2972 im Treibsand entdeckt, nun in Florenz zu sehen: wißMscheKriesei Ein Augen-Abenteuer

Zwei vollkommene, 2500 Jaiire alte Statuen des klassischen Altertums / Von Rino Sanders

Sie sind zu zweit, sie heißen A und B, und gebürtig sind sie aus der Blütezeit griechischer Kultur, wohl aus dem 5 vorschristlichen Jahrhundert. Wie sie hierher nach Florenz kommen, das ist eine Geschichte, von der man bisher nur den letzten Teil kennt.

Die beiden bronzenen Krieger vom Kap Riace am Ionischen Meer, siebzig Kilometer südlich von Catanzaro, messen zwei Meter und 1 98, und sie sind — mit einem Adjektiv, das man dreimal zurücknimmt, ehe man es ausspricht— von vollkommener Gestalt.

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Ich hatte von ihnen gelesen, auch Photos gesehen und war auf einiges gefaßt; aber als ich sie zu Gesicht bekam im Sackleinen ausgeschlagenen Saal des Archäologischen Museums in der Ecke der Dom nahen Piazza SS. Annunziata auf ihren holzverschalten, sandbestreuten Sockeln, damit der Besucher sie unbehindert betrachten könne, da vergaß ich alles, in Bann geschlagen von einer Kunst, die keine Epoche je überbieten würde. Schließlich begann ich, meinen Blickwinkel zu verändern, mich an die Erkundung der beiden zu machen, deren jeder kraft seiner aus keiner Sicht nachlassenden plastischen Intensität einen magischen Freiraum sich schafft: ein rares AugenAbenteuer.

Es gibt nur wenige Bronzen aus dieser Zeit. Ich sah auf einmal den Poseidon im Athener Nationalmuseum wieder vor mir, der trotz ganz anderer Gebäude mir stilverwandt scheint. Sonst nichts vergleichbares im Memoiren Fundus. Oder war mein Sinn so ausgefüllt, daß nichts mehr Einlaß fand, als was ich sah?

So was taucht auf, und gleich zu zweit, noch heute, dreihundert Meter von der Küste, aus ganzen acht Metern Tiefe! Ein Amateurtaucher hat sie am 16. August 1972 im Treibsand entdeckt: ein Jahrhundertdatum hinfort — und gewiß" nicht nur für Archäologen.

Aber wie kamen sie dahin? Ging ein Frachtschiff unter? Gab man sie in Seenot über Bord? Im Umkreis fand man Waffen, Nägel, Kleinzeug — nicht genug, um nur die Herkunft eines Schiffs enträtseln zu können. Aber man forscht weiter, langsam, wie in Italien üblich. Zur Fundzeit war von Resten eines hölzernen Schiffsskeletts die Rede und von Keramikscherben: Man wird sehen.

- , Die Krieger trugen ein dickes Krustenkleid aus Korrosionsprodukten und Muschelkalk, das sie schützte, doch ihre Schönheit verbarg. Erst nach und nach kam sie zam Vorschein. Anfang 1975 wurden A und B aus dem zuständigen Nationalmuseum in Reggio Calabria ins Archäologische Restaurantionszentrum in Florida überführt, eine Art Intensivstation, die für so delikate Enthüllungsoperationen und nachfolgende Konservierungakte eigens ausgerüstet ist.

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