Zeitspiegel

GewerkschaftS'Parlament

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat vorgerechnet, daß trotz leichter Mandatsverluste die Gewerkschaften im 9. Bundestag noch immer die stärkste Interessengruppe bildeten. Von 519 Abgeordneten seien 321 organisiert. Mitglieder des Beamtenbundes, der Angestelltengewerkschaft, sogar der Union leitender Angestellter werden von dem Institut dazu gezählt. Fazit: Da von 22 4. Millionen abhängig Beschäftigten nur insgesamt 42 1 Prozent einer Arbeitnehmerorganisation angehörten, handele es sich im Parlament um eine „krasse Überrepräsentation" der Organisierten. Von einem „Gewerkschaftsparlament in Analogie zum Gewerkschaftsstaat hat das Wirtschaf tsinsiitu t allerdings nicht gesprochen), Nun sind erstens rund neun Prozent aller Erwerbstätigen hierzulande selbständig, und im Bundestag gehören zweitens 13 Prozent w dieser Gruppe, Handwerker und Landwirte eingeschlossen. Daran gemessen sind die Verhältnisse im Parlament nickt nur wnausgewogen, die Arbeitnehmer sind einfach unterrepräsentiert Man kann Such, im Sinne des Instituts, von einer „krassen Oberrepräsemation" der Selbständigen sprechen.

Der Drahtesel kommt zu neuen Ehren. Duisburg zum Beispiel — mit Prachtstraßen nicht gerade verwöhnt — will in den nächsten Jahren 1 7 Millionen Mark für die Verbesserung seines Radfahrnetzes ausgeben (über 260 Kilometer lang - das drittgrößte bundesdeutscher Großstädte). Für mehr als drei Millionen soll eine Brücke (163 Meter lang, drei Meter breit) entstehen, die Radfahrern die kreuzungsfreie Fahrt zwischen zwei Erholungsgebieten erlaubt. Noch nicht geschaltet hat die Autoindustrie: Eine erste Anfrage, alle Auspuffrohre auf die radfahrerfreundliche linke Seite zu verlegen, scheiterte an der EG Zuständigkeit.

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Daß sie — wie weiland Fräncis Drake — für ihre Taten geadelt werden, hat aufgehört; daß es sie noch immer gibt, hat- Malaysias Regierung eingestanden: „Operation Tayang III soll mit den Seeräubern — speziell in der Straße von Malakka — aufräumen. Ohne Tptenkopfflagge und mit gepolsterten Enterhaken, mit Schnellbooten und automatischen Waffen kommen sie nachts, überfallen heimische Fischer und fremde Frachter und nehmen mit, was sich greifen läßt: Schreibmaschinen und Textilien, Teile der Ladung und natürlich Bargeld. Offenbar lohnt es sich: Die Zahl der Überfälle steigt ständis.

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