El Salvador: Zu Verhandlungen geneigt
Versuchen die feindlichen Parteien El Salvador nun doch, durch Verhandlungen den Bürgerkrieg zu beenden? Alle Seiten signalisieren Bereitschaft.
Im Augenblick sind die Beteilig ten zwar noch damit beschäftigt, einander Vorbedingungen zu stellen. Eine Annäherung scheint aber möglich, zumal Washington seinen Widerstand gegen eine Vermittlung wenn nicht aufgegeben, so doch gemindert hat Überdies hat die Reagan Regierung mit der Weigerung, an Salvador zusätzlich gewünschte Waffen zu liefern, gegenüber den „harten"
San Salvador eine Warnung ausgesprochen: Der Konflikt soll nicht „ausgeschossen" werden.
Offiziell Bat sich Mexiko als Vermittler angedient; die Junta in San Salvador ist „geneigt", das Angebot zu akzeptieren. Aller Militärs in dings will die Junta nur mit dem „politischen Arm" der Opposition, der Demokratisch Revolutionären Front (FDR), verhandeln und nicht mit dem „militärischen Arm", der Befreiungsfront Farabundo Marti.
Die FDR möchte nun die Vereinigten Staaten in irgendeiner Form an den Gesprächen beteiligen, was Washington bislang jedoch ablehnt. Prinzipiell werde man solchen Friedensbemühungen keine Steine in den Weg legen—auch nicht, falls europäische Staaten oder Organisationen daran beteiligt sein sollten — aber als (Zwangs )Schlichter bei verfahrenen Situationen oder GarantieMacht eines Kompromisses wollen die USA nicht im voraus gebunden werden.
Völlig ungeklärt ist noch, ob sich die Opposition Salvadors auseinanderdividieren läßt. Interne Differenzen darüber, ob der Krieg fortgesetzt werden sollte, wurden mehrfach kolportiert; „politischer"
und „mlitärischer" Arm sind sich allerdings darin einig, daß jeder Kompromiß mit der Junta durch eine Beteiligung der Militärs abgesicher, werden muß. Andernfalls drobt cie Gefahr, daß sich das salvadorensische Militär wieder mit den konservativen Kräften verbündet und die Reform sabotiert.
- Datum 01.05.1981 - 08:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 1.5.1981 Nr. 19
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