn ich dem Bundeskanzler damit komme, dann scheucht er mich“, antwortete auf die Frage, ob die Regierung nicht etwas für den einheimischen Fremdenverkehr und gegen die Auslandslust der deutschen – Touristen tun könne.

  • ...über alle Staatsgrenzen hinweg ungehindert reisen können

    Während einzelne Branchen sich überhaupt erst durch den Tourismus entwickelt haben, führte der Tourismus in anderen Branchen zu einer Stabilisierung beziehungsweise Steigerung der Umsätze.

  • die zeit
  • Saubermachen in Berlin

    Nur zu Ostern eine Verschnaufpause

    Berlins Politiker wälzen Terminkalender: Am 10. Februar Landesparteitag der FDP, Wahl eines neuen Vorsitzenden unter drei Möchtegern-Kandidaten.

  • Ski-Spitzen

    Dolomieter: Kaufhof/Hertie-Reisen haben ihr Angebot im Winterkatalog um einige Appartements in den Dolomiten erweitert, die einen Zweiwochenurlaub für den Preis einer Woche anbieten.

  • Sorgen in Wiesbaden

    Hessischer Löwe auf dem Prüfstand

    Der Löwe, beteuert Holger Börner und zeigt auf die Fahne hinter seinem Schreibtisch in der Wiesbadener Staatskanzlei, bleibe das hessische Wahrzeichen, nicht etwa Albrecht Durers Darstellung der Melancholie.

    Von Gunter Hof mann

  • Deutsche Tram für die Tiroler Berge

    Auf den altehrwürdigen und beliebten – weil recht romantischen – Bergstrecken von Innsbruck nach Igls am Fuße des Patscherkofels sowie nach Fulpmes im Stubaital werden von 1983 an ausschließlich Straßenbahnwagen deutscher Herkunft verkehren.

  • Nach 150 Jahren kehrten die Nazarener nach Rom zurück

    Die Lust, sich rückwärts zu bilden

    Des Vaters elegischer Wunsch wurde dem Sohn zur ungefragten Erfüllung: Auf dem protestantischen Friedhof in Rom, im Schatten der Cestius-Pyramide, wurde August von Goethe, der Sohn, der seinem Vater nie entkommen konnte, 1830 begraben.

  • Jeder zweite Student ein Alternativler

    Sprachlos, und kalt blickt nach den Unruhen der letzten Tage manch ein Erwachsener auf die Jugend. Nach den Auseinandersetzungen in Berlin, Frankfurt und Hamburg war schnell die Rede vom „Terror“ und von „militanten Randalierern“, die von Stadt zu Stadt zögen, um „Putz“ zu machen.

  • Dickes Plus für die Schweiz

    Nach einigen Talsohlenhat der Tourismus zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik 1980 den bisher höchsten Gipfel erreicht: Allein in Hotels und Kurhäusern zählten die Eidgenossen 7,7 Millionen Übernachtungen deutscher Gäste (1979: 6,2 Millionen) –, was einer Steigerung von 23,5 Prozent entspricht.

  • Worte der Woche

    „Ich sehe die Lage der Regierung so, daß die beiden entscheidenden Säulen, auf denen sie ruhte, das ökonomische und außenpolitische Krisenmanagement, rasch zerbröckeln.

  • Richterin unter Beschuß

    Kampf um die Zwillinge

    Zwillinge zum Verkauf angeboten – ein unmenschliches Urteil“, mit diesem Titel entrüstete sich Report am 27. Januar über das italienische Ehepaar Tricolli und eine deutsche Richterin: Die Tricollis hätten ihre leiblichen Kinder, die dreijährigen Zwillinge Antoinette und Monika, für eine halbe Million dem deutschen Ehepaar Schulte in Lindlar bei Köln angeboten; Helga Fürbeth, Richterin am Amtsgericht Wipperfürth, habe „das Recht der Kinder grob mitachtet“.

  • Kino: „Nick’s Film – Lightning over Water“

    Tod in Manhattan

    Ein Blick in eine menschenleere Straße in New York. Das fahle und gleichzeitig intensive Licht gibt dem Bild eine große Tiefe.

    Von Norbert jochum

  • Zeitspiegel

    Die sowjetischen Soldaten in Afghanistan nehmen immer stärker Zuflucht zu Drogen. Auf den schwarzen Märkten von Kabul und anderen größeren Städten decken sie sich mit schmerzstillenden Narkotika und anderen Rauschmitteln ein.

  • Loipenschutz zu teuer für Gemeindekassen

    Die stetig wachsende Zahl der Langläufer begrüßen die Feriengemeinden der Alpenländer nicht mehr ausschließlich freudig. Die sich einst rapide summierenden Loipenkilometer werden nur noch zögernd verlängert: Die Loipenanlage und -pflege wird immer teurer, die Familien auf den schmalen Langlauflatten stellen an Pflege und Lage der Pisten immer höhere Ansprüche, und allzu viele der Langlauf-Jünger leisten Konsumverzicht am Urlaubsort.

  • Die neue Administration in Washington

    Weghören tut not

    Es war ein kluger amerikanischer Diplomat, der kurz nach Ronald Reagans Wahl zum Präsidenten den Europäern riet: „Die nächsten sechs Monate stellt ihr euch am besten ganz taub.

    Von Theo Sommer

  • Schaukampf ohne Folgen

    Wird Hans-Ulrich Klose, Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, doch noch um einen seiner größten politischen Erfolge gebracht? Der Parteitag der Hamburger SPD folgte noch dem Bürgermeister und stimmte gegen die Beteiligung der Hansestadt am Kernkraftwerk Brokdorf.

  • Viel Poesie – wenig Konflikttheorie

    Endlich geben die Rahmenrichtlinien Ruh’, und Hessens Schulwelt ist – zumindest was den Deutschunterricht betrifft – wieder heil.

  • Viel Ärger beim Bau seines Hauses

    Er ging schon auf die Sechzig zu, als er sich entschloß, ein eigenes Haus zu bauen, für sich, seine Frau und die Kinder. Mit dem Haus schien ihm, so sagte er, „der Grund gelegt zu einem vernünftigen Leben“, und auf die Vergangenheit mit den häufigen Wohnortwecheln zurückblickend, fügte er hinzu: „Ich hatte auch immer zu wenig Mittel, zu unregelmäßige Einnahmen, ich habe eigentlich immer wie ein Bettler gelebt.

  • Skilauf ohne Grenzen

    Wer oben auf dem „Höhen-Skiparadies Steinplatte“ angekommen ist, kann in Richtung Süden nach Waidring (Österreich) abfahren, er kann sich aber auch nach Norden wenden und landet in Bayern bei Reit im Winkl.

    Von Hella Leißner

  • Large two forms

  • Nie wieder Theo

    Seinen ersten Film hat er „aus reiner Geldgier“ gemacht. Damals war er vierzehn, und für die Fernsehgage von 1500 Mark kaufte er sich eine Eishockeyausrüstung.

    Von Klaus Pokatzky

  • Bertelsmann

    Rückzug an die Spitze

    Reinhard Mohn will auch als Aufsichtsratschef seinen Medienkonzern weiter führen

    Von Heinz-Günter Kemmer

  • Hinweis

    Hermann Weber: „Kleine Geschichte der DDR“. Das erwachte Interesse an der Zeitgeschichte der Nachkriegszeit spart bislang die Geschichte der Sowjetischen Besatzungszone, die zur DDR wurde, weitgehend aus.

  • Stadtplanung gegen die Bürger

    Wie ein Duodezfürst

    Der Regierungspräsident in Detmold ist ein starker Mann, denn er versteht sich durchzusetzen. Er hat bei seinem Vorhaben, die Bauten seiner wachsenden Behörde um 38 000 Kubikmeter zu erweitern, allen Einwänden getrotzt, auch allen Vermittlungsversuchen, natürlich auch jeglichen Selbstzweifeln; er hat nicht nur die weithin gerühmte Bürgeraktion Stadtsanierung, sondern der ganzen Phalanx von besorgten, aufsässigen, wenngleich intelligenten Bürgern mannhaft widerstanden.

  • Unruhe auf Axel Springen Flaggschiff

    Des Fahrstuhlfahrens Ieid...

    Er hat einen jener Fünfjahresverträge, für die Top-Angestellte gemeinhin alles tun, damit sie verlängert werden; und die Leute, die das Gras in den Fugen des Springer-Hauses wachsen hören, glauben nicht, daß er sich von der goldenen Leine löst, zumal das andere Ende der Mann in der Hand hält, den er ohne Scheu vor dem großen Wort als „Genie“ gepriesen hat und desssen Charme zudem niemanden je an ein Herr-Hund-Verhältnis denken ließ.

  • Zeitlese

    Ein Wal-Versprechen wird endlich wahr: Die Bundesrepublik Deutschland tritt der internationalen Walfang-Kommission (IWC) bei – aber nicht, um den bedrohten Riesen der Meere vollends den Garaus zu machen, sondern um sie zu schützen.

  • Politik lehren und verstehen

    Die politische Bildung in der Bundesrepublik ist aus dem Nachlaß der NS-Herrschaft entstanden: Künftigen Generationen sollte das Schicksal der HJ-Generation erspart bleiben, sie sollten befähigt werden, den neuen demokratischen Staat aktiv mitzugestalten und ihn vor antidemokratischer Verführung zu schützen.

    Von Aufnahme: Manfred Vollmer

  • Krise in Kiel

    Rückblick im Zorn

    Im Dienstzimmer des ansehnlich bezahlten Kieler Oppositionschefs (rund anderthalb Abgeordneten-Diäten) hängt kein Photo vom Bundeskanzler.

  • Qualitätskartell für Sprachreisen

    In Deutschland bieten über 50 Veranstalter Ferien mit Fremdsprachentraining an. Die Angaben ihrer Prospekte werden allerdings vor Ort oft Lügen gestraft.

  • Weltkriegs-Vorgeschichte

    Eine gelähmte Macht

    Wenn Frankreich wirkliche Staatsmänner hätte, so würde es nicht warten, bis Deutschland wieder erstarkt sei – so soll Hitler seinen Generalen warnend und siegessicher zugleich bei Beginn der massiven deutschen Aufrüstung gesagt haben.

  • Er war’s

    Sechsmal das Sakrament der Ehe eingegangen – obwohl er die Ehe an die erste Stelle der Sakramente gesetzt hatte – ist Heinrich VIII.

  • Warum...

    ... reimen Menschen sich nicht auf Menschen? Genauer gefragt: Wie darf oder soll man den Umstand interpretieren, daß die deutsche Sprache tatsächlich auf ein einziges Wort keinen Reim hat: Mensch, (Es sei denn, man ließe gelten Heines Kapriolen oder des Gottfried Kühnheiten „Benn’sch“.

  • Hatte Mozart einen Silberblick?

    Das müssen noch Zeiten gewesen sein, als der Münchner Regierungschef jedes Jahr zu Karneval bei einem zeitgenössischen Komponisten eine Oper in Auftrag gab und auch uraufführen ließ.

    Von Heinz Josef Herbort

  • Jüdische Identitäts-Suche

    Außerhalb der Tradition

    Wer ein Jude sei und was ihn charakterisiere, ist durchaus ein gründliches Nachdenken wert und vermag eine Menge Antworten zu provozieren.

  • Gesellschaft
  • Fernseh-Vor schau

    Menschliche Zeitbomben

    Sie sind ein ungleiches Paar. Nordi, der emotionale, lebhafte US-Bürger lateinamerikanischer Herkunft, und Tom, der schweigsam beobachtende Kopfmensch, der für die „white and Protestant“-Linie im amerikanischen Völkergemisch stehen könnte.

  • Parteienkrach um El Salvador

    Aufs falsche Pferd gesetzt

    Auf Dauer war der Bonner Hauskrach um El Salvador unvermeidlich; hilfreich ist er nicht. Bonn verurteilt zwar mit gedämpfter Stimme die Gewalt von links und rechts und drückt den Wunsch nach Frieden aus: Hinter den gemeinsamen Phrasen verbirgt sich indes verhaltene Kritik an Washingtons Bereitschaft, die Junta uneingeschränkt zu unterstützen.

    Von Horst Bieber

  • Manager und Märkte

    Thyssen-Chef Dieter Spethmann, bisher erklärter Gegner von Subventionen für die deutsche Stahlindustrie, unterzieht sich derzeit einem Sinneswandel.

  • ZEIT-Interview mit dem CDU-Generalsekretär Heiner Geißler

    Duarte ist Demokrat

    Heiner Geißler: Ich glaube – nicht, daß dies notwendig ist. Wir fordern die SPD auf, darauf hinzuwirken, daß die der Sozialistischen Internationale nahestehende Gruppe innerhalb der Guerillaorganisation das Friedensangebot von Napoleon Duarte annimmt.

  • Fernseh-Kritik

    Redendes Bild, plastisches Wort

    Eine neue Serie am Samstag abend im ZDF. Die beste Sendezeit, die sich denken läßt: 19.30 Uhr. Eine preisgekrönte, in Großbritannien geradezu enthusiastisch gefeierte Produktion.

  • Neu diskutieren

    Gölter: In der Tat hat das Schwerbehindertengesetz zu einer großen Zahl von Anträgen geführt, weil es auch zivile Behinderungen in vollem Umfang anerkennt.

  • Rallye San Salvador

    Tödliches Rennen

    Orlando Somoza ist ein lächelnder, untersetztrundlicher Mann im weißen Nylonhemd. Mit seinem Taxi, einem quittegelben Datsun, fährt er das tägliche Rennen zwischen dem Aeropuerto, dem internationalen Flughafen von El Salvador, und der Hauptstadt der kleinsten lateinamerikanischen Republik.

    Von Michael Naumann

  • ZEIT-Interview mit dem SPD-Fraktionsvize Horst Ehmke

    Duarte ist Werkzeug

    Horst Ehmke: Der mexikanische Staatspräsident Lopez Portillo befürchtet, daß eine amerikanische Intervention in El Salvador zu einer „Vietnamisierung“ Mittelamerikas führen könnte.

  • Ausstellung: Gilbert & George in Düsseldorf

    Die normale Künstlichkeit

    Der Bitte eines Reporters, sie vor ihren Bildern photographieren zu dürfen, leisten Gilbert & George wie zwei gehorsame Schüler Folge.

    Von Raimund Hoghe

  • Spanische Intrigen

    „Endgültig den Bruch beseitigen“

    Die Sonne war über der Bucht von Palma längst aufgegangen, als der Kongreßpräsidem Perez-Llorca dieses Parteitreffen endlich beendete.

    Von Volker Mauersberger

  • Musical: „Evita“ in Wien

    Keiner entkommt dem Wohlklang

    Kaum eine Stunde nach Beginn des politischen Riesenspektakels um die Inauguration des neuen amerikanischen Präsidenten hob in Wien eine ähnliche Show an: die deutsche Erstaufführung von „Evita“ im Theater an der Wien.

    Von Jan Peter Gehrekens

  • Filmtips

    „Im tiefen Tal der Superhexen“ von Russ Meyer, einem Super-Autorenfilmer, der hier verantwortlich ist für Produktion, Regie, Drehbuch, Kamera und Schnitt.

  • Zeitraffer

    Fast im Gleichtakt verringerte sich in den vergangenen Monaten in den Ländern der Europäischen Gemeinschaft die Industrieproduktion.

  • Kultur
  • Ein Bürger, ein Radikaler

    Also, lieber Göthe, noch ein Kapitelchen zum Schluße: und je cynischer je besser!“ – damit endet jener Brief Lessings vom 26.

    Von Fritz J. Raddatz

  • Zeitmosaik

    Nicht einmal zehn Jahre später, von den Beatles längst in den Hintergrund abgeschoben, hörten sich die ruppigen Lieder nur noch lustig an; ihre Wildheit war häuslich geworden und bieder – dabei hatten der Rock’n Roll und sein erster Interpret, der rundliche, schmalzlockige, die elektrische Gitarre schlagende Bill Haley einmal, Saalschlachten ausgelöst und Spuren aus Tausenden zertrümmerter Stühle hinterlassen.

  • Lessings Briefwechsel mit Eva König

    Das gemeinschaftliche Projekt, glücklich zu werden

    Gotthold Ephraim Lessing, einen Monat zuvor in Wolfenbüttel als Bibliothekar der herzoglichen Bibliothek ansässig geworden, beginnt seinen ersten Brief vom Juni 1770 an Eva König, die Kaufmannswitwe, Mutter seines Patensohns und Freundin in Hamburg, mit einer Rokoko-Formel „Meine liebste Madam!“.

  • Endspiele eines bürgerlichenSchriftstellers

    Die Zukunft gehört der Angst

    Über Max Frisch, die späten Erzählungen und das Theaterstück „Triptychon“: Ein Porträt des Dichters als alter Mann

  • Kunstkalender

    Mit dem Namen Hödicke verbindet man wohl am ehesten Neodadaistische Objekte, Aktionen und Filme, aber nun ist es ausgerechnet die Malerei, ein scheinbarer Seitenbereich seines Werkes, die ihm neue und weite Anerkennung einbringt.

  • Ist das Theaterliebe? Fast schon Theatergier

    Alte Stücke: Signale neuer Zeit

    In zwanzig Minuten beginnt im Moskauer Theater „Sowremennik“ (Der Zeitgenosse) die Abendvorstellung. Vor dem Theater ein Gewühle: hastende Ankommende, Besucher, die auf ihre Partner warten.

  • Fast schon aus einem anderen Land

    Photographierte Menschen sind in Gesicht und Geste Bestandsaufnahmen von Personen in Situationen. Dem Blick in die Linse geht meist der Kontrollblick in den Spiegel voraus.

  • Wieland Schmied: Gedichte

    Wahrheit durch Poesie

    Es ist ungefähr zwei Jahre her, da hatte ich zwei Kritiker, die einander noch nicht persönlich kannten, abends zu mir nach Hause eingeladen, um sie miteinander bekannt zu machen.

    Von Eberhard Röters

  • Rundfunk-Theorie

    Im Medienhimmel

    Der Bereich der sogenannten Medientheorie ist immer wieder gut für eine jener absolut unleidlichen Schreibbemühungen: wichtigtuerisch, schwammig und überflüssig.

  • BÜCHER-BESTENLISTE

    10./11. (–) „Terror und Hoffnung in Deutschland 1933–1945“, Leben im Faschismus, herausgegeben von Johannes Beck, Heiner Boehncke, Werner Heinz, Gerhard Vinnai; ro-sachbuch 7381, Rowohlt; 527 S.

  • Kritik in Kürze

    „Die Geschäfte des Herrn Morgenstern – Satiren“, von Gerhard Zwerenz. Satiren auf den Literaturbetrieb sind meine Spezialität, also schien mir dieses Buch ein gefundenes Fressen.

    Von Hanns-Hermann Kersten

  • Das Phantom lebt

    Ein Phantom, das vielleicht nie gelebt hat, das aber von zwanzig Städten mit viel Stolz und wenig Wahrscheinlichkeit als ihr Kind reklamiert wurde; ein Analphabet, dem sich seit 100 Generationen kein Literat, kein Autor an die Seite zu stellen vermochte; ein Blinder, der tiefere Sichten, klarere Einsichten zu gestalten wüßte als alle die anderen Sänger und Seher: das Phänomen „Homer“ ist reich an Paradoxen und Problemen.

  • Feminismus

    Kritik an der Politik

    Ihr sehr schöner Name wird hierzulande den wenigsten etwas sagen: Rossana Rossanda ist Italienerin, ist Kommunistin, ist für den Kommunismus/Sozialismus in Europa eine Persönlichkeit von unbestrittener Inspiration und Kraft.

    Von Viola Roggenkamp

  • Die neue Schallplatte

    „The Complete Recorded Legacy of Ginette Neveu“. Sie war dreißig Jahre erst alt, als sie im Oktober 1949 bei einem Flugzeugunglück auf den Azoren den Tod fand.

    Von Franz Schölcr

  • länderspiegel
  • EI Salvador: Tod aus verchromten Läufen

    Von oben betrachtet wirkt das kleine Land El Salvador, eingeklemmt zwischen Guatemala, Nicaragua und dem türkisblauen Pazifik, wie ein kostbares, zusammengerafftes, grünes Samttuch.

    Von Michael Naumann

  • Lebensart
  • Während bei uns noch tiefe Ratlosigkeit herrscht, hat die Eidgenössische Kommission für Jugendfragen“ im Auftrag des Parlaments Thesen zu den Jugendunruhen 1980“ formuliert, die diskussionswürdig sind. Wir drucken Auszüge daraus ab.

    Nichts zu verlieren außer der Angst

    Während bei uns noch tiefe Ratlosigkeit herrscht, hat die Eidgenössische Kommission für Jugendfragen“ im Auftrag des Parlaments Thesen zu den Jugendunruhen 1980“ formuliert, die diskussionswürdig sind.

  • Die Meldung beherrschte die Schlagzeilen der vergangenen Woche: 1,3 Millionen Menschen sind ohne Arbeit. Seit Jahren waren es nicht so viele. Wirtschaftsexperten jonglieren mit Daten und düsteren Prognosen – abstrakte Realität. Dieser Bericht beschreibt, wie sehr sich das Leben verändert, wenn man zu den Betroffenen zählt.

    Ich bin Nr. 129262

    Na, du hast es doch gut – bei deiner Freizeit!“ sagt sie zu mir, ein wenig Neid liegt in ihrer Stimme. Gemeinsamkeiten aus vielen Jahren sind geschrumpft zu Erinnerungen.

  • Auf der Schattenseite der Schiffahrt (1)

    Wie in Autos ohne Bremsen

    „Wir hatten nur zwei Seemeilen Sichtweite, fast schön Nebel. Mit vier Mann standen wir oben auf der Brücke und starrten in den nachtgrauen Dunstschleier.

    Von Alexander Rost

  • Zwei Frauen warfen das Handtuch: Im Aktuellen Sportstudio des Zweiten Deutschen Fernsehens dürfen nur Männer Fehler machen.

    Nun sind sie wieder unter sich

    Er war einmal der „Krawattenmann des Jahres“, und er könnte, das muß der Neid ihm lassen, es jederzeit wieder werden. Am Samstagabend trat er, ganz Sonnyboy und Strahlemann – Sagt meinem Publikum, daß ich komme! –, zur Titelmusik wieder mal gekonnt aus der Kulisse: ein schöner Mensch, ein männlicher Mensch – der Sportstudiomoderator.

  • J.M-M.: Bischof Lustiger

    Daß in aller Welt viele Menschenjüdischer Herkunft deutsche Namen tragen, hat unser Pariser Arzt Dr. Schwarz erklärt: Auf ihren Wanderungen seien auch seine Vorfahren, ehe sie sich in Polen niederließen, durch Deutschland gezogen, wo sie ihre alten hebräischen Namen ablegen und neue, annehmen, mußten.

  • ,,Kitz“ ist tot Es lebe Kitzbühel

    Zwischen Jet-set und Pauschaltourismus: Im einstigen Skidorf der Snobs rollt der Schilling wie nie zuvor

  • Briefe aus den großen Städten der Welt

    Die vermarkteten Chinesen

    Sie flitzen, tief übers Lenkrad gebeugt, die Avenuen hinunter, nicht selten auch gegen den Autostrom; sie wieseln zwischen Lastwagen hindurch und an auffliegenden Taxitüren vorbei; im Mund hängt die Trillerpfeife, auf dem Buckel ein Nylonrucksack, vom Sweatshirt bis zu den Sneakers sind sie ganz auf Wettkampf eingestellt: Die New Yorker Version der Radfahrergattung zeigt, was von ihr erwartet werden darf – exzentrisches Aussehen und ziemlich anarchistisches Verhalten.

    Von Barbara v. Jhering

  • Mode im Goldrausch

    Reine Utopie für die meisten, greifbarer Luxus nur für einige wenige – man sagt, es seien noch knapp zweitausend Kundinnen, die sich Haute Couture heute noch leisten können oder wollen.

    Von Marietta'riederer

  • unzugeordnet
  • Politik gegen die Ökonomie

    Der Fall Brokdorf bietet gute Aussichten, sich zu einem juristischen Lehrstück für Wissenschaft und Rechtsprechung auszuweiten.

    Von Klaus-Peter Martens