ZEIT: Nach der japanischen Auto-Exportbeschränkung gegenüber den USA droht der Bundesrepublik eine zusätzliche Schwemme an Japan-Automobilen. Werden wir auch dann noch die Fahne des Antiprotektionismus hochhalten, wie wir es jetzt schon als einziges Land in der EG tun?

Lambsdorff: Für eine vernünftige Position kann man auch als letzter die Fahne hochhalten, insbesondere dann, wenn man in einem Lande sitzt, dessen Exportanteil am Bruttosozialprodukt höher als in allen anderen Industrieländern der Welt ist.

ZEIT: Dennoch haben auch Sie bereits Bedenken dagegen geäußert, daß die Bundesrepublik eine Art Ausweichmarkt für zusätzliche japanische Wagen werden könnte.

Lambsdorff: Das ist auch richtig. Es darf natürlich nicht so sein, daß alles das, was die Japaner nicht mehr in die Vereinigten Staaten exportieren können, auf unserem Markt abgekippt wird.

ZEIT: Was aber, wenn sie es doch tun?

Lambsdorff: Ich habe nicht den Eindruck, daß sie es tun werden. Denn die Japaner kennen den Wert und die Bedeutung eines Freihandelspartners wie der Bundesrepublik Deutschland, und sie nehmen darauf Rücksicht. Die bisherigen Zahlen lassen jedenfalls eine solche Haltung nicht erwarten.

ZEIT: Gut, der Anstieg der Neuzulassungen hat sich zuletzt etwas abgeschwächt. Aber die Japaner haben in ihrem Preis offenbar noch ziemlich viel Luft – sie könnten billiger anbieten und damit deutschen Produzenten das Wasser abgraben.