Filmtips

Annehmbar

„Ttreaking Glass" von Brian Gibson geht also mit der Musikbranche und ihren nicht immer feinen Usancen hart ins Gericht. So könnte es scheinen. Denn mit der Karrierestory der jungen Sängerin Kate (Hazel OConnor) und ihres Freundes Danny (Phil Daniels) polemisiert er gegen das bedenkenlöse Geschäft mit der Musik. So fehlen weder der aalglatte Erfolgsproduzent, der die aggressiven Texte Kates marktkonform glattbügeln möchte, noch der Todesfall eines Fans während eines künstlich angeheizten Rockkonzerts. Am Ende des Vermarktungsprozesses eines eigenwilligen jungen Talents steht ein kaputter Star. Doch während sich Gibson als Aufklärer geriert, strickt er selber schon wieder an einer neuen Verkaufsmasche. Mit „Breaking Glass" soll nämlich die unbekannte 24jährige Engländerin Hazel OConnor als heißer AntiStar etabliert werden. Ihre erste LP war das Soundtrack Album zum Filfn. Nur unfreiwillig spiegelt der wenig aufregende Film diesen Widerspruch.

„Looping" von Walter Bockmayer und Rolf Bührmann fängt vielversprechend an: mit einer sehr schönen langen Kamerafahrt durch ein nächtliches Rummelplatz Areal. Eine offenbar betrunkene Frau taumelt an den Schießbuden, Autoscootern, Geisterbahnen und sonstigen Attraktionen vorbei. Da besitzt „Looping" eine Atmosphäre, die auf ein großes Melodram hoffen läßt. Doch bald schon erweist sich, daß die sonst so phantasievollen Kölner Filmemacher Bockmayer und Bührmann (nur echt mit der Ente) nicht recht wußten, ob sie denn nun wirklich ein. Melodram machen wollten oder nur eine Parodie auf die unzählige Male erzählte Geschichte vom Hahnrei und der femme fatale, HansChristian Blech spielt den alternden Schausteller Johnny mit ungebrochener Ernsthaftigkeit, während Sydne Rome (als vamphafte Tanja) aus einem schlechten Comic Strip entlaufen scheint Der Film, lieblos geschrieben und mit den allerplattesten, denkbar umständlichsten Dialogen versehen von Peter Märthesheimer und Pea Fröhlich, findet nie zu einem Rhythmus, einem Erzählton, der ein Interesse am Milieu und den Figuren erkennen läßt. Zusammenhanglos stehen Miniatur Grotesken (Jürgen Flimm, Peter Schlesinger) neben Striptease Einlagen und dramatischen Auftritten von Blech, seiner eifersüchtigen Ehefrau Shelley Winters (die seltsam blaß bleibt), der augenrollenden Sydne Rome und der unsäglichen Ingrid Caven. Die bereitet der Geschichte ein ebenso blutiges wie grobschlächtig motiviertes Ende. Hans C. Blumenberg „Fingers" von James Toback beginnt damit, daß man ausgiebig Gelegenheit hat, einem Mann (Harvey Keitel) beim klavierspiel zuzuhören. Und damit, daß man die Intensität erfährt, mit der der Mann eine junge Frau (Tisa Farrow) verfolgt, die er auf der Straße gesehen hatte, wo sie stehengeblieben war und ihm zuhörte. Später erfährt man, daß der Pianist auch Schulden eintreibt, stellvertretend für seinen Vater, einen alternden Gangster italienischer Abstammung: der trägt grellbunte Kleidung und viel goldenen Schmuck. Die Mutter, eine stille, sensible Pianistin, lebt schon lange in einer Nervenklinik. Aber Tobacks (erster) Film erzählt die Geschichte nicht als Konflikt zwischen widersprüchlichen Verhaltensweisen, sondern als Konflikt zwischen projizierten Verhaltenserwartungen: es geht nicht darum, was sich im Leben und in den Handlungen eines Mannes abspielt, der ein Künstler und ein Gangster ist, sondern darum, wie jemand versucht, es Vater und Mutter gleichzeitig recht zu machen. Und in dem Maße, in dem sich die psychischen Motivationen vor die sichtbaren Handlungen schieben, verliert sich der. Film allmählich in alptraumhaften und brutalen Bildern, die eher die Innenwelt des versagenden Helden illustrieren als dessen physische Wirklichkeit. Norbert Jochum sei Saito beginnt wie eine japanische Billigstversion des amerikanischen Science Fiction Opus „Der letzte Countdown" und entpuppt sich bald als bizarre Comic Kombination aus Kriegsfilmspektakel und Akira Kurosawas „Kagemusha". Durch einen kosmischen Magnetsturm wird eine japanische Armeeeinheit auf dem Weg zum Manöver in die Vergangenheit versetzt (nicht nur um vierzig Jahre, sondern um vier Jahrhunderte!) und mischt mit ihren modernen Waffen kräftig mit bei den kriegerischen Auseinandersetzungen zweier konkurrierender SamuraiFürsten. In den effektvollen (von Hauptdarsteller Sonny Chiba inszenierten) Actionszenen wird der Kampf von Schwertern gegen Sturmgewehre, von Helikopter und Panzer gegen gewaltige Fußtruppen und Reiterheere zu einem genre „yerrüdcten" Paroxysmus geführt, bei dem auf mitunter faszinierende Weise Samurai Ethos und Militärpsychosen kollidieren. Helmut W, Banz 40) „Dressed to Kill" von Brian De Palma „TalentHawks „Der Elefantenmensch" von David Lynch. von Alain Resnais „Wie ein wilder Stier" von Martin Scorsese „Komödie des Grauens" von Jacques Tourneur „Ohne Betäubung" von Andrzej Wajda. „Nicks Film — Lightning over Water" von Wim Wenders

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