Frankreich: Stichwahl Giscard/Mitterand
Das Rennen bleibt offen: Beim ersteh Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahlen erhielten Valery Giscard dEstaing und Francois Mitterrand die besten Resultate.
Der Ausgang der Wahlen in Frankreich ist noch offen. Wie 1974 werden Giscard, der amtierende Präsident, und sein Herausforderer auf der Linken, der Sozialist Franjois Mitterrand, am 10.
Mai zum zweiten Wahlgang antreten. Mitterrand ist damit bereits zum drittenmal Bewerber für das höchste Amt im Staate. Giscard hat am vergangenen Sonntag einen äußerst knappen Vorsprung von 2 3 Prozentpunkten errungen. Es wird jedoch darauf ankommen, wie sich die Wähler der nach dem ersten Durchgang ausgeschiedenen Kandidaten entscheiden.
Stellen sich die kommunistischen Wähler sowie die Anhänger der restlichen drei linken Kandidaten hinter Mitterrand, kann er mit 47 Prozent der Stimmen rechnen. Giscard kommt auf 49 Prozent, wenn jBftn.
ibmpte; Stijnmenanteil der drei vgauliis tischen Kandidaten zu rechnet. Dabei bleibt jedoch offen, gung der Stimmen wirklich stattfinden, wird. Das Zünglein: an der Waage werden die „Grünen" spielen. Ihr Kandidat Brice Lalonde beachtliche 3 9 Prozent. Das ist :mehr, als;die Umweltschützer j? in Parlaments- oder Präsidentschafts; erreichte wählen schafften. Diese Wählergruppe ist aber ideologisch nicht gebunden, so daß sie kaum dem einen oder anderen Kandidaten zuzuschlagen ist.
Möglicherweise ergibt sich eine Verschiebung auch dadurch, daß am 10. Mai mehr Wähler zu den Urnen gehen als am letzten Sonntag. Die Wahlbeteiligung lag bei 91 1 Prozent; wäre sie im zweiten Wahlgang so stark wie 1974 (87 3 Prozent), gingen über zwei Millionen Wähler mehr zu den Urnen. Zum Vergleich: 1974 gab eine Mehrheit von lediglich 425 000 Stimmen den Ausschlag zugunsten Giscards.
Am spektakulärsten war die Reduzierung des kommunistischen Stimmenanteils um ein Viertel auf 15 4 Prozent. Zwischen 1945 und 1978 hatte die KP immer zwischen 20 und 28 Prozent gelegen. Die einzige Ausnahme: 1958, nach der Machtübernahme von Charles de Gaulle, sank der Stimmenanteil auf 19 Prozent. Man muß bis ins Jahr 1936 zurückgehen, um auf ein ähnlich schwaches Ergebnis zu stoßen wie das vom vergangenen Sonntagr, ; ?
- Datum 01.05.1981 - 08:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 1.5.1981 Nr. 19
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