Hans Maier kWrtauf High als Soldat

Wie Bayern Schüler ror Drogen bewahren will München

Wiehält Bayerns Kultusminister Haas Maier seine fünf halbwüchsigen Töchter vom Joint ab? Bestimmt nicht so wie sich die Bundeszentarale für gesundheitliche Aufklärung in Köln das vorstellt. Deren Anti Drogen Conüc „Alltag, Scenen einer Clique" darf, so beschlossen am Münchner Salvatorplatz, nicht auf Bayerns, Schulhöfen verteilt werden. Der katholische Familienvater hält sich lieber ans Überkommene: Er „schützt seine Kinder vor dem Verlassen der Familie", indem er sie in der „kleinen Gemeinschaft verantwortungsvoll mitarbeiten läßt", So jedenfalls sein Rat im neuesten Heft von „Schule und wir".

Unliebsames wie die „Scenen", die einzige Drogenzeitschrift, die sich an Jugendliche in jugendlichem Jargon wendet, halten Bayerns Kultusbürokraten draußen vor den Schultoren: mit Hilfe der Allgemeinen Schulordnung („ASchO"). Deren Paragraphen verbannen Flugblätter und Werbezettel genauso wie den politischen Meinungsbutton („Stoppt Strauß") aus bayerischen Klassenzimmern. Inhaltlich begründet wurde die Ablehnung der „Scenen" noch nicht.

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Konkreter waren die Kollegen aus zwei ander ren Bundesländern, in denen die CDU regiert: „Einseitige Charakterisierung der Leistungsgesellschaft als Konkurrenzgesellschaft" hieß es aus Baden Württemberg, „positivistischer Ansatz" aus, Rheinland Pfalz. Hans Maiexs Drogen Beauftragter Linti: „Richtig gründlich lesen müssen wir das Ding erst, wenn sich jemand beschwert "

Genau das blüht ihm, wenn die FDP, wie angedroht, demnächst eine Anfrage formulieren wird. Bisher, bemängelt der Münchner Ministerial an der Drogenbroschüre der Bundeszenal nur Äußerliches — die Spredtblasen, die vielen Photos: „Das Ding ist doch scheußlich aufgemacht, und doch stößt es die Leute nicht so ab, daß sie die Finger von den Drogen lassen.

Gerade die gescholtene „Scheußlichkeit aber macht den Erfolg des Heftes aus, behaupten Drogenberater vom Münchner Co jDrofo. Immerhin fand die Geschichte von Usch, Wolfgang, Bertel, Liz, Peter und Heidrun seit Jahresbeginn 800 OOQ Leser, Wenn diese Cliqu" aber ihre alltäglichen Probleme spricht, hört sich das so an: Haseher sein ist nämlich auch Scheiße" oder: Mensch, der Wolfgang ist total voll So etwas sollen nun Bayerns Schüler wirklich nicht lesen. Dann schon lieber Sätze aus den amtlich abgesegneten Broschüren: Alkoholbedingte Koordinationsstörungen sind an einer Zielunsicherheit erkenntlich, die den torkelnden Gang des Betrunkenen erklärt Zu lesen im „Alkoholismus Report", der 15jährigen Schülern mit dem Vorwort von Sozialrainister Fritz Pirkl in die Hand gedrückt wird: Die Prävention muß sachlich und emotionslos, auf ihr Ziel ausgerichtet sein Aufrüttelnde Worte. Daß man aber gerade bei Drogengefährdeten mit Schulbuchsachlichkeit und emotionsloser Aufklärung nicht weit kommt, weiß Drogenberaterin Roswitha Soltau vom Münchner Con Drofa: Wer nicht glaubhaft Gefühl und Unsicherheiten anspricht, wie die Scenen Broschüre, wer dem Jugendlichen nicht lebendige Menschen zum Identifizieren anbietet, erreicht gar nichts "

Lebendige Menschen, Jugendliche mit ihren Problemen sind in Bayerns schulischer Drogenaufklärung nicht zu finden. In Hans Maiers Hauspostille „Schule und wir" heißt es zum Beispiel vorbildlich emotionslos: Bei längerem Haschischgebrauch verweigern die Jugendlichen die Leistung völlig, sie schwänzen den Unterricht, Schulabbruch droht Was dann zu tun ist, erfährt der Schüler gleich darauf in einem vorzüglich bebilderten Artikel, der sich offenbar mit Erfolg an der Bayerischen Schulordnung, die jegliche Reklame verbietet, vorbeigeschlichen haben muß: Auch manche Jugendtorheitj mancher Webfehler ÜB Lebenslauf lassen sich mit dem Angebot der Bundeswehr an ihre Zeitsoldaten nachträglich korrigieren Sigrid Ulriea

 
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