Manfred Abelein, CDU-Bundestagsabgeordneter, Rechtsprofessor und als passionierter Bergsteiger gern in luftigen Höhen zu Hause, muß in die Niederungen juristischer Händel herabklettern. Die Staatsanwaltschaft beim Landgericht München I, Abteilung für Wirtschaftskriminalität, prüft im Rahmen eines Vorverfahrens, ob gegen Abelein wegen Betrugs ermittelt werden soll und muß. Der Grund: Gegen Abelein wurde eine Strafanzeige gestellt.

Der Abgeordnete soll nach Meldung des SPD-offiziösen Pressedienstes PPP angeblich einen schwer gehbehinderten, zu 70 Prozent in seiner Erwerbstätigkeit geminderten 66jährigen Münchener Kaufmann durch einen juristischen Trick um die Wohnung gebracht haben, die er ihm vorher durch notariellen Kaufvertrag zum Preis von 72 384 Mark als Eigentumswohnung verkauft hatte. Abelein selbst ist gelassen. Er bestätigte, daß er einen Rechtsstreit mit einem Mann namens Müller habe und Müller überdies gegen ihn Strafanzeige erhoben hat. Abelein: „Man wird abwarten müssen.“

Die Münchener Kanzlei, die den Abgeordneten vertritt, bewertet die Strafanzeige als einen Versuch, damit den Zivilanspruch des Klägers Müller durchzusetzen und auf Abelein Druck auszuüben. Der Anwalt des Abgeordneten meint, sein Mandant solle „politisch in Mißkredit“ gebracht werden. Gegenwärtig werde geprüft, ob gegen den Abelein-Anzeiger wegen übler Nachrede oder Beleidigung vorgegangen werden könne.

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Otto Wolff von Amerongen, Präsident des Deutschen Industrie- und Haridelstages in Bonn, hält den energiepolitischen Tiefschlaf in der Bundesrepublik noch immer nicht für überwunden. Wolff dieser Tage: „Wir hatten den Ölschock 1973, die kleineren Schocks permanenter Preiserhöhungen in den folgenden Jahren, kräftigere Schocks in den beiden letzten Jahren 1979/1980. Ich frage mich, wieviel Schocks brauchen wir eigentlich noch, um energiepolitisch endlich aufzuwachen.“ Die Antwort darauf erwarten viele von der Bundesregierung, die mit ihrer Energiefortschreibung nicht so recht überkommt.

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Spitzenbeamte, die in noch rüstigem Alter in den Ruhestand treten oder gar in den solchen geschick: werden, sind mit ihrem Insider-Wissen in Wirtschaft und Industrie außerordentlich begehrt. Der jüngste Fall: Der deutsche Generaldirektor bei der EG-Kommission in Brüssel, Willy Christoph Schlieder, verläßt vorzeitig seinen Posten. Im Zuge eines durch den EG-Beitritt Griechenlands bedingten Revirements nahm der erst 54jährige Schlieder, zuständig für die wichtige Generaldirektion Wettbewerb, das Angebot zum vorzeitigen Ausscheiden aus den EG-Diensten an.