Preisliste auf den Balearen
Spanientonristen klagten in den letzten Jahren nicht nnr über stark gestiegene Preise in den Hotels, sondern auch in den Gaststätten. Mallorca will deshalb Preisempfehlungen für die Restaurants aufstellen.
Die einst zumindest teilweise staatlichen Kontrollen unterworfenen Restaurantpreise können auf den Balearen nun von den Wirten selbst festgesetzt werden, wie sie wollen. Manch einer nutzte die Freiheit allzu intensiv, das räumt jedermann ein auf Mallorca, Menorca und Ibiza. Die Klagen verärgerter Gäste mehrten sich bedenklich.
Deshalb versucht jetzt die Regierung der (teilautonomen) Balearen gemeinsam mit der RestaurantVereinigung der Inseln (die über viertausend Cafes, Bars und Lokale vertritt) eine gütliche Einigung über die künftige Preisgestaltung zu finden. Von den Gastronomen kam dabei der Vorschlag, eine Indexliste aufzustellen, mit der für jede Kategorie die Preise unverbindlich vorgeschlagen werden sollen. Diese Liste, die regelmäßig zu überarbeiten wäre, entspricht auch den Intentionen der Inselregierung. Ob sie noch vor Beginn der Sommersaison fertiggestellt werden kann, ist aber fraglich.
Diese Maßnahme, zur Dämpfung des Preisauftriebs im Fremdenverkehrsgewerbe gedacht, wird allerdings von wieder auflebenden Mehrwertsteuerplänen der Regierung in Madrid konterkariert. Vor einigen Jahren waren entsprechende Steuerpläne nach einem stillen Übereinkommen zwischen allen Parteien auf Eis gelegt worden. Jetzt ist die Mehrwertsteuer wieder in den Schlagzeilen. Gedacht ist offenkundig an eine Grundsteuer von 10 Prozent, an eine 5 Prozent Steuer für lebenswichtige Dinge und Kulturprodukte sowie 30 Prozent als Steuer auf Luxusartikel. Das Hotel- und Gaststättengewerbe erwartet für seinen Bereich einen Steuersatz von zehn Prozent. Axel Thomas
- Datum 01.05.1981 - 08:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 1.5.1981 Nr. 19
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