Obwohl die Reisebusse in den letzten Jahren sichtbar schmucker und fühlbar bequemer geworden sind, sind Busreisen noch immer mit dem Ruch von billig, klapprig, altmodisch behaftet Gegen das Aschenputtel-Image kämpft vehement die Gütegemeinschaft Buskomfort.

Zwei Pluspunkte hat der Bus gegenüber allen anderen Verkehrsmitteln: Er ist zweifelsohne das energiesparendste und das sicherste Vehikel. Ein Personenwagen verbraucht für die gleiche Transportleistung zehnmal mehr Treibstoff als der Bus. Das Risiko, bei einem Autounfall zu sterben, ist gleich 27mal so hoch wie die Chance, mit einem Bus tödlich zu verunglücken. Sogar die Bahn übertrifft der Bus in punkto Sicherheit deutlich.

Trotz dieser nicht unerheblichen Vorteile tut sich die Busbranche immer noch schwer, die Vorurteile aus den frühen Reisejahren loszuwerden. Eifrigster Propagandist der modernen, komfortablen, ja nachgerade luxuriösen Reisebusse ist die Gütegemeinschaft Buskomfort, der 364 Busunternehmen angehören.

Um deutlich klarzumachen, daß es solche und solche gibt, klassifiziert der Komfortverein seine Wagen nach einem Sternchen-System (analog der Hoteleinstufung) in vier Qualitätsklassen: Bus, Ausflugsbus, Reisebus, Fernreisebus (Sternchen von eins bis vier).

Der Star unter den Reisekutschen muß 22 Kriterien erfüllen, muß unter anderem einen Sitzabstand von 83 Zentimetern aufweisen und eine Sitzplatzbreite von 50 Zentimetern. Die Sitze müssen verstellbare Rückenlehnen haben, Fußstützen und Armlehnen, niemand sitzt mehr an der Tür. Zur Grundausstattung gehören eine thermostatisch geregelte Heizung, Frischluftdüsen, Rollos an den Seitenfenstern, Nachtbeleuchtung, Leselampe, Kühlschrank und WC. Ist sein Bus so eingerichtet, darf sich der Besitzer Sterne und Extrasignets ans Busfenster kleben, denn darüber hinaus gibt es gar noch Busse mit Bordküche, Garderobe und Air-, Condition.

Beim schlichten Einstern-Bus dagegen muß sich der Gast mit 68 Zentimetern Sitzabstand begnügen, hat jedoch Anspruch auf Sitze mit Stoff- oder Plüschbezug, Aschenbecher, Radio und Mikrophon.

Was er von welchem Bus verlangen kann, erfährt er aus der aufwendigen Broschüre „1001 x Busreisen“, in der er jedoch auch ausdrücklich darauf hingewiesen wird, jedes Busreiseangebot kritisch zu prüfen und sich im Reisebüro beraten zu lassen. Die Mitglieder der Gütegemeinschaft müssen in ihren Ausschreibungen die Sternchenzahl des Transportmittels angeben.