Seit 1972 wirbt Belgien Jahr für Jahr mit einem Schwerpunkt-Thema um mehr Besucher: Da wurde zum Beispiel ein Rubens-Jahr ausgerichtet, ein Folklore-Jahr, ein Jahr der Beginenhöfe. Am erfolgreichsten, speziell bei den deutschen Touristen, war bisher das Jahr der Schlösser und Abteien.

In diesem Jahr sollen die kulinarischen Spezialitäten der einzelnen belgischen Provinzen mehr Gäste ins Land holen. Anfang Mai erscheint hierzu ein illustrierter Führer, herausgegeben vom Generalkommissariat für den Belgischen Fremdenverkehr in Brüssel, mit Einzelheiten über die an der Aktion beteiligten Restaurants. Und damit die Gourmets auch an die richtige Adresse gelangen, werden die etwa 300 Häuser mit einem Symbol gekennzeichnet.

In den Ardennen und in der Provinz Lüttich hat man mit diesem Rezept schon seit Jahren Erfolg: Die Besinnung auf die traditionelle Küche ließ viele deutsche Feinschmecker zu einer zwei-, dreitägigen Schlemmertour über die Grenze reisen. Was diese beiden Regionen geschafft haben, soll nun für ganz Belgien erreicht werden: Schließlich haben auch Flanderns und Brabants Köche Traditionsreiches aufzutischen. Ansonsten kann Belgien (außer Frankreich) mit den meisten Zwei- oder Drei-Sterne-Restaurants Europas aufwarten.

Wer nicht nur probieren, sondern selbst den belgischen Kochlöffel schwingen will, kann zu einem „gastronomischen Wochenende“ nach Ostende reisen. An der örtlichen Hotelfachschule wird den Kochschülern die Zubereitung von Fisch à la beige beigebracht (Preis für eine Übernachtung ab etwa 100 Mark).

Weitere Informationen über das Kulinarische Jahr erteilt das Belgische Verkehrsamt, Berliner Allee 47, 4000 Düsseldorf 1. Dort gibt es auch die kostenlose Broschüre „Die belgische Küche und ihre Spezialitäten“. Hella Leißner