Austrias Radlermaß
Die Gemeinden am Neusiedlersee im österreichischen Burgenland bauen derzeit eine Fahrradroute, die nach ihrer Fertigstellung der längste Rädweg des Landes sein wird. Rund hundert Kilometer, so haben die Landvermesser errechnet, wird die Piste um den großen flachen See lang sein. Die Strecke beginnt an der Grenze zu Ungarn bei Mörbisch, sie führt durch die Gebiete von sechzehn Seegemeinden und endet in Pamhagen am östlichen Ufer, im sogenannten Seewinkel. Rund 35 Kilometer der vorgesehenen Trasse sind bereits asphaltiert, auf weiteren 42 Kilometern liegt Schotter. Dabei handelt es sich vorwiegend um Wirtschaftswege der Bauern in diesem Teil des Burgenlands, die auch künftig das Recht behalten, mit ihren Traktoren die Radlerpfade zu benutzen.
Wenn die Strecke fertiggestellt ist, wird sie durchgehend mit einem vier Meter breiten Asphaltband versehen sein. Die Kosten betragen etwa 40 Millionen Schilling, also fast sechs Millionen Mark. Mit dieser Investition hofft die burgenländische Regierung, eine „einmalige Bereicherung des touristischen Angebots" zu erreichen. Die Kosten werden ausschließlich vom Land und der Wiener Bundesregierung getragen. Der Radwanderweg wird keinerlei Steigungen aufweisen, damit ist er für Radler jeden Alters geeignet. Ambitionierte Radler können von Rust oder Mörbisch aus einen Abstecher in die Rüster Hügel unternehmen. Eine komplette Umrundung des Sees verbietet die ungarische Grenze, da aber Dammstraßen von der Fahrradroute in alle Seeorte führen, können die Fahrradfahrer dort die Fährboote nehmen und so ihren Zirkel schließen.
- Datum 01.05.1981 - 08:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 1.5.1981 Nr. 19
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