Regenland am Rande der Zeit
„Eine der schönsten in meinem Leben, jedenfalls die poetischste hat Theodor Fontäne seine Reise durch das schottische Hochland genannt „Ich habe nie Einsameres durdKchritten Bilder dieser Landschaft finden sich in dem Band „Schottland. Hochland und Inseln" (DuMont Verlag Köln, 59 Mark) — wohl eines der schönsten Fptobücher in diesem Frühjahr. Joschik Kerstin hat auf den Shetland Inseln, den Hebriden und im Hochland Augenblicke eingefangen, die dem Betrachter fast den Atem nehmen: Licht, von Nebel verzaubert, spiegelt sich in Silberseen; grau schwere Wolkenberge türmen sich über Hügelketten von dämonischem Schwarz; hellgrüne Weiden zerfließen in grünblauem Wasser, und allein die zwei, drei weißblinkenden Giebelhäuser am Horizont lassen ahnen, daß auch Menschen leben in diesem Mythen- und Balladenland. ZEIT Redakteur und SchottlandKenner Peter Sager hat die Einführung zu dem auch von der Papier- und Druckqualität prächtig gestalteten Band geschrieben: Geschichten „aus der karierten Welt der Clans", Legenden von Kriegern, Gaunern und Helden. Und wenn, wie Queen Victoria vermutete, in den Highlands sich wirklich das Ende der Welt verbergen sollte, dann hat der Betrachter des Buches nur einen Wunsch: sich aufzumachen in dieses Regenland am Rande der Zeit und sich stillfröhlich auszuliefern — nein, nicht dessen Whisky — dessen Melancholie syz
- Datum 01.05.1981 - 08:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 1.5.1981 Nr. 19
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