Höhlen und Hochhäuser

Aus Lehm, glauben viele, habe der liebe Gott den ersten Menschen gemacht — warum sollte der Stoff, den < es in manchen Gegenden in Hülle und Fülle gibt, nicht dazu taugen, den so geschaffenen Menschen auch zu behausen? Heute, da der Beton als geradezu mythische Metapher europäischen Fortschritts dem mythischen Lehm den Rang streitig zu machen droht und in vielen arabischen und afrikanischen Landstrichen als das „modernere" Baumaterial gepriesen wird, ist man für beinahe jeden Hinweis auf den guten alten Lehm dankbar.

Tatsächlich ist Lehm in vielen heißen und trockenen Gegenden immer noch das natürlichT ste, das billigste, das praktischste und ein erstaunlich festes Baumaterial: Wer je die achtstöckigen Hochhäuser jemenitischer Städte gesehen hat, wird mit seiner Bewunderung nicht zögern — und Lust bekommen, mehr zu erfahren. Dabei ist ein Buch behilflich, das Helmut Lander und Manfred Niermarin geschrieben, gezeichnet und photographiert haben: „Lehm Architektur in Spanien und Afrika" (Karl Robert Langewiesche Nachfolger Hans Köster Verlag, Königstein Taunus;. 132 S, 154 Abb, 34 Mark). Man erfährt, ebenso knapp wie einfach geschildert, eine Menge über Bauweise, Grundrisse, Konstruktion von Höhlen und Häusern, über Gebäude- und Siedlungsformen und bekommt viele, wenngleich nicht gerade professionell photographierte Beispiele zu sehen,

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