Schnellschüsse Volltreffer

Weshalb führen, gerade. Leute, die sich gern als „Freunde des Buches", als schöngeistige Verteidiger der „Lesekultur"

feiern lassen, das Ende des Buchzeitalters herauf: Verleger und Buchhändler?

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Dieselbe Branche, die nicht müde wird, für ihren „Dienst" am „Geist" eine weniger zwikkende Mehrwert Besteuerung zu Verlangen und auf der Preisbindung für Bücher zu bestehen, unterwirft sich immer schämloser einer aggressiven Werbung. Wenn von „Spitzentiteln", von ner neuen Buchreihe gedröhnt wird, darf man sich noch der vergleichsweise heilen KonkurrenzWelt des Sports nahe fühlen. Die an Krieg, an Nahkampf erinnernde Sprache, mit der jetzt die Offensive der (zum Teil noch gar nicht zu Ende geschriebenen) Bücher des Herbstes beginnt, müßte — wenn schon nicht die Verleger — so doch die Buchhändler nachdenklich machen. — hinter den Nebelkerzen solcher Imponier Floskeln, hinter Wort Granaten solchen Kalibers erstirbt jede Information, Bücherfreunde werden nur noch als Käufer, nicht mehr als Leser ernstgenommen. Von Inhalten, gar von Qualität ist nicht mehr die Rede. Das einschüchternde Kauderwelsch der Generalstäbler und Verkaufs Strategen in der Reklameabteilung kennt nur noch Quantität. Startauf— nein: nicht Büchern, sondern „Exemplaren" — dies sind die magischen Wörter für Leute, die mit gedrucktem Wort Geld verdienen.

Mit Büchern zu handeln, ist grundsätzlich etwas, anderes als der Verkauf anderer Waren. Doch das Bewußtsein dafür scheint denen verloren gegangen zu sein, die vom Handel mit Büchern leben. Wie sonst könnten sie sich in einer ihrer Fachzeitschriften (Buchreport, 17. April, Seite 39) solches bieten lassen? Da liest man, die Verlage hätten aus Kostengründen, als Die Vorschau geht weiter mit einem, ursächlichen Zusammenhang nahelegende, „So": „So Autor schreibt so viel, wie er schreiben will? Die Zeiten sind vorbei.

Natürlich müssen Verleger und Buchhändler sich am Markt orientieren. Mit Buchreport können sie das perfekt lernen. Müssen sie aber die „Bestsellerliste" bedenkenlos verbreiten, die der Merken sie nicht, daß sie mit dem Werrang der Ökonomie vor der Ästhetik, des Käufers vor dem Leser dabei sind, den Leser abzuschaffen?. Wie oft kann man das erleben, daß Buchhändler unwirsch antworten: „Das steht aber auf der BestBücher überhaupt zu bestellen. Und müssen Verlage die Totschlag Sprache von Buchreport für ihre Neuerscheinungen übernehmen? Hat niemand mehr so viel Taktgefühl, von Schäm zu schweigen, das Killer Vokabular solcher Reklame zu unterdrücken: „Ein John Lennort Tagen. Am 24. April befragte das Hamburger berti, der die Mutter Jesu feministisch kritisch darstellt. Wohlgemerkt: kein Sachbuch, das (vielleicht) auf eine These, zu reduzieren wäre, sondern ein mehr oder weniger geglücktes literarisches Kunstwerk. Obwohl beide Vertreter der Gottesgelehrtheit das Buch, gar nicht gelesen haben, sondern nur aus einer „Zusammenfassung 1kennen, scheuen sie sich nicht, markige Urteile zu fällen: „Vollkommener Unsinn".

Ein Buchhandel, der mit „Schnellscbüs$en" operiert und von „Volltreffern" schwärmt, verdient wohl keine änderen „Leser" als vollkommen unsinnige Mit Schwätzer -die für „Umfang1

 
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