• Ausgabe 16/1981

    Ausgabe 16/1981

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Der Attentäter von Washington

    Ein Mordschütze aus bestem Haus

    Was um Himmels willen hat er eigentlich gewollt?“ Ronald Reagans erste Frage nach seiner Notoperation am 30. März konzentrierte die Ratlosigkeit Amerikas angesichts des 25jährigen Attentäters John Warnock Hinckley jr.

  • Wolfgang Ebert

    Nächtlicher Anruf

    „Darum rufe ich Sie an. Um Ihnen ein paar Tips zu geben. Vor allem: Lassen Sie sich nichts anmerken. Also erkundigen Sie sich besser nicht danach, wie es ihm geht, und ob er in Washington noch etwas zu sagen habe.

  • Recht zur Stellungnahme – aber selbstkritisch

    Kirchliche Erklärungen sind oft blasser als es dem harten Ernst des Evangeliums entspricht

  • Was soll, was darf die Kirche?

    DieKirche kann und soll interpretieren, was christlich und was unchristlich ist, und sie soll dies auch laut sagen. Aber die Kirche besteht aus Menschen, und diese sind fehlbar, sind der Versuchung zugänglich, entbehren oft des Mutes; darum hat die Kirche keineswegs immer recht.

    Von Marion Gräfin Dönhoff

  • Waffen allein reichen nicht

    Alles ruhig an der Straße von Hormuz, aber: Ein Sicherheitskonzept für den Golf fehlt

    Von Andreas Kohlschütter

  • Worte der Woche

    „Hier wird nach dem Grundgesetz regiert, und das sieht nun nicht mal vor, daß alle möglichen Bewegungen und Artikelschreiber im Stern oder in der Quick die Entscheidungen treffen.

  • Zeitspiegel

    Der Ältestenrat des Bundestags hat am Ende nur noch eine Art von Sterbehilfe geleistet, als er vorige Woche sein ehrgeiziges Projekt aufgab, dem Parlament in Bonn ein neues Haus zu bauen und seinen Mitgliedern zugleich ausreichend Arbeitsraum zu verschaffen.

  • Am 10. Mai wählt Frankreich seinen Präsidenten. Die Linke ist gespalten, die Kommunisten spielen eine zwielichtige Rolle

    Der Mann mit der Maske

    Wie KP-Chef Marchais einen Sieg des Sozialisten Mitterrand zu verhindern sucht

  • Die Auseinandersetzung über die Nachrüstung bringt die SPD in große Schwierigkeiten. Wie will die Regierungspartei der Protestbewegung gegen die Atomraketen begegnen?

    „Nicht verteufeln – argumentieren“

    ZEIT-Interview mit dem stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Horst Ehmke

  • und der katholische Theologe Karl Rahner.

    Seelsorge ja – politische Einmischung nein?

    Verkündigung wird unglaubhaft, wenn sie im privaten Bereich stecken bleibt / Von Heinrich Albertz

    Von Heinrich Alberte

  • Deutsch-deutsche Besiehungen

    Verhältnis im Wartestand

    Vor der roten Ampel an der Ecke Schönhauser Allee/Gleimstraße in Ostberlin stoppt heben Klaus Böllings Dienst-Mercedes ein „Trabbi“.

    Von Carl-Christian Kaiser

  • Das Leben als Waffe

    Unsere Gesellschaft hat den Tod ausgesperrt, Tote Kinder im Straßenverkehr, Selbstmordwelle an den Oberschulen, Atomwaffen auf deutschem Boden – lieber nicht daran denken.

  • Wirtschaft
  • Bonner Kulisse

    Manfred Emcke, der Hamburger Unternehmensberater, dessen industriellen Sachverstand sich Verteidigungsminister Hans Apel ins Haus geholt hat, um die Lotterwirtschaft bei den großen Beschaffungs-Projekten abzustellen, wird den Steuerzahler nun doch einiges kosten.

  • Ost-West-Handel

    Angst vor falschen Signalen

    Der US-Agrarminister John R. Block erfuhr es auf einer Cocktailparty: Der französische Botschafter habe Außenminister Alexander M.

  • Umweltschutz

    Die Pappkameraden machen mobil

    Der Minister vergaß die guten Manieren. Unter den Blicken einer amüsierten Zeugenschar führte Gerhart Rudolf Bäum ohne Umstand die Pulle zum Mund und nahm einen vollen Schluck.

  • Neue Maßstäbe gesucht

    Im I. Quartal 1981 schließen die meisten deutschen Aktienindices mit einem kleinen Plus ab. Das ist beachtlich, wenn das Umfeld betrachtet wird, in dem sich dieser Anstieg abgespielt hat: schwache Mark auf den Devisenmärkten, sich verschärfende Polenkrise, Rekordzinsniveau auf dem Kapitalmarkt und düstere Konjunkturaussichten.

  • Seit über zehn Jahren ist die CDU in Bonn in der Opposition. Hat sie die Zeit genutzt, um neue Ideen zu wichtigen politischen Themen zu entwickeln? Welche Alternativen haben Unions-Politiker zu bieten?

    Kein Ende der vielen guten Dinge?

    Die Kosten für unser Gesundheitswesen klettern unaufhaltsam weiter, wie die jetzt vorliegenden Zahlen der gesetzlichen Krankenversicherungen für 1980 beweisen.

    Von Kurtfaltlhauser

  • Kernkraft

    Der Glaube soll Berge versetzen

    So richtig glaubt eigentlich kaum noch jemand an den Vollzug des deutsch-brasilianischen Atomabkommens. Zu den wenigen Gläubigen gehört aber ganz sicher Helmut Fritz Oskar Völcker, Vorstand der STEAG in Essen, Diplomphysiker und seit 20 Jahren mit der Kerntechnik verbunden.

    Von Wolfgang Hoffmann

  • Sündigen tun sie alle

    Auch mit Milliarden-Subventionen ist die europäische Stahlkrise nicht zu lösen

  • Bonn will die Investitionen nicht mit Milliardensummen, sondern durch den Abbau von Hemmnissen stärker fördern

    Einsicht in die Notwendigkeit

    Mit ihren neuen Beschlüssen zur Förderung der Investitionen ist die Bundesregierung auf gutem Wege. Denn diese Beschlüsse dienen einerseits dem Strukturwandel der deutschen Wirtschaft, sind andererseits aber nicht so aufwendig, wie viele befürchtet haben.

    Von Dieter Piel

  • Mitbestimmung

    Stilfrage

    Zum guten Stil des politischen Umgangs in einer Demokratie gehört es, daß man sich mit dem politischen Gegner oder anderen Gruppen an einen Tisch setzt, um Probleme zu beraten.

  • Das Geld der Scheiche

    Ob nun direkt bei den Saudis, bei einem der anderen großen Überschußländer oder auf dem Umweg über die internationalen Kapitalmärkte: Irgendwo werden wir in diesem Jahr wieder Geld leihen müssen.

    Von Michael Jungblut

  • Fernost

    Die Furcht des Meisters vor dem Lehrling

    Die wachsende Wirtschaftskraft der Konkurrenten Südkorea und Taiwan macht den Japanern Sorge

    Von Helmut Becker

  • Nicht nur in der Bundesrepublik werden bezahlbare Wohnungen knapp, unsere europäischen Nachbarn haben ähnliche Probleme. Wie sie damit leben, schildert eine ZEIT-Serie.

    Vier Wände um jeden Preis

    Nicht nur auf dem Rasen hat der Star Erfolg: Als der Fußballclub Roma im vergangenen Jahr den Brasilianer Paulo Roberto Falco für drei Millionen Mark engagiert hatte, fand sich keine Wohnung für den Kicker.

    Von Friedhelm Gröteke

  • Subventionen

    Taktik

    Vergangene Woche in Bonn: Der Bundestag läßt in öffentlicher Anhörung die Vertreter verschiedener Interessenverbände zu Wort kommen, die sich allesamt gegen die von der Bundesregierung vorgeschlagene Streichung einzelner Subventionen (etwa der Sparförderung) wehren.

  • Hoffen auf den 29. Juli

    Auf dem gesellschaftlichen wie dem touristischen Merkblatt ist in diesem Jahr die königliche Hochzeit am 29. Juli die große Attraktion.

  • Die Deutsche Bank deklassiert ihre Konkurrenten

    In keinem Jahr der Nachkriegszeit klafften die Ergebnisse der drei deutschen Großbanken so weit auseinander wie 1980. Von dem jahrelang geübten Dividendengleichschritt kann keine Rede mehr sein.

  • Hannover-Messe

    Optimismus

    Dann begann in Hannover eine Messe, eine Ausstellung für Industrie-Erzeugnisse – und schon ist alles anders: Mut hat sie plötzlich gefaßt, die deutsche Wirtschaft; Optimismus beherrscht die Schlagzeilen.

  • Wettbewerbspolitik

    ,,Manche Fusion wird erst gar nicht versucht...“

    ZEIT: Herr Schlieder, zehn Jahre lang waren Sie als Generaldirektor für Wettbewerb bei der EG-Kommission der Mann, der Europas Bossen das Fürchten gelehrt hat.

    Von Hans-Hagen Bremer

  • Wissen
  • Ben Witter

    Nebbich

  • Bonn will von denen, die sich im Auto nicht anschnallen, Bußgeld kassieren

    Immer neue Zwänge

    Die Stewardeß sagt es in zwei oder drei Sprachen: „Wollen Sie sich jetzt zum Start bitte anschnallen und die Rückenlehnen Ihrer Sitze senkrecht stellen.

  • Kein Mitenand

    Mit einer seit Jahren unerreichten Mehrheit – 1,3 Millionen gegen 252 000 Stimmen – hat das Schweizer Volk am Wochenende die „Mitenand“-Initiative für eine neue Ausländerpolitik verworfen.

  • Das Himmelfahrtskommando

    Nach langer Zwangspause starten die Amerikaner wieder ins All – diesmal mit einem Raumschiff für den Pendelverkehr

    Von Günter Haaf

  • Deutschland - ein Jammertal?

    Eine Nation in Ungewißheit: Kommt er oder kommt er nicht, der neue Konjunkturauf-Schwung. Fast vor unserer Haustür kämpfen die Polen um ihre nationale Existenz; die Vereinigten Staaten wagen einen politischen und rüstungswirtschaftlichen Kraftakt, um die kommunistische Expansion zu stoppen; die Kombination von islamischem Fundamentalismus und Herrschaft über die Erdölquellen stellt eine ständige Bedrohung der Energieversorgung der westlichen Welt dar.

    Von Diether Stolze

  • Volksfronten

    Das Bild Hatte Seltenheitswert: Der Vorsitzende der moskautreuen Deutschen Kommunistischen Partei, flankiert von Bundeswehrsoldaten in Uniform, marschiert an der Spitze eines antiamerikanischen Demonstrationszuges auf den Bonner Marktplatz.

  • Gesprächsfaden

    Die polnischen Wechselduschen halten an. Husak droht, Breschnjew beschwichtigt, Washington poltert, Bonn betet. Bundesaußenminister Genscher ist mit dem Gefühl aus Moskau zurückgekehrt, die westlichen Warnungen vor einer sowjetischen Invasion Polens seien verstanden worden.

    Von Th. S.

  • Doch während bei uns die jungen Leute aufstehen und „Randale“ machen, halten Frankreichs Söhne und Töchter sich zurück.

    Sie sind einfach braver

    Reine Proteste, keine Demonstrationen: Warum ist Frankreichs Jugend so ruhig?

  • Flug mit Hindernissen

    Ein Captain wie Carrell

    Das Fluggeräusch des Lufthansa-,,Airbus“ war schon kurz nach dem Abheben anders als gewohnt. Ein bißchen zu laut, ein bißchen zu rauh, dachte ich und legte die Morgenzeitung auf den freien Nebensitz: Mal horchen, wie es weitergeht.

  • Reisen
  • Für Sattelfeste: Mit dem Fahrrad auf Stadtrundfahrt

    In Wien gibt es Radfahrwege unter anderem im Prater, in der Lobau und von Nußdorf an der Donau entlang ins Kahlenbergerdorf.

  • Kurz und fündig

    Eine Rundreise an der Ostküste der USA für Behinderte bietet das Reisebüro Bangemann (Lister Meile 78, 3000 Hannover) an. Auf dem Programm stehen Aufenthalte in New York, Washington, Orlando und Miami.

  • Zypern: Tips von der deutschen Botschaft

    Zypern ist de facto ein geteiltes Land“, beginnt der Handzettel der diplomatischen Vertretung der Bundesrepublik in Nikosia.

  • Frühlings-Erwachen

    Kurgymnastik: Cha-Cha-Cha und Rumba verordnen die Heilbäder und Kurorte im Tegernseer Tal ihren Kurgästen als Bewegungstherapie.

  • Hochosterwitz: Auf ewig ungeteilt

    Kärntens prachtvolles Wahrzeichen, die Burg Hochosterwitz, ward von ihrem Erbauer, dem Fürsten Georg Khevenhüller, auf. das trefflichste geschützt gegen den bösen Feind.

  • Damen ohne Begleitung: Immer im Hintergrund

    Nicht immer ist für alleinreisende Frauen – und ihre Zahl ist nicht unerheblich – Reisen reines Vergnügen. Den schweren Stand, den Frauen haben, wenn sie allein Urlaub machen, beklagt Liese-Lott Mergert in einem Leserbrief.

  • Kuren in Italien

    Baden, schlafen, tafeln

    Ein Wunder ist es schon, dieses Abano im Schwemmland der oberitalienischen Tiefebene, vor der Kulisse der euganeischen Berge, die aussehen wie plötzlich erstarrte Blubberblasen aus vulkanischer Tiefe.

    Von Jürgen Brauerhoch

  • Für alleinfliegende Kinder: Comics und Cockpitbesuch

    Die Betreuung alleinreisender Kinder läuft bei den meisten Fluggesellschaften (nach internationalen Vereinbarungen) ähnlich ab.

  • Tips und Trips

    Preiswerte Busfahrten bieten die Hamburger Studenten- und Schülerreisen SSR (Rothenbaumchaussee 61, 2000 Hamburg 13) an. So kostet zum Beispiel die Fahrt von Hamburg nach Kopenhagen und zurück 55 Mark, von München nach Athen und zurück 233 Mark oder von Hamburg nach Amsterdam und zurück 84 Mark.

  • Auto
  • British Leyland

    Alles auf den „Mini Metro“ gesetzt

    Selten hat man bei der Vorstellung eines neuen Automodells – gewöhnlich ein Anlaß für Fanfarenstöße der Industrie – so beschwörende Töne gehört wie jetzt bei der Präsentation des neuen Autos von British Leyland, des „Mini Metro“.

    Von K. V.

  • DIE ZEIT
  • Hübsch sollten sie schon sein

    Die Ausstellerfirmen der Hannoveraner Messe engagieren jedes Jahr rund 3500 Mädchen und Frauen als Hostessen. Die Anzeige „Messe-Hostessen gesucht“ in der Lokalpresse wird allerdings oft mißverstanden, weshalb Fritz-Heinz Schatz, der Dienststellenleiter des Messe-Arbeitsamtes, lieber von „Standhilfen“ spricht.

  • Seine letzte Bitte wurde nicht erfüllt

    Unmittelbar vor seinem Tod, als er in der klaren Erkenntnis, an seiner schweren Verwundung sterben zu müssen, noch versuchte, Befehle zu geben und die Schlacht, seine letzte und größte, weiter zu lenken, sagte er plötzlich in seiner Hilflosigkeit zu einem befreundeten Offizier: „Werft mich nicht über Bord, Hardy.

  • Ökologie und Ökonomie

    Die Bauern sind zornig

    Der Zorn, der sich im Flur des Verwaltungsgerichts Stade’ entlud,galt Naturschützern. Jahrelang waren die Bauern mit Öffentlichen Geldern gefördert worden.

    Von Dörte von Westernhagen

  • Zwei große Unternehmungen, Literatur-neu zu sehen

    Auf der Wiese der Soziologie

    Früher hieß es verächtlich: „Wem zur Sache nichts einfällt, der redet von der Methode“. Dann war es eine modische Zeitlang eher umgekehrt.

    Von Reinhold Grimm

  • Lexikon der Utopien

    Schönes Nirgendwo

    Das Wunderland Utopia ist älter als sein Name. Dieser wurde erst 1516 aus humanistischer Heiterkeit hervorgedacht. Der uralte Traum vom glücklichen Leben war auch zuvor zu allen Zeiten und Zonen bekannt.

  • Springer-Boykott & Gegen-Boykott – ein Offener Brief an den Verleger Axel Caesar Springer

    Geben Sie mich frei

    Während der Tagung des PEN-Zentrums Bundesrepublik Deutschland im September 1980 in Bremen haben 52 konservative, bürgerliche und linksengagierte Schriftsteller erklärt (und andere dazu aufgefordert), nicht mehr in Zeitungen des Springer-Konzerns mitzuarbeiten, „weil er die Leser betrügt, wenn er behauptet, überparteilich und unabhängig zu sein“ (ZEIT Nr.

    Von Jochen Ziem

  • Nicht Star, nicht Kultfigur

    Sie hatte schon mit 22 Jahren in vierzehn Filmen gespielt, aber erst mit dem fünfzehnten kam – 1976 – der Durchbruch. Er war von dem Schweizer Regisseur Goretta, hieß bei uns „Die Spitzenklöpplerin“ und machte die aus einem kleinen Ort bei Paris stammende Isabelle Huppert weltbekannt.

  • Schmetterlingsbrötchen auf dem Heiligen Berg

    Es geht bergauf. Seit Jahrtausenden gibt es diese Stufen: eine überdimensionale Treppe aus Granit, vom Fuße bis zum Gipfel des 1524 Meter hohen, heiligen alten Berges Tai Shan.

  • Tagebuch? Protokoll? Roman? Das Buch eines Autors und Schauspielers aus der DDR

    Ehrlich die Unwahrheit sagen

    Arnheim geht, Rohdorf bleibt, Nießwandt stirbt. Arnheim, der Star-Schauspieler, gibt seine privilegierte Existenz auf und stellt einen Ausreiseantrag.

    Von Hans C. Blumenberg

  • Waffeln statt Waffen

    Mehr als zwanzigtausend – so die Angaben der Veranstalter, nach anderen Schätzungen, zwölf- bis fünfzehntausend – demonstrierten in der Bundeshauptstadt.

  • Amerika nach Vietnam: Zweifelnde Suche nach Glück-27 Short-Stories einer – jungen Autorin

    Perlen und Asche

    Von Rolf Michaelis Eine Er an denkt nach über die Macht, die sie über Männer hat. Glück erlebt sie selten. Das – weiß sie – kann sie sich selber verschaffen.

  • Monika Köhler: „Die Früchte vom Machandelbaum“

    Trauerarbeit? Rührstück?

    Monika Köhler erzählt in ihrem ersten Roman „Die Früchte vom Machandelbaum“ vom Nazi-Terror, wenn sie sich zur fiktiven Tochter des realen Obersturmbannführers August Hirt macht, der dem „Ahnenerbe“ der SS angehörte und als Professor der Universität Straßburg für grauenhafte Menschenversuche verantwortlich war.

    Von Armgard Seegers

  • Nach der Massenverhaftung

    Obszöne Gedanken

    Zur gleichen Zeit wurden im Münchner Kultusministerium Überlegungen angestellt, öb denn nicht gegen Glaser disziplinarisch vorzugehen sei; freilich nicht, weil er 141 Leute verhaftet, sondern sich über den inzwischen historischen Vorgang geäußert hatte.

    Von Helge Cramer

  • Theater: ,,Perikles“ in Hamburg

    Shakespeare sucht Atlantis

    Es gibt auch gute Nachrichten vom Theater. Die beste kommt jetzt aus Hamburg: Dort hat der Argentinier Augusto Fernandes im Schauspielhaus ein Stück von Shakespeare inszeniert, das kaum einer als ein Stück von Shakespeare kennt: „Perikles, Fürst von Tyrus“, Romanze, Schauerdrama, Zauberstück.

    Von Norbert Grob

  • Die 31. deutsch-englischen Gespräche

    Mutmaßungen über Mr. Murphy

    Der Bundeskanzler zeigte sich so aufgeräumt wie schon lange nicht mehr. „Haben Sie keine Angst, daß ich eine politische Rede über die Europäische Gemeinschaft halte“, sagte er den Teilnehmern des 31.

    Von Theo Sommer

  • Jugoslawien: Aufstand in Kosovo

    Der Aufstand von Studenten und Arbeitern in der Provinz Kosovo stürzte Jugoslawien in die erste schwere politische Krise seit Titos Tod.

    Von Gerhard Spörl

  • Oper: Luc Bondy inszeniert, Christoph von Dohnányi dirigiert (wieder)

    Zu kluge arme Leut’

    Das doppelte Gesicht des Erfolges: Nach der Berliner Uraufführung des „Wozzeck“ im Dezember 1925, so berichtet Theodor W. Adorno, habe er bis spät in die Nacht mit dem Komponisten in der Stadt umhergehen und ihn trösten müssen – wenn das den Leuten so gefalle, habe Alban Berg gemeint, so müsse an der Sache etwas nicht stimmen.

    Von Heinz Josef Herbort

  • „Siddharta“: Literarischer Lustgewinn wie in der Diskothek

    Hesse in Italien

    Das Buch „Siddharta“ bildet in Italien den Wellenkamm der posthumen Seitenflur des Weltliteraten Hermann Hesse. Kein Schnellstarter: bis 1973 betrug die Gesamtauflage.

  • Auf dem Südalpenweg Österreichs Grenze entlang

    Auf Wollsocken das Ferlacher Horn besiegt

    Ein einsamer Wanderer erprobte, den Schlafsack als Rettung, in den Karawanken seine Strapazierfähigkeit / Von Günther Lehofer

  • Neue US-Nahost-Strategie

    Im amerikanischen Außenministerium gewinnt der Verdacht an Gewicht, daß die Unruhen im Libanon von den Sowjets über ihre syrischen Freunde inszeniert wurden.

  • Auf dem Fernwanderweg von Oberstdorf nach Meran

    Ungewaschen läuft sich’s besser

    Die These, wonach es beim Bergwandern niemals schlechtes Wetter, sondern immer nur schlechte Ausrüstung gibt, erwies sich schon nach der ersten Etappe auf dem langen Weg vom Oberallgäu nach Südtirol als nur sehr bedingt haltbar: Der Dauerregen, der uns am Bahnhof in Oberstdorf, unserem Ausgangspunkt, empfangen hatte, blieb uns auch beim Aufstieg von Spielmannsau zur Kemptener Hütte (1845 Meter) treu: Seitlich von den Felsen hereinbrechende Wassergüsse taten ein übriges, um trotz Regencape, Anorak oder dem in Bergeshöhen keineswegs mehr verpönten Regenschirm die Nässe bis auf die Haut durchdringen zu lassen.

  • Studie über Aussteiger

    Die Studie trägt den Titel „Zur alternativen Kultur in der Bundesrepublik“ und ist von Familienministerin Antje Huber dem Bundeskanzler zugeleitet worden.

  • Umsturzversuch in Thailand

    Putsch der Obristen

    Äußerlich scheint Thailand zum Normalzustand zurückgekehrt. Der Premierminister und Oberbefehlshaber der Armee, General Prem, residiert wieder in seinem Amtssitz in Bangkok, die Anführer des gescheiterten Umsturzes sind – unter offiziellem Geleitschutz – ins Ausland „geflüchtet“.

    Von Gabriele Venzky

  • Land und Stadt

    Diese „Griechische Landschaft“, ist eine der schönsten, mit den erdigen, intensiven fahlen Farben und dem ruhigen Rhythmus aber auch eine der charakteristischsten Lithographien von Herbert Breiter.

  • „Mauschwitz“: Kann man über Faschismus, Folter, Sadismus, Mord in Bilder-Geschichten sprechen und – lachen? Art Spiegelmans „Gesammelte Comic strips“

    KZ im Comic

    Hitler und die Nazis – ein endloses ästhetisches Projekt? Die Monstrosität dieser Figuren, die Faszination durch Faschismus scheint sich in Katastrophenzeiten zu aktualisieren.

  • Adam Seides erster Roman: „Im Zustand wie gesehen“

    Eine Stadt wie jede andere

    Die fahlste aller Städte“ – Stefan Georges Hannover-Klischee ist noch immer nicht ganz ausgeräumt, trotz Henning Rischbieters stattlichem zweibändigen „Hannoverschen Lesebuch“, in dem er zeigt, was zwischen 1650 und 1950 „in Hannover und über Hannover geschrieben, gedruckt und gelesen wurde“.

    Von Christian Gneuss

  • Die Leiden des jungen Klett

    Bestimmte Zeiten fordern und fördern eine defensive Literatur, also weder eine analytische, noch eine vorausgreifend entwerfende, schon gar keine spielerische, sondern eine, die sich gewissermaßen selber über die Schulter nach hinten blickt, um die jeweils jüngste Vergangenheit nacherzählend zu sammeln und zu bedenken.

  • Fernseh-Kritik

    Konkret und witzig

    Eine gute Idee, eine richtige Sendezeit, eine vortreffliche crew: Das Projekt, acht Schriftstellerinnen, Frauen allesamt, die ihr Handwerk verstehen, über Probleme ihrer Generation schreiben zu lassen, knapp, traktathaft, anschaulich und beispielhaft, verdient Zustimmung, – und dies um so mehr, als schon die erste von zwölf Folgen zeigte, was jemand aus fünfundzwanzig Minuten machen kann: keine Verfolgungsjagd, keinen Sentimentalitätenaustausch am amerikanischen Familientisch, keine Schnulzenjagd im Glitzerschuppen, auch keine „Kunst“.

  • Fernseh-Zeit

    Ein Aufstand, der nichts kostet

    Donnerwetter, geben die sich keck! Die Aufmüpfigen in ARD und ZDF nennen ihren Klub in koketter Untertreibung „Redaktionskollegium“.

  • Er war’s

    Der Mann, der mit seiner Kunst und seinem Wissen nicht reich wurde, sich allerdings großes Ansehen erwarb, war der Arzt und Naturforscher Paracelsus, eigentlich Theophrast von Hohenheim – nach dem schwäbischen Stammsitz seines Geschlechts (1493 bis 1541).

  • Bücher im ‚Jahr der Behinderten“

    Ins Dunkel horchen

    Da wird ein Achtundzwanzigjähriger wegen Mordversuchs an einer jungen Millionärsfrau zu lebenslänglicher Strafe verurteilt. Das geschah 1973.

  • Ohnmacht der Allmacht

    Er habe es immer für eine seiner wichtigsten Aufgaben gehalten, dafür zu sorgen, daß „Oper“ wieder als „Theater“ akzeptiert und respektiert werde.

  • Rudern: Karl Adams beschwerliches Erbe

    Ein Trainer geht über Bord

    Die Leinen sind gekappt. Nichts geht mehr zwischen dem Deutschen Ruder-Verband (DRV) und dem Bundestrainer Manfred Rulffs. Seit dem 1.

    Von Gerhard Seehase

  • Medizin mit fetten Rechnungen

    Die Straße der Öl-Sanitäter

    Auf manchem Stockwerk arbeiten mehr als zwanzig Ärzte. Die Konsultationsräume sind oft winzig, ein kleiner Schreibtisch, hinter dem Paravent die Untersuchungsliege, ein Waschbecken, darüber ein einfacher Glasschrank, der Teppich gebraucht und die Gardinen undurchsichtig – aus.

  • Italien: Zweifelhafter Erfolg

    Wieder kann sich Italiens Polizei rühmen, mit Mario Moretti einen der gefährlichsten Terroristen gefaßt zu haben. Doch die Zweifel, ob damit dem polit-kriminellen Untergrund wirklich der „entscheidende Schlag“ versetzt ist, sind durch neue Morde erhärtet worden.

  • Das Verschwinden der Furie des Verschwindens

    Die Furie des Verschwindens“ heißt der jüngste Gedichtband von Hans Magnus Enzensberger. Das Schlußgedicht, „Die Furie“, endet mit den inzwischen schon vielzitierten Zeilen: „.

    Von Gisela Lindemann

  • Warum...

    ... starren Menschen so gekannt auf ihr Gepäck, wenn es am Flugplatz auf jenem Stainless-Steel-Fließband heranrutscht? Kein braungebranntes Freizeithemden-Ehepaar spricht mehr untereinander, das Turnschuh-Pärchen zündet sich die Gauloise ohne Filter an, der auf dem Flug von Marokko in Düsseldorf zugestiegene Nadelstreifen-Herr stiert auf das Samsonite-Köfferchen mit dem Nummernschloß.

  • Drei Herzen und viele Gesichter

    Japaner sind anders. Sie haben viele Gesichter und auf jeden Fall drei Herzen, heißt es. Ein falsches Herz tragen sie für den täglichen Gebrauch auf der Zunge.

  • Sprachexperimente um Kopf und Kragen

    Das Wiener Wunderhorn

    Ernst Jandl hat meines Wissens noch nie dünne Bücher geschrieben, wie sie sonst bei Lyrikern beliebt sind, jene ausgezehrten Bändchen mit den erfrorenen, abgemagerten Titeln, oft wie von Vegetariern für andere Körneresser und Schrotanbeter geschrieben, nur ja nichts Schweres.

  • Ein Zentralarchiv hat zwar schon 5900 Werke von 1000 weiblichen Komponisten registriert, aber ...

    Müssen Frauenzimmer Komponieren?

    Schallplatten mit Kammermusik vor allem von Clara Schumann und Fanny Mendelssohn

  • Zeitlese

    Kein Tag vergeht, an dem der Leser einer Zeitung nicht mindestens einmal dem Wort Krise begegnet. Anlaß also für unsere Wissenschaftler, sich mit diesem Begriff zu beschäftigen.

    Von Aus: auto weit

  • Don McCullin: „Homecoming Von Norbert Denkel

    Verwirrend direkt

    Meine ganze Photographie hat was mit Menschen zu tun. Rund um die Welt habe ich Sorgen, Krieg und Hungersnot mit angesehen. Ich weiß aber auch, daß wir das Desaster ebenso im eigenen Land haben.

    Von Norbert Denkei

  • Am Sonnabend beginnt in Ost-Berlin der X. Parteitag der Sozialistischen Einheitspartei. Die Situation und das Selbstverständnis der DDR beschreibt unser Korrespondent,

    Hager, Honecker und J. W. v. Goethe

    Ein alter Schnack in sozialistischen Ländern lautet, daß alles zwar schlechter geht als gestern, aber bestimmt noch besser als morgen.

  • Japan – ein Bauernstaat

    Ebenso wie in der Bundesrepublik sind auch im Industriestaat Japan die Bauern nur noch eine Minderheit. Aber noch besser als die grüne Lobby in Bonn verstehen es Nippons Bauern, ihre Interessen gegen die der Mehrheit durchzusetzen, den eigenen Lebensstandard auf Kosten der Allgemeinheit zu erhöhen.

    Von Helmut Bedcer

  • Nach der festgefahrenen Nationalstiftung und der umstrittenen Stiftung Ludwig gibt es jetzt einen neuen Stiftungsplan aus Baden-Württemberg

    Die Kunst braucht Stifter - möglichst viele

    Zuerst soll das gesagt werden, was im Laufe der Geschichte und beim Referieren der Komplikationen und Querelen in Vergessenheit geraten wird: die Tatsache, daß es hierzulande, seit einiger Zeit potentielle Stiftungen und Stifter gibt, die sich der notorisch unterernährten Kunst annehmen wollen, ist ohne jede Einschränkung erfreulich.

  • Zwei Wissenschaftler schreiben einen Roman

    Vater, Tochter, Bett, Protest

    In ihrem Roman „Ein Mann ohne Klasse“ (1979; suhrkamp taschenbuch 528) beschrieb das Autorenteam Helmut Junker und Jochen Link den Ablauf einer Woche, im Leben des Düsseldorfer Ministerialbeamten Christoph.

    Von Norbert Sdiachtsiek-Freitag

  • Filmtips

    „Der gelbe Stern“ von Dieter Hildebrandt, unter wissenschaftlicher Mitarbeit Gerhard Schoenberners, produziert von der rührigen „Chronos“-Film aus Berlin.

  • Fernseh-Vorschau

    Neonazi-Deutschland

    So viel Realität im Deutschen Fernsehen? Waffenschmuggel und (falsche) Sanierung, Arbeitslosigkeit und Neonazismus, Generations- und Ehekonflikte, Parteien-Filz und Gewerkschafts-Komplott – Max von der Grüns „Flächenbrand“, entstanden nach dem gleichnamigen Roman (1979), hat mehr mit unserer Wirklichkeit zu tun, als fast alles, womit das Fernsehen uns langweilt.

  • Während die Welt auf Polen blickte, sprach Außenminister Genscher im Kreml mit Breschnjew und Gromyko

    Entspannt zwischen den Alarmstufen

    Sie zankten und sie stritten nicht. Sie sprachen sieben Stunden „ohne Schärfe“ zueinander – nur mit sich reden ließen sie nicht.

  • Von den Schülern lernen?

    Lange Zeit fand man sie vor allem komisch, manchmal auch lästig: Dievielen Delegationen aus Japan, deren meist recht zahlreiche Mitglieder durch Fabrikhallen und Labors eilten, möglichst jedes Detail sehen wollten, in schlechtem Englisch Fragen über Fragen stellten, alles und jedes photographierten und sich pausenlos Notizen machten.

  • Gesellschaft
  • Manager und Märkte

    Zwei ehemalige Bonner Beamte räumen in der deutschen Schwerindustrie auf. Nachdem Ex-Staatssekretär Detlev Rohwedder mit Franz Josef Hufnagel das letzte deutsche Vorstandsmitglied aus der Gründungsphase des deutschholländischen Stahlkonzerns Estel los wurde, sprangen auch bei der bundeseigenen Salzgitter AG zwei Vorstandsmitglieder über die Klinge.

  • Agrarpreise einfrieren

    Schneider: Sie haben recht, eines der großen Ziele, nämlich der Einstieg in eine Reform der Agrarpolitik ist gescheitert. Ich glaube allerdings, daß der Druck der finanziellen Folgen, die sich auch aus den neuen Beschlüssen ergeben, so massiv sein wird, daß wir einfach gezwungen sind, endlich zu handein.

  • Singmäuse, Könige und Katzen

    Die große Schau“ heißt etwas TV-simpel die deutsche Neuausgabe eines englischen Kinderbuches, das 1892 unter dem Titel „Revolving Pictures“ in London erschienen war.

  • Mittelstand: Einigkeit macht stark

    Klagen allein nutzen ihm nichts, dem Mittelstand. Deshalb rafften sich vor vier Jahren fünfzehn kleinere Datenverarbeitungsfirmen zur Tat auf: Sie gründeten den Interessenverband „Impuls“.

  • Brabanter Erde in kleinen Plastiktüten

    Waterloo: Mit dem Schlachtfeld im fruchtbaren Land, Sinnbild der Niederlage, lassen dick heute gute Geschäfte machen

  • Sachbücher

    Die wichtigsten Informationen zu den Räuberinsekten (im Volksaberglauben als „Teufelsbolzen“ und „Satansnadeln“ bezeichnet) sind in diesem Photosachbuch so übersichtlich zusammengetragen, daß es bereits für Erstleser, gut lesbar ist.

  • Aktienseller

    Im März hat die Umsatztätigkeit auf dem deutschen Aktienmarkt deutlich zugenommen. Zu verdanken ist dies den Kaufaufträgen aus dem Kreis der reichen OPEC-Staaten.

  • Zeitraffer

    Besser, als es die erregte Diskussion über Wohnungsmangel vermuten läßt, war die deutsche Wohnungsbauwirtschaft beschäftigt: Das Statistische Bundesamt zählte knapp 390 000 Wohnungen, die 1980 fertiggestellt wurden, neun Prozent mehr als 1979.

  • Kinder- und Jugendbücher
  • Sachbuch?

    Kinderbücher im Barock

    Als Karl Hobrecker 1899 seine Sammlung alter Kinderbücher begann, waren sie noch, so beschreibt es Walter Benjamin in einem Aufsatz von 1924, „Makulatur“.

  • Wohlstandsmisere

    werden Emanzipationskonflikte und die aktuelle Situation Jugendlicher beschrieben: Langeweile – es ist „nichts los“ – Unverständnis und Bevormundung bei den Eltern, die vor Arbeit für Konsum kaum Zeit für ihre Kinder.

    Von Malte Dahrendorf

  • Der Krieg war mein Kinderbuch: Christoph Meckel über frühe Lektüren

    Die Bilder, die Bücher, die Bilderbücher

    Der letzte Mohikaner und Gullivers Reisen, Max und Moritz oder Struwwelpeter – Bücher, die ich las, besaß und liebte, aber sie waren nicht mein A und O.

  • Ein Roman über Krieg

    Kinderodyssee

    Es gehört zu den für Eltern oft schwer begreiflichen Sonderheiten einer vorwiegend mit optischen Reizen aufgewachsenen Kindergeneration, daß ihre Angehörigen bestimmte Geschichten erst als Film kennenlernen müssen, ehe man sie für das Buch begeistern kann.

  • Ein guter Anlaß

    Was du zu BITTERSCHOKOLADE sagst, daß der Roman dich gelangweilt hat, ist wohl das Beste, was sich sagen läßt. Ich habe das Buch gelesen und füge hinzu: Kinder, lest nicht Tom Sawyer und Pu der Bär! Blamiert euch nicht mit Alice im Wunderland! Laßt diese Bücher alte Schinken sein – lest Bitterschokolade! Das Buch ist glänzend und konzentriert geschrieben, ein wahrhaftiges, wichtiges, exemplarisches Buch, spannend unerschöpflich und unsentimental.

  • Jugendroman

    Rückseiten der Träume

    Durch den Sonderpreis, den man im Jahr der Frau 1975 dem Deutschen Jugendbuchpreis anhängte, wurde Angelika Kutsch bekannt. Mit ihrer Geschichte aus dem Arbeitsalltag einer Hauptschulabsolventin, ihrem dritten Buch, hatte sie ein weitgehend übersehenes Thema in die Jugendliteratur eingebracht.

    Von Rudolf Herfurtner

  • Kultur
  • Kritik an der Realpolitik

    Wende in den Köpfen?

    Erhard Eppler hat sich „den Zwängen politischen Leerlaufs“ ein bißchen entzogen, aber das sei keine Resignation, sagt er. Vielleicht könne das einige zum Nachdenken darüber veranlassen, „ob politisches Leben wirklich und unwiderruflich so sein muß, wie es heute ist.

    Von Aufn

  • Über die Wilden

    Einst lernte man schon aus den Jugendbüchern, was ein Massai ist: Angehöriger eines afrikanischen Stammes, der den kolonisierenden Engländern mordsmäßig zu schaffen machte.

  • Medien im Ostblock

    Molotow? Nie gehört!

    Ende der siebziger Jahre wollte ich in Moskau Stalins graue Eminenz, den uralten Ex-Außenminister Molotow, aufsuchen. Da es in der Sowjetunion keine offen ausliegenden Telephon- und Adreßbücher gibt, rief ich bei der Auskunft an.

    Von Christian Schmidt-Häuer

  • Zeitmosaik

    Es schreejet im Stubewage – en nöiie Mäntsch. Ganz altmödig isch er gmacht worde, und altmödig mues er emaal wider ab der Wält.

  • Porträt eines Verlages

    Manchmal auch ein Heidenspaß

    Die Auswertung des Materials durch ausländische Geheimdienste, so liest man gleich, ist ausdrücklich untersagt. Das Buch darf erst recht nicht in Leihbüchereien geführt werden.

    Von Manfred Sack'

  • Jede starb für sich allein

    In Dachau hatte man ihn totgeschlagen, vier Tage lang, ratenweise: den Bamberger Rechtsreferendar, Juden und Jungsozialisten Willy Aron.

  • Kunstkalender

    „Ach, Malerei, wieviel Unsinn wurde in deinem Namen geredet“, notiert betrübt einer der vier Künstler, die gemeinsam auf der „fliegenden Birke“ Platz genommen haben.

  • Die Welt der vergifteten Bilder

    Die ersten Worte des dem Tode knapp Entronnenen stammten aus einem Film: „I’d rather be in Philadelphia“ kritzelte der US-Präsident Ronald Reagan auf einen Zettel, als er aus der Operationsnarkose erwachte ein in Amerika berühmter Satz des Filmkomikers W.

  • NS-Justiz

    Mut zur Menschlichkeit

    Erinnerungen eines Anwalts: ein Dokument der Zivilcourage Von Dörte von Westernhagen

  • Zum ersten Mal deutsch: Das wichtige Frühwerk einer Meisterin modernen Erzählens

    Wohnzimmer und Weltkrieg

    In einem Artikel für die New York Herald Tribune machte sich Virginia Woolf Gedanken über die Besonderheiten des Schriftstellerberufs.

  • Du hast keine Chance, aber nutze sie

    Als Bundesinnenminister Baum sagte, die Politiker seien ratloser als noch vor Jahren, antworteten ihm die Jugendlichen, das sei zynisch.

    Von Hans-Eckehard Bahr

  • Ein türkischer Dichter aus Deutschland

    Durchquerung der Barbarei

    Habib Bektas schreibt Gedichte, Geschickten. Habib Bektas ist Türke, Jahrgang 1951, geboren in Salihli bei Izmir, und lebt seit 1973 in der Bundesrepublik, jetzt in Erlangen.

  • Arbeitsochse, Wahrheitsfanatiker, Parvenü

    Traumarbeit für die Epoche

    Literaturkritik und Besprechungswesen sind nicht dasselbe – wenigstens sollten sie es nicht sein. Daß wir uns angewöhnt haben, das eine mit dem anderen gleichzusetzen, liegt an einer gewissen Trägheit vieler unserer Kritiker.

  • Neue griechische Lyrik

    Mit Fingernägeln an die Wand

    Sie hatten tatsächlich für eine Zeit – zumindest öffentlich – geschwiegen, das wurde ihnen übelgenommen. Als sie ihr Schweigen brachen und in einer gemeinsamen literarisch-politischen Aktion von links bis rechts wieder zu publizieren begannen, nahm man ihnen das ebenfalls übel.

    Von Armin Kerker

  • Klaus Conrads Roman über ein behindertes Kind

    Dauerndes Glück

    Um ehrlich zu sein: Ich habe mich lange – trotz oder gerade wegen des Jahres der Behinderten – gegen die Lektüre dieses Buches gesträubt.

  • Gegenwart, Niemandsland, Untergrund

    Die große unangenehme Kraft der Gleichgültigkeit

    Milo Manara: „Das große Abenteuer“, Wolf Wondratschek: „Letzte Gedichte“, Joost Swarte: „Modern Art“

    Von Helmut Schödei

  • Bücher zur Preußen-Renaissance

    Vorbild, Mythos, Prägestock

    Soviel in Sachen Preußen steht fest: Dietrich Stobbe wird nicht die Ausstellung eröffnen, die im kommenden Sommer von seinem Ruhme als Regierender Bürgermeister hätte künden sollen.

    Von Karl-Heinz Janßen

  • Richard Adams: „Das Mädchen auf der Schaukel

    Schuld und Sühne englisch

    Eigentlich sind seine Helden Tiere. Kaninchen wie in „Watership Down“, dem Buch, das ihn berühmt gemacht hat, Hunde („Die Hunde des schwarzen Todes“), oder Bären („Shardik“), und Richard Adams, der einstige britische Umweltschutz-Beamte, hat sich mit ihnen unterdessen einen ganzen Kosmos geschaffen: Seine phantastischen Fabeln spielen in englischen Landschaften, die bis auf den Zauntritt und die Standortangabe von Wildpflanzen präzis beschrieben sind.

    Von Sybil Gräfin Schönfeldt

  • Deutschland, Österreich, Schweiz: drei Anthologien

    Zu Hause, aber nicht daheim

    Nach der Erfahrung schickt höchstens die Hälfte der begrüßten Autoren etwas. So trifft man in einschlägigen Anthologien. fast immer die gleiche Equipe williger Beiträger; um so dankbarer registriert man jeweils die paar Einzelgänger.

    Von Ludwig Rohner

  • Ausstellungen in Berlin: Dimensionen des Plastischen

    Marmor, Stoff, Gefühl

    So wird sich Mies van der Rohe die Berliner Nationalgalerie gedacht haben: Die weite Halle, eigentlich ein von acht Stützen getragenes Dach, wurde geräumt, die Glaswände von Vorhängen befreit, so daß der Blick nun ungehindert in die Stadtlandschaft schweifen kann.

    Von Ernst Busche

  • Buchheims Bilder auf Reisen

    Halt wahnsinnig

    Die Konservatoren hätten ihm Wahnsinn attestiert. Aber so sei er nun eben, manchmal halt wahnsinnig. Mit Trotz, in dem die Zufriedenheit glänzt, inspiziert Lothar-Günther Buchheim seine Ausstellung im Kölnischen Stadtmuseum.

    Von Hans-Joachim Müller

  • Freundschaft – Liebe ohne Flügel

    Ein Leben ohne Freundschaft sei kein Leben – behauptet Cicero. Diese hohe Bewertung der Freundschaft erlebte – mit der Rückbesinnung auf die Antike – im späten 18.

    Von Siegfried Gronert

  • Eher das Fürchten gelernt

    Nein, resigniert hat er wohl nicht. Dazu ist die Gelassenheit, die ihm als vornehmste demokratische Tugend erscheint, noch zu gespannt, beinahe zähneknirschend, manchmal bis zu Zorn und böser Bitterkeit.

  • Klangspiele, Sinnspiele, Verwirrspiele

    Systematischer Zufall

    Von Hanns Grössel An einem 15. März verläßt der französische Überseedampfer „Lyncée“ den Hafen von Marseille und nimmt Kurs auf Buenos Aires.

  • Ost-West-Verhältnis

    Der Traum von der Dritten Kraft

    Ein neuer Versuch, Europa als eigenständigen Weltpolitischen Faktor zu denken

  • Walter Schenker: „Anaxagoras oder der Nord-Süd-Konflikt“

    Moderne Satire antik

    Historische Romane, die sich den phantastischen Faltenwurf ferner Vergangenheit um die schmalen Schultern schlagen, wollen vielerlei Verschiedenes: Die einen, oft bieder und bisweilen bierernst, wollen darlegen, wie es „damals“ wirklich war.

  • Klassikers Erben

    Die Urheber fordern mehr Rechte

    Um das Erbe der Klassiker haben Generationen deutscher Schriftsteller gestritten. Aber keine hat es damit so wortwörtlich genommen wie unsere: Wenn es nach den Vorstellungen des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) geht, sollen die lebenden Autoren künftig ein Urheber-Nachfolgerecht am Werk ihrer toten Vorgänger erhalten.

  • „Alles, was ich bin, darf ich nicht sein“

    Schwierig: Umgang mit der Wirklichkeit

    Die Autoren aus der DDR haben längst in sehr unterschiedlicher Weise die Starrheit einer sozialistischen Literaturtheorie durchbrochen und ihre Werke im Spannungsverhältnis zwischen Subjektivität und, gesellschaftlicher Determiniertheit angesiedelt.

  • Poesie der Tat

    Für das Volk, das nicht tümlich ist

    Die Art, wie das Werk des türkischen Schriftstellers Nazim Hikmet in der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen wird, zeigt beschämende Ignoranz beim gutsituierten Bildungsmittelstand und Unfähigkeit bei den Ultralinken.

    Von Ottmar Giesler

  • Allein-Sein

    Eine Frau lernt Mut zu sich selber

    Eine Frau, Mitte Vierzig und seit sieben Jahren geschieden, kommt nach Berlin zurück. Drei Monate war sie in Italien gewesen, hatte gehofft, dort Lust auf ein neues, anderes Leben zu bekommen.

  • Hitler und das Dritte Reich

    Vom Drachentöter zur Droge

    Von einem bestimmten Zeitpunkt ab, so glaubt ein englischer Historiker nachweisen zu können, wurde Adolf Hitler zum Opfer seines eigenen Führermythos.

    Von Heinrich August Winkler

  • Medienpolitik

    Viel Lärm um wenig

    Amerikanische Zustände“ will eigentlich niemand, wenn darüber gestritten wird, wie das Fernsehen in der Bundesrepublik künftig aussehen soll: Das Massenangebot amerikanischer Trivialunterhaltung gilt hierzulande als kulturell minderwertig, die Allgegenwart von Werbeeinblendungen mindestens als lästig.

    Von Dieter Roß.

  • Buschmänner“: Ein Text-Bild-Band

    Das Ende einer Kultur

    Eines Tages stieß Karatuma bei der Jagd im Busch auf eine Rinderherde. Er hatte solche Tiere noch nie gesehen und wunderte sich darüber, daß sie nicht vor ihm davonliefen.

  • Israel

    Ein Leben für eine Stadt

    Zwei Dinge vorweg: Dies ist kein gutes Buch, was den Stil betrifft; aber es ist, wie könnte es bei diesem Autor auch anders sein, ein spannendes, anregendes Buch: ein Stück Israel, ein wichtiges Kapitel seiner neueren Geschichte (wie eben das Leben des Teddy Kollek ein gehöriges Stück Israels ist und umgekehrt).

    Von Dietrich Strothmann

  • Länderspiegel
  • Bundeswehrhochschule

    Forscher Präsident

    Hans Apel opferte seinen politikfreien Samstagnachmittag, um den demokratischen Geist an der Hamburger Hochschule der Bundeswehr zu retten.

    Von Manfred Weber

  • Ostern in der DDR

    Wie die Sorben Eier anmalen

    Vergangenes Jahr in der Osterwoche lernten mein Sohn Jakob und ich, sorbische Ostereier zu bemalen, Die Sorben sind die gehätschelte slawische Minderheit der DDR.

  • Schülerzeitunen

    Weg mit der Zensur

    Es ist schon etwas Besonderes, Schüler des Jesuiten-Kollegs St. Blasien im Südschwarzwald zu sein. Viele der 800 Zöglinge des privaten Internates haben prominente Eltern, niemandem freilich wird erspart, was seit einer Brandkatastrophe in dem barocken Kloster zum notwendigen Ritual wurde: die Teilnahme an Feueralarmübungen.

  • Käufer in Uniform

    Häuschen vom Bund

    Ausgerechnet ein Gebäudeschätzer aus der badischen Kleinstadt Bruchsal wurde vom Oberlandesgericht Karlsruhe in letzter Instanz dazu verurteilt, zwölf Reihenhäuser für jeweils etwa 100 000 Mark zu verkaufen, obwohl sie seriösen und unabhängigen Gutachterschätzungen zufolge etwa das Doppelte wert sind.

  • Lebensart
  • Kindergärten, angeblich stark unterbelegt

    Die 156. Voranmeldung

    Ich fühle mich wie erschlagen, als ich durch den Stadtpark zurückgehe. Auch mein Sohn ist auffallend ruhig in seiner Karre. Wir kommen gerade von einer Kindergartenbesichtigung – der sechste Versuch innerhalb von dreiWochen, den Jungen in einem Kindergarten unterzubringen.

    Von Christine Swientek

  • Man könnte hinunterspucken vor Lust

    Wahrscheinlich weiß niemand genau, wann Schornsteinfeger, auch Rauchfangkehrer, Schlotreiniger, Kaminputzer genannt, zu Glückssymbolen wurden.

    Von Esther Knorr-Anders

  • J.M-M.: Nur der Ajatollah nicht

    Das Attentat auf den amerikanischen Präsidenten hat bei den Mächtigen in allen Ländern der Welt Aufsehen und Entsetzen her; vorgerufen.

  • Alles für den Liebling

    Ein Hundeleben

    Im Schaufenster einer New Yorker Boutique liegen ein rotes Mäntelchen mit schwarzem Samtkragen, handgestrickte Pullover, T-Shirts mit der Aufschrift sexy bitch und schwarz-gelackte Schühchen – davon stets vier.

  • Sport
  • Auch in japanischen Autos kocht nur Wasser

    Sie haben es geschafft: Seit 1980 sind Japans Autobauer die Größten. Über elf Millionen Personenwagen, Lastwagen und Busse verließen die Bänder in Fernost, mehr Fahrzeuge wurden in keinem anderen Land der Welt gebaut.

  • Studium
  • Erziehung mit und ohne Zwang

    Wenn ein Lehrkörper auf einen Schillerkörper trifft und dieser Zusammenstoß beabsichtigt ist, dann geschieht nichts Illegales, jedenfalls nicht, wenn der Ort der Begegnung in Bayern liegt, Dort ist sie nämlich noch erlaubt, die Prügelstrafe.

  • Horst Rumpf über die Kontrolle der Schulbücher durch die Kultusministerien

    Wozu diese Geheimniskrämerei?

    Das geht doch nicht, dachte der Abgeordnete Dr. Beckel im Düsseldorfer Landtag, daß ein Lehrer Unterrichtsmaterialien und Lehrerhandreichungen verwendet, die nicht vom Ministerium überprüft und als „richtliniengemäß“ anerkannt sind.

  • In Deutschland stagniert die Erwachsenenbildung; in Amerika breitet sie sich aus. Dort wird sie von Betrieben finanziert

    Bildung als Bonus

    Seit meiner Hochzeit war ich nicht mehr so aufgeregt“, sagt Edward Matthews, Vorarbeiter bei dem Weltkonzern R. J. Reynolds in Winston-Salem, North Carolina, USA.

  • Von allen verlassen

    Schulverwaltung und Wissenschaft helfen den Lehrern nicht, sie Üben nur Druck aus

    Von Hans Klaustermeyer

  • unzugeordnet
  • Zur Schallplatte das Buch

    Lieben, zechen, singen

    Wer ist das: der „Mönch von Salzburg“? Zwar wußten es die Leute, die im 15. Jahrhundert seine Lieder sammelten, auch schon nicht mehr genau, aber unermüdlichem Forscherfleiß ist nun die Vermutung zu danken, daß der Mönch vermutlich der Erzbischof Pilgrim II.

    Von Manfred Sack

  • Udo Lindenberg und seine Platte „Udopia“

    Nichts Neues im fremden Spiegel

    In fremden Spiegeln siehst du dein eigenes Bild“ – diese uralt-östliche Weisheit gab einem Roman im Bücherschrank meiner Eltern den Titel.

  • Kritik in Kürze

    „Aus Andersens Tagebüchern“, herausgegeben von Heinz Barüske. Zum 100. Todestag. H. C. Andersens, (4. 8. .1975) hat die Dänische Sprache und Literaturgesellschaft, Kopenhagen, Andersens sämtliche Tagebücher (1825–1875) in zehn Textbänden; und zwei Bänden mit Anmerkungen und Registern erstmals herausgebracht.

    Von Franz Schöler