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Ausgabe 10/1981

Artikelübersicht
Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.
- Politik
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England: Klein beigeben
Ein guter Ghostwriter hatte Margaret Thatcher beim letzten Parteitag der Konservativen die Formel eingegeben: „The Lady is not for turning“, diese Dame macht nicht kehrt – Anspielung auf ein Theaterstück, von dem nur der Titel geblieben ist.
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Bruno Kreisky im Nahen Osten
Ein Agent des Friedens
Ein „Lawrence von Arabien“ wollte er nicht sein. Tatsächlich fehlt es dem mittlerweile siebzigjährigen österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky auch an der Lust zum Abenteuerlichen.
Von Dietrich Strothmann
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DOKUMENTE ZUR ZEIT
„Wir sind zum Dialog bereit“
Die jüngsten Ereignisse bestätigen immer wieder: Unsere Klassengegner lernen aus ihren Niederlagen. Sie gehen immer raffinierter und hinterlistiger gegen die sozialistischen Länder vor.
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Salvador-Krise
Die Drahtzieher im Kreml?
Im Nervenkrieg um El Salvador hat Washington am vergangenen Wochenende noch eins dazugelegt: Um den Zufluß von Waffen in den zentralamerikanischen Zwergstaat nachhaltig zu unterbinden, um den Strom an der Quelle abzuschneiden, sei vielleicht eine See-Blockade Kubas nötig.
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Wolfgang Ebert
Gute, alte Zeit
Hast du mir T’nado mitgebracht?“, pflegte Klein-Hänschen den Vater zu fragen, wenn der am Abend heimkam. Und gewöhnlich zog dann der Vater einen Tornado aus der Tasche, wickelte ihn aus und hielt ihn vor die leuchtenden Augen des Dreikäsehochs.
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Putschversuch in Spanien
Die Nacht der Demütigung und Angst
Nach dem Überfall auf das Parlament: Juan Carlos hat die Demokratie gerettet
Von Volker Mauersberger
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Gedanken um ein Gespenst
Zuerst ahnt man etwas, man weiß nicht, woher es kommt, dann ist es plötzlich wieder mal da, das alte Bonner Gespenst: die Große Koalition.
Von Gunter Hofmann
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Worte der Woche
„Ich habe nicht den geringsten Zweifel, daß sich unsere Wahlchancen durch besonders hartes Durchgreifen erhöhen würden. Aber wir können um dieser Wahlchancen wegen nichts tun, was wir sachlich für falsch halten.
Von neuer Berliner Fdp-Vorsitzender
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Ein fadenscheiniger Knüller
Der stern hat in der vorigen Woche eine Karte der Atomwaffenlager, Atombomber-Flugplätze, Atomraketenstellungen und A-Befehlszentralen in der Bundesrepublik veröffentlicht – oder das, was er dafür hält.
Von Theo Sommer
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Brokdorf: Atom-Energie in neuer Turbulenz
Nach dem Beschluß des Hamburger SPD-Landesparteitages, aus Brokdorf „auszusteigen“, ist das Tischtuch zwischen Hamburg und Kiel zerschnitten.
Von Horst Bieber
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Zeitspiegel
Die Verstöße der Sowjetunion gegen die KSZE-Vereinbarungen von Helsinki über einen erweiterten Informationsaustausch nehmen zu.
Von uad frü-
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Johannes Paul II. in Ostasien
Pomp imponiert dem Papst nicht
Seine robuste Natur und sein schlichtes Sendungsbewußtsein überstanden jede Art von Klimawechsel. Nicht nur von der tropischen Schwüle der Philippinen in den naßkalten Winter Japans – auch vom Jubel eines hoffnungsarmen, gläubigen Volkes (gegen den in mancher Nacht auch die Schlafpillen seines polnischen Doktors fast versagten) zur Gleichgültigkeit einer areligiösen Industriegesellschaft, die einen römischen Papst kaum mehr als das Oberhaupt einer kleinen respektablen Sekte beachtet.
Von Hansjakob Stehle
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„Ich bin kein Notnagel“
Nach zwei vergeblichen Anläufen hat die Berliner FDP einen neuen Landesvorsitzenden gefunden. Erst hatte Heinz-Günther Hoppe, stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag, dann auch der Berliner Justizsenator Gerhard Meyer abgewinkt.
Von Gerhard Sfiörl
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Atlantisches Fingerhakeln in München
Nach dem Machtwechsel in Washington: „Selten sind die Konfliktlinien zwischen Europa und Amerika so klar gewesen“
Von Josef Joffe
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Labourdissidenten
Eine Dame mit Gruppenbild
Gabe es in Großbritannien morgen eine Entscheidung im Stil amerikanischer Präsidentschaftswahlen und hießen die Bewerber Margaret Thatcher und Shirley Williams, die meisten Briten würden ihr Geld auf einen Wechsel in Downing Street setzen.
- Wirtschaft
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Vfl Gummersbach
Ohne Behinderte
In der ZEIT vom 30. Januar 1981 haben wir in dem Artikel „Ein Volk von Behinderten“ von Dieter Piel berichtet, zu einem erheblichen Teil bestehe die Handballmannschaft des VfL Gummersbach aus Schwerbehinderten mit amtlichem Ausweis.
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Metall-Tarifrunde
Verbaler Kraftakt
In den nächsten Wochen steht uns offenbar Schreckliches ins Haus. Will man Dieter Kirchner vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall glauben, so rüsten derzeit „bewaffnete Banden, die bei feindlichen Einfällen und Bürgerkriegen auf eigene Faust Kleinkrieg führen“, zum Kampf gegen die Unternehmer.
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Tornado-Affäre
Planen – eine Kunst
Nun hat auch der Bundeskanzler Helmut Schmidt seinen Verteidigungsminister, der sich jetzt einem Untersuchungsausschuß stellen muß, in Schutz genommen.
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Die Wirtschaftsphilosophie Ronald Reagans und seiner Berater stößt nicht überall auf Beifall Der amerikanische Nationalökonom John Kenneth Galbraith gehört zu den prominentesten Kritikern der neuen Konservativen. Hier setzt er sich mit den verschiedenen Denkschulen dieser Gruppe auseinander
Angriff der Konservativen
Über Einfaltspinsel, Romantiker und ernstzunehmende Kritiker der bisherigen Wirtschaftspolitik
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Bonner Kulisse
Bis vor kurzem war es bekanntlich üblich, die zunehmende Bürokratisierung zu beklagen. Für Festreden – insbesondere vor mittelständischen Unternehmern und Freiberuflern – oder fürpolitische Schriften war dieses Thema immer gut.
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Banken an der Kette
Früher war es so: Wenn ein Kunde Geld brauchte, ging er zu seiner Bank oder Sparkasse und lieh sich welches; wenn die Bank oder Sparkasse Geld brauchte, ging sie zur Bundesbank und lieh sich welches.
Von Rudolf Herlt
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Kopfgeld für Touristen
Unbezähmbar ist der Drang der Deutschen ins Ausland. Trotz der zweiten Ölpreiskrise wuchsen die Ausgaben der deutschen Auslandsreisenden gegenüber dem Jahr zuvor um fünfzehn Prozent auf 37,8 Milliarden Mark.
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EG-Fischereipolitik
Prinzip Hoffnung
Die Lage der Fischereiwirtschaft in der Europäischen Gemeinschaft (EG) wird immer grotesker. Steigende Kosten, vor allem für Treibstoff, auf der einen Seite, aber ungenügende Preisergebnisse bei der Versteigerung der Anlandungen auf der anderen.
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Schattenboxen mit Roosevelt
Ob sich Ronald Reagans Rede zur Lage der Nation vor den beiden Häusern des USKongresses in die Geschichte Amerikas einkerben wird als einer jener Momente, in der eine neue Ära einen Anfang nahm, das muß sich erst noch erweisen.
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Margaret Thatcher, die Eiserne Lady
Loch im Panzer
Die schnelle Kapitulation der konservativen Regierung Thatcher vor den Protesten der Bergleute gegen Zechenschließungen markiert einen Wendepunkt in Großbritannien.
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Hoher Zins - was nun?
Handwerk und Industrie: Der Zwang zum Investieren ist stärker als die Theorie
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Sparen lohnt sich wieder
Doch trotz Superzinsen noch keine Begeisterung für festverzinsliche Wertpapiere
Von Kurt Wendt
- Wissen
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Landrat, bleibe hart!
Das Bild mutet an wie die Beschreibung eines mittelalterlichen Festungssturms. Etwa 200 bis 400 Bewaffnete versuchten, durch das Haupttor einzudringen: „mit Maskierungen, Helmen und Blechschildern versehen.
Von Hans Sdmeler
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Signale aus Moskau
Der 74jährige Breschnjew hat am Montag wohl seine letzte Parteitagsrede gehalten. Ihr Vermächtnis liegt im Realismus. Kein Sowjetführer hat bisher öffentlich eine so magere und wirklichkeitsnahe Bilanz gezogen.
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Forschungspolitik
Vom Winde verweht
Das geplante deutsche Kernfusionsprojekt „Zephyr“ wurde aus Kostengründen eingestellt
Von Doris Freiberg
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Erforscht und erfunden
Können Lebewesen erworbene Eigenschaften an ihre Nachkommen vererben? Unmöglich, sagen die Biologen seit Jahrzehnten unisono und berufen sich auf die von Charles Darwin begründete Evolutionstheorie.
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„Ihr bleibt die Kinder Eurer Eltern“
„Euer Jude von heute ist der Staat Israel“: Die neue deutsche linke und der alltägliche Antisemitismus
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Mit Mut und frischen Ideen
Es war ein merkwürdiges Zusammentreffen: In Washington präsentierte Präsident Reagan seinen kühnen Plan zur Wiederbelebung der amerikanischen Wirtschaft.
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Lehre für die Demokraten
Achtzehn Stunden lang befanden sich die Abgeordneten und Minister Spaniens in der Gewalt eines Oberstleutnants der Guardia Civil, der am Montag mit zwei Hundertschaften das Parlament überfallen hatte.
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Katastrophenmedizin
Sortieren statt kurieren
Während der Vorträge erhoben sich immer wieder Zuhörer von ihren Sitzen und verließen den Saal. Denn was ihnen hier an Hilflosigkeit gegenüber einer Katastrophe – sei es eine Massenkarambolage, ein Flugzeugabsturz oder ein Reaktorunfall – geboten wurde, war erschreckend.
Von war wichtig, das Interesse
- Reisen
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Die Badewanne im Sand
Wenn das Fährschiff am Morgen Milazzo verläßt, diesen ehemaligen Kriegshafen an der Nord-Ost-Küste Siziliens, von wo aus schon die Römer zu ihrem ersten Seesieg über die Karthager (um 260 v.
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Reisebibliographie
je 64 Seiten, Abbildungen, Karten und Pläne, 4.80 Mark. – Band 703: Italien (wichtige Reisegebiete); Band 808: Apulien/Kalabrien; Band 810: Florenz; Band 799: Gardasee; Band 860: Italienische Adria; Band 758: Italienische Riviera; Band 829: Mailand; Band 723: Mittelitalien; Band 755: Neapel; Band 721: Oberitalien Ost; Band 722: Oberitalien West; Band 708: Rom; Band 807: Sardinien; Band 791: Sizilien; Band 732: Südtirol; Band 861: Toskana; Band 754: Venedig; Große Serie: Italien, 400 Seiten, Abbildungen, Pläne, Skizzen, 15,80 Mark; Oberitalien, 400 Seiten, 159 Abbildungen, 53 Karten und Pläne, 15,80 Mark; Süditalien, 400 Seiten, 165 Abbildungen, 44 Karten und Pläne, 15,80 Mark; Rom, 400 Seiten, Abbildungen, Karten, Pläne, 15,80 Mark.
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Stiefel-Spitzen
Schöngeistlich: Bete und arbeite, diese Regel hinterließ der heilige Benedikt seinen Mönchen. Einer besonders verdienstvollen Arbeit gehen die Ordensbrüder der Abtei Praglia (in der Nähe der Heilbäder Abano und Montegrotto) nach: Sie widmen sich der weiblichen Schönheit – schon seit dem 12.
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Gotensuche in einem Sonnentraum
Kalabrische Kontraste: verschüttete Legende und klares Meer, Transvestiten und reine Natur
Von Rene Drommert
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Wider die Italien-Phobie
Was in dem Land, wo die Zitronen blühen, dem Reisenden sonst noch alles blühen kann, ist ein Klagelied, das seltsamerweise auch viele jener Leute anstimmen, die sich dennoch unter die Millionen unverdrossener Italienurlauber scharen.
Von Hansjakob Stehle
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Lesen und Reisen
Die Müllmänner von Palermo kommen vor und die Fußballmannschaft von Neapel. Der Schriftsteller Gadda tritt auf und der Fiatchef Agnelli.
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Fernando de Noronha/Brasilien
Insel ohne Hula-Hula
Fernando de Noronha: ein Punkt auf der Landkarte, eine Bleistiftbreite südlich des Äquators, 400 Kilometer östlich vom Horn Südamerikas.
Von Gerhard Lippmann
- DIE ZEIT
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Neugier als politisches Vergehen
Besuch bei Besetzern
Die Heidelberger Pädagogik-Studentin Gertrud Läufer (Name von der Redaktion geändert) hatte Glück: Sie bekam für dieses Schulhalbjahr eine der begehrten Referendarstellen.
Von Michael Ludewtz
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Das robuste Gefährt ist eine Weiterentwicklung des russischen Fiat
Mit dem Lada Nova auf neuen Wegen
Mit einem neuen 1,3-Liter-Pkw für 8393 Mark aus dem sowjetischen Togliattigrad will die bundesdeutsche Lada-Import GmbH die Verluste von 1980 quittmachen.
Von Lothar Bebr
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Das Evangelium geopfert?
Von Pfarrern erwarten wir wie selbstverständlich diverse Dienstleistungen wie Taufe und Beerdigung, aber ihre Kirchen bleiben sonntags leer.
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Einheit à la SED
Es ist nicht so recht klar, ob die Genossen SED-Mitglieder, die Mitte Februar zur Ost-Berliner Bezirksdelegiertenkonferenz gerufen wurden, auf die Überraschung vorbereitet waren, die ihnen, ihr Generalsekretär bereitete.
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Francos Geist lebt in Spanien weiter
Ein Gruß vom Tor zur Sonne
Die „Puerta del Sol“ gehört neben dem Prado-Museum und dem Rathausplatz „Plaza Mayor“ zu den Sehenswürdigkeiten, die jeder Madridbesucher besichtigt haben muß.
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Hinter vorgehaltener Hand flüstern viele Sozialdemokraten: Herbert Wehner wird zum Kreuz für seine Partei. Er läßt die Zügel der Fraktion schleifen und stiftet Unfrieden in der Führungstroika. Klaus Harpprecht, der sich selber „loyales SPD-Mitglied – seit 1968 – mit einer gewissen inneren Unabhängigkeit“ nennt, verleiht diesen Beklemmungen Ausdruck. Nicht jeder wird Harpprechts Meinung teilen, doch sie verdient Gehör.
Herbert Wehner – es muß geschieden werden
Die Sozialdemokraten kranken an ihrem Zuchtmeister – Das beste wäre ein rascher Abschied
Von Klans Harpprecht
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Tod in Poona – eine Parabel vom Ansehen der Person
Im Januar 1981 starben zwei deutsche Angehörige des Shree Rajneesh Ashram in Poona. Der eine Tote war ein Prinz, der einer Gehirnblutung erlegen war, und seine Einäscherung fand mit allem Ashram-Pomp und unter allen Ashram-Ehren statt – es mangelte nicht an Blumengirlanden, Tänzen, Gesängen –, und die Berichte darüber gingen durch die indische und deutsche Presse.
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Henryk Broder:
Warum ich gehe
Nach etwa 15 Jahren bewußter politischöffentlicher Arbeit sehe ich keinen Sinn mehr, diese Arbeit fortzusetzen. Ich bin nicht behindert worden, ich hatte bei meiner Arbeit nicht mehr Schwierigkeiten wie andere – eher weniger –, ich habe, wo es darauf ankam, Solidarität erfahren.
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Geballter Schwachsinn
Schule ohne Fenster
Als „hervorragend und als Modell für ganz Baden-Württemberg geeignet“ feierte vor gut zehn Jahren der damalige Kultusminister Professor Wilhelm Hahn den Neubau der Modellschule im Odenwaldstädtchen Osterburken.
Von Jörg Armbrttster
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Die deutschen Auslandsurlauber: Paladine des Exports oder vaterlandslose Bankrotteure?
So heißt die Frage, die im Mittelpunkt des diesjährigen ZEIT-Reiseforums während der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin steht.
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Sein Sport gehört ihm
Keiner kann so schön an den Reportern vorbeigehen wie er. Ingemar Stenmark macht keinen Hehl daraus, daß ihm die Vertreter der privaten wie der öffentlich-rechtlichen Neugier auf seinen Fersen überaus lästig sind.
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Ben Witter
Nebbich
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Urteil gegen „pardon“
Satire nur mit Etikett
Es gehe nicht um die Tucholsky-Frage „Was darf Satire?“, sondern darum, ob sie als solche erkennbar sei, meinte Frau Johannsen, Vorsitzende der Zivilkammer 24 des Landgerichts Hamburg, schon in der mündlichen Verhandlung im Januar dieses Jahres zu den Vertretern der Satire-Zeitschrift pardon.
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Kommunisten zur nationalen Frage
„Die Krupps und die Krauses“
„Die Arbeiter haben kein Vaterland. Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben. Indem das Proletariat zunächst sich die politische Herrschaft erobern, sich zur nationalen Klasse erheben, sich selbst als Nation konstituieren muß, ist es selbst noch national, wenn auch keineswegs im Sinne der Bourgeoisie.
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„Die Ufer sind mit Gärten und Lusthäusern geschmückt“, notierte Goethe. – In den Brentavillen, diesen prachtvollen Fluchtburgen fernab von dem Gestank und dem Lärm ihrer Stadt, feierten die reichen Venezianer das Leben
Leere Gehäuse verrauschter Feste
Die Villen am Brentakanal waren einst Schauplätze der Üppigkeit und Frivolität
Von Wolf gang Boiler
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„Da kam mir mein Kind wie ein König vor“
Sein Vater war Militärkapellmeister, und daß der Sohn ebenfalls Musiker werden sollte, stand von Anfang an fest. Während der Ausbildung auf einem Konservatorium entschloß sich der Sohn, Komponist zu werden.
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Agrarpreise
Poker ums Prinzip
Das Echo war vorherzusehen – von der „Provokation“, die Bauernverbands-Präsident von Heereman in den diesjährigen Brüsseler Agrarvorschlägen erblickte, bis hin zum „Protest“, den die Verbraucherverbände wegen der neuerlichen Mißachtung der Interessen der Konsumenten anmeldeten.
Von Hans-Hagen Bremer
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Computer: Die Großindustrie schluckt die Pioniere
In die Arme der Konzerne
Der Ablauf ist programmiert: Zunächst entdecken mittelständische Firmen eine Lücke zwischen den großen Märkten; mit wenig Kapital, aber viel Engagement entwickeln geniale Techniker und mutige Unternehmer neue Produkte für diese Märkte; wenn dann das Feld bestellt ist, sich die Produkte verkaufen lassen, wittern auch die Großen der Branche die Chance; mit hohem Kapitalaufwand steigen sie in das Geschäft ein.
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Untersuchungsausschuß
Strauß, der böse Wolf...
München! Polizei-Vizepräsident Georg Wolf ist wohl genau das, was man sich gemeinhin unter einem Spitzenbeamten im besten Sinne vorstellt.
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Norddeutscher Rundfunk
Provinz ist angesagt
Damit Funk und Fernsehen Programme bieten, die denen, die sie über sich ergehen lassen müssen, behagen oder wenigstens doch gut tun, haben die Väter unserer öffentlich-rechtlich verwalteten Medien den Rundfunkrat eingerichtet.
Von Thomas von Randow
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Er war’s
Der Mann, dem ein christliches Begräbnis verweigert werden sollte, weil die Kirche ihn wegen seiner kritischen Einstellung gegenüber dem Klerus exkommuniziert hatte, der dann aber doch, allerdings bei Nacht und ohne Gebet und Geläut, auf einem Kirchhof beigesetzt wurde, war Molière, eigentlich Jean Poquelin (1622 bis 1673).
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Obertauern/Österreich
Vom Hotel direkt in die Skibindung
Es gibt Salatschüsseln und Suppenschüsseln; der Skiort Obertauern im Salzburger Land nimmt für sich in Anspruch, eine „Schneeschüssel“ zu sein: eine kleine Ansammlung von Häusern auf dem Schüsselboden, ringsum steigt es langsam an – bis hin zum harten, kantigen Rand.
Von Edgar Breuss
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Warum...
... offenbaren Menschen an ihrer Umgangssprache, präfabrizierten Teilen eines Lego-Baukastens gleich, am ehesten melancholische Weisheiten? „Bist du noch zu retten?“; „Das darf doch nicht wahr sein“; „Die Bäume wachsen nicht in den Himmel“; „Da kannste eben nix machen“ oder „Was soll’s?“ – Lauter Spruchweisheiten nicht gerade optimistischer Lebenseinsichten.
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Zeitlese
Zum erstenmal wurde in Frankreich ein Mann bestraft, der seine Frau zu ihren ehelichen Pflichten gezwungen hatte. Ein nur aus männlichen Richtern bestehendes Tribunal sah den Tatbestand der Vergewaltigung für erwiesen an und verurteilte einen 25jährigen Arbeiter aus Grenoble zu acht Jahren Gefängnis.
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Psychiatrie: Patientenzeitung wird mundtot gemacht
Kein Ausblick mehr
Entmündigt, aber nicht mundtot“ – mit diesem Motto starteten Patienten und Personal der Station 5/2 des psychiatrischen Landeskrankenhauses Schleswig den Versuch, über die sie umschließenden Mauern hinweg Kontakte nach draußen zu knüpfen: Sie machten eine Zeitung.
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Triumph-Adler
Die Perle braucht eine neue Fassung
So eine alte Schmiede wie Triumph-Adler und ein anständiger Kerl wie Weers – das ist doch eine gute Sache.“ Diese „gute Sache“, von der ein Mann aus der Branche so flapsig spricht, hat sich das Volkswagenwerk etwa 630 Millionen Mark kosten lassen: die Triumph-Adler AG für Büro- und Informationstechnik (TA) in Nürnberg.
Von Hermann Bößenecker
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Der Friseur
Er war Friseur und hieß Willi. Sein Nachname ist hier unwichtig, weil er meistens nur Willi gerufen wurde. Einige nannten ihn auch Schnäuzer-Willi, was nicht besagt, daß er selbst auch einen Schnäuzer trug.
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Spionagemärchen
Von Agenten und geheimen Plänen
Die Meldung hielt zwei Tage lang Verfassungsschützer und Beamte des bayerischen Innenministeriums in Atem, beschäftigte Rechercheure in den Bundesministerien für Inneres und für Verteidigung, trieb Bayerns Innenminister zum Live-Interview ins Fernsehstudio und einen fränkischen Unternehmer an den Rand der Verzweiflung.
Von Helge Cram«
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Gesellschaft
Auf der Suche nach dem Glück
Was ist mit der Jugend los? Aufgeschreckt durch Hausbesetzungen, Krawalle und „Demos“ wird diese Frage nicht nur von Politikern, Soziologen, Pfarrern oder Journalisten gestellt.
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Deutscher Drill für Wüstensöhne
Ghaddafi ruft
Es war eine lustige Runde, die an einem Sonntag im Juni 1979 im Hinterzimmer der Heidekneipe „Onkel Nickel“ im niedersächsischen Ostenholz beisammensaß.
Von Norbert Kandel
- Gesellschaft
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Manager und Märkte
Rund 4000 Stück ihres neuen „Metro“ will die staatliche englische Automobilgesellschaft British Leyland noch in diesem Jahr auf dem deutschen Markt absetzen, 1982 sollen es bereits 8 000 bis 10 000 Einheiten sein.
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Devisenseller
Eine „Reaktion des Marktes“ hat zu der Festigung des Dollars gegenüber der Mark geführt. Letzte Woche hatte die US-Währung 14,25 Pfennige an Wert eingebüßt.
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Fernseh-Kritik
Nach uns die Zukunft
Drei Fliegen mit einer Klappe erschlagen: Das war gekonnt und zeugte vom Sachverstand eines gewitzten Meisters, wie da Roman Brodmann mit Hilfe einiger weniger Zitate ein Porträt des anderen, revolutionären und nicht biederbetulichen Johann Heinrich Pestalozzi entwarf, wie er zum zweiten den ehemaligen Manager und jetzigen Anwalt der Alternativen, Hans A.
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Naturparks: Steinböcke, Braunbären und Wölfe
Italien besteht nicht nur aus Küsten- und Kunststädten, Touristenzentren und Ruinen, das Ziel deutscher Sehnsucht bietet im Landesinneren ungeahnte Naturschönheiten.
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Der grüne Bus: kostenlos vom Adriastrand ins Binnenland
An den Stränden grillen sich die Teutonen, schreien die Kinder, rangeln sich die Badenden. Ein paar Busminuten landeinwärts fließt der Rotwein in kühlen Kellern, dösen Kleinstädte, blühen Mohnblumen in Kornfeldern.
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Prinzip Zufall
Gontard: Die sechs bisher geltenden Regionalklassen sollen auf vier vermindert werden, die jedoch nach Stadt- und Landregion getrennt sind, so daß es künftig zwei Unterteilungen mehr als bisher gibt.
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Theater: Brecht in Köln
Baal am Abend seiner Tage
Seltsam ist, daß dieser Mann, der aussieht wie ein Mongole, eine Gitarre hat. Daß er Krawall schlagen kann, glaubt man ihm, daß er Musik machen kann, nicht.
Von Aufnahme: Stefan Odry
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Auch ein üppiger Urlaub kann nicht reichen, so groß ist ihr Reichtum an Romanik, Gotik, Renaissance. Und dennoch – die Kleinstädte Mittelitaliens stehen nicht im touristischen Rampenlicht
Kunstgewordene Geschichte
Ich war, vor Jahren schon, in Ascoli Piceno an der Grenze der Abruzzen. Ich war in Atri und Offida, war, von Pescara kommend auf dem Wege nach Neapel, auch in Sulmona, wo Ovid geboren wurde.
Von Rino Sanders
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Ausstellung in Berlin: José Clemente Orozco
Von der Karikatur zum Fresko
Mit fast 300 Druckgraphiken, Zeichnungen, Aquarellen, Vorzeichnungen und Bildern versucht man in Berlin, einen Künstler zu präsentieren, der trotz dieses Aufwandes (zu dem noch eine Großleińwandprojektion, wenn der Apparat funktioniert, und ein dicker Katalog hinzukommen) nur fragmentarisch greifbar wird, weil sein Hauptwerk, die Wandmalerei, nicht transportabel ist: José Clemente Orozco.
Von Helmut Schädel
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Fernseh-Vorschau
Kampf um Knickebein
Nein, das hier ist kein „Krieg der Sterne“, keine „Apocalypse Now“. Das hier ist the real thing: Mit Propellerflugzeugen, Sprengbomben und Funkpeilstrahlen zog Hitlers Deutschland in den Krieg, der fast sieben Jahre und 50 Millionen Tote später mit Fernrakete, Atombombe und Radartechnik zu Ende ging – ein Krieg als Vater aller Forschung.
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Maxhütte: Wird Bonn weich?
Vergangenes Wochenende gingen rund 15 000 Arbeiter der Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg auf die Straße. Wenn die Klöckner-Werke nicht 230 Millionen investieren, scheinen 4000 von 6500 Arbeitsplätzen gefährdet.
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Autobahnen: Schöne Aussicht, falsche Uhren und gestiegene Maut
Italiens Autobahnen haben – mal abgesehen vom leidigen Thema Mautgebühren – mehr Erfreuliches vorzuweisen als nur den Vorteil, zügig voranzukommen.
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Zeitraffer
Konjunkturschwäche und Winterwetter sind. verantwortlich dafür, daß sich die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik im Februar um 100 000 auf 1,4 Millionen erhöhen wird.
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Die Stadt der Mosaiken sinkt
Ängstliche sollten sich sogleich auf die Socken machen, um noch einmal in San Vitale oder im Mausoleum der Galla Placidia den Glanz der byzantinischen Mosaiken zu bewundern.
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Schreiben ist Leben
Snob, Connaisseur – oder Wortabschmecker? Ästhet, homme-de-lettres – oder Literaturnarr? Was von all dem war Friedrich Sieburg, dem so erbärmliche Miß-Titel wie „Großkritiker“ oder „Literaturpapst“ erspart blieben, der gleichwohl der einflußreichste Literaturkritiker der Nachkriegszeit war und der voller plauderndem Behagen Anekdoten erzählte wie die von dem Pariser Antiquar, der sich so ungern zwischen seinen Buchschätzen stören ließ; „ein wunderbares Leben, wenn bloß die Kunden nicht wären!“ – „Das wäre ein herrliches Schreiben, wenn bloß das Publikum nicht so unangenehm untrennbar dazugehörte“, fügt der Journalist Sieburg hinzu, der zeitlebens für auflagenstarke Zeitungen schrieb und dessen Bücher Publikumserfolge waren.
- Gesellschft
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Jean Améry:
„Enttäuscht“
In Deutschland hat mich auch die Linke sehr enttäuscht, und da bin ich nun persönlich sehr betroffen, und diese Enttäuschung hängt sehr mit suizidären Stimmungen zusammen.
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Henryk Broder - kein deutsches Leben
Henryk M. Broder, geboren 1946 in Katowice/Polen, kam im Jahre 1958 mit seinen Eltern nach Köln und arbeitete nach dem Studium als freier Autor.
- Kultur
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Zeitmosaik
Die streitbare Demokratie verteidigt die „freiheitliche demokratische Grundordnung“. Die wird im Grundgesetz, in seinem ursprünglichen Text, dreimal erwähnt, und jedesmal in Verbindung mit einer Demokratieverkürzung.
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Oper: Alban Bergs „Lulu“ in London
Das wahre Tier als wildes schönes Kind
Unser zwanzigstes Jahrhundert könnte in die Geschichte der Künste als das der Fragmente eingehen, aber auch – und das gilt vor allem für die Musik – der Versuche, das Nicht-Abgeschlossene durch fremde Hand fertigzustellen.
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Filmfestspiele Berlin
Der Kampf um das Kino
Die Pressekonferenz mit Jean-Luc Godard. Redend hat da jemand den Eindruck vermittelt, was das immer noch sein könnte: Kino, und was das einmal war.
Von Norbert Jodium
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Kunstkalender
Der Einfluß der Pop Art auf den 1970 mit kaum siebenunddreißig Jahren in New York gestorbenen Maler aus Rom ist unbestreitbar, einzuordnen ist sein Werk aber doch vielmehr in die Tradition eines Magischen Realismus.
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Ich arbeite an dem Geheimnis der Welt
Theatererinnerungen: an den engen, strengen Odoardo Galotti, der seine Tochter ersticht, um sie vor einem anderen, jüngeren Liebhaber zu bewahren; an den cholerisch-sentimentalen Musikus Miller, den die Liebe zu seinem Kind blind und kindisch macht; an den Major von Berg im „Hofmeister“ von Lenz, dessen väterliche Liebes-Inbrunst die jugendlichen Liebhaber seiner Tochter zu blassen, langweiligen Knaben degradiert: „O wenn ich sie auffände – Wenn ich nur hoffen könnte, sie noch einmal wiederzusehen – Hol mich der Kuckuck, so alt wie ich bin und so abgegrämt und wahnwitzig; ja hol mich der Teufel, dann wollt’ ich doch in meinem Leben wieder einmal lachen, das letztemal laut lachen und meinen Kopf in ihren entehrten Schoß legen und denn wieder einmal heulen.
Von Benjamin Henrichs
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Das Ufer der Museen
Frankfurt entdeckt den Main als Landschaft für Kultur und Freizeit – Nach den monetären die moralischen Investitionen
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Partieller Frieden um Heine
Während man in Hamburg, der „schönen Wiege“ seiner „Leiden“, nach vielem Hin und Her über ein Heine-Denkmal nun erst einmal einen in seiner Mischung aus Übereifer und Mutlosigkeit eher komischen Entschluß gefaßt hat (nämlich den, eine zeitgenössisch „nachempfundene“ Kopie des im Krieg zerstörten Lederer-Denkmals von 1926 auf den 50 Millionen teuren, neuen Rathausplatz zu setzen), kann Düsseldorf, Heines Geburtsstadt, sich doch mit einem bedenkenswert umstrittenen Ergebnis schmücken.
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Die neue Schallplatte
Olivier Messiaen: „Meditations sur le Mystère de la Saint“ Trinité.“ Offenbar muß man heutzutage mehr noch als je zuvor die Privatinitiative ergreifen, um eine Schallplatte herauszubringen, die neben dem sauberen Klanginhalt auch noch einen gewissen Informationswert besitzt Rudolf Innig, Schüler von Gaston Litaize und Michael Schneider, dazu Vertrauter des Komponisten, Leiter einer Musikschule im Münsterland und mit Messiaens Orgelmusik unterwegs und bei den Coesfelder Messiaen-Tagen hervorragend herausgekommen, hat sich jetzt schon zum zweitenmal den Luxus geleistet, in einem zwar professionellen, aber kleinen privaten Studio ein Doppelalbum herstellen zu lassen, das (nach der „Nativité du Seigneur“) Messiaens „Betrachtungen über das Geheimnis der heiligen Dreifaltigkeit nicht nur in künstlerischer und technischer, sondern auch pädagogischer Hinsicht optimal bietet.
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„Ich möchte Filme, die niemand versteht“
Die Autobahn in den Gehirnen
Ich kann keinen Schauspieler aus Berlin nehmen, den ich nicht kenne. Ich kann eine Förderung von Berlin nehmen, weil Geld anonym ist.
Von Herbert Achternbusch
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Filmtips
„Asphaltnacht“ von Peter Fratzscher (Buch, Regie und Schnitt) erzählt von einer langen Samstagnacht in Westberlin und, wie man sie überleben kann mit Musik.
- Lebensart
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...und was sie hat, das will sie nicht
Sie lächelt siegessicher von Kinoplakaten. Sie triumphiert in Schlagzeilen. Sie steht ihren männlichen Gesinnungsgenossen stolz zur Seite, ist topmodern und hat gute Chancen, ein Heer von Anhängerinnen um sich zu versammeln: die Aussteigerin.
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Christian Fürchtegott Geliert
Auf dein Wohl, holde Narhallesin!
Sie sind nich’ von hier“, stellte sie fest. Sie meinte, sonst wüßte ich, daß zu karnevalistischen Veranstaltungen, einem Kreppelkaffee, einer Fremdensitzung, Funzelsitzung, Prunksitzung die Eintrittskarte bereits im Oktober bestellt werden müsse.
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J.M-M.: Bi-Da-Lou
Die drei Silben Bi-Da-Lou werden in Frankreich jetzt oft genannt. Bi-Da-Lou – so klangvoll lautet der Name eines Richters, den seine Obrigkeit kürzlich vom Dienst entbunden hat.
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In der Stadt, im Wald wie in der Badeanstalt begegnet man einer neuen Spezies
Ohren-Droge
Kennen Sie das schon? Vor dem Mund tragen sie etwas, was man „Brüllkörbchen“ nennt. Die sind wie Maulkörbe geflochten, nur vielviel feiner, und innen sind sie mit einem schalldämpfenden und speichelverdunstenden Polster ausgeschlagen, das auf akustische Signale kleine, schmackhaft stimulierende Lusttröpfchen in den Mund spritzt.
Von Manfred Sack
- Studium
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Schüler-Schummeleien und Bummelstudenten
Es gehört zu den Pflichtübungen kritischer Menschen, die, in die Zukunft blickend, nur schwarz sehen, wenn wir nicht alle grün werden, die zu Technologie verdammen.
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Der vertuschte Klassenkampf
Das war nicht immer so. Helmut Schelsky – gemeinhin nicht als Linksradikaler bekannt – warb 1961 für „die Notwendigkeit, die Schulpolitik zu politisieren“.
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Ernst Weißerts pädagogisches Vermächtnis
„Ich muß lehren“
Der Vater der Waldorfschulen hat der öffentlichen Schule ein Beispiel gegeben
Von Hellmut Becker
- unzugeordnet
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Altes im Neuen
Waren das noch Zeiten, als sich die Weißen von Kulis mit Sänften über Land tragen ließen! Aus den Erlebnisbriefen, die der Bremer Kaufmann Heinrich Wilhelm Wilshusen von seinem Aufenthalt im Reich der Mitte hinterlassen hat, und zwar aus der Spätphase des abendländischen Kolonialimperialismus zwischen Boxeraufstand und Erstem Weltkrieg, spricht das Hochgefühl der China-Europäer, die bei einem nicht eben anstrengenden Alltag ihre Machtüberlegenheit über das technisch rückständige Land auskosteten, sich die Annehmlichkeiten seiner alten Kultur jedoch gefallen ließen.
Von Karl-Beta Janssen
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Afrika
Anschauung aus dem Tschad
gen – gleichermaßen vernachlässigten Volkes, findet hier anschauliche Rückblicke und frisches Anschauungsmaterial. Was beispielsweise aus der alltäglichen Praxis der französischen Kolonialverwaltung (die Franzosen hatten 1899, von Brazzaville kommend, die Grenzen des Tschad erreicht) zitiert wird, hat für manchen Leser heute Enthüllungscharakter.
Von Gunter Peus
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Die Palästinenser in Israel
Ende der Mythen?
Seit sich „sogar westliche Politiker“ immer eindeutiger zum palästinensischen Selbstbestimmungsrecht bekennen, seien der deutschen Solidaritätsbewegung mit den Palästinensern „der Wind aus den Segeln genommen, die traditionellen Israel-Freunde still geworden“.
Von Herwig Bierhoff