Autokraftstoff für Otto- und Dieselmotoren zu erträglichem Preis aus gewöhnlicher, keineswegs hochwertiger Kohle herzustellen, ist einer der Wunschträume in unserer, von kletternden Ölpreisen geplagten Zeit. Wirklichkeit werden mag er dank eines neuen chemischen Katalysators, mit dem gegenwärtig in Forschungszentren der Ölmultis Gulf und Mobil experimentiert wird. Flüssigbrennstoffe lassen sich auf zwei Arten aus Kohle gewinnen, auf einem direkten Weg, dessen Nachteil eine geringe Ausbeute ist, und auf dem Umweg über die Vergasung der Kohle. Bei diesem Fischer-Tropsch-Verfahren werden etwa 85 Prozent des Kohlenwasserstoffs der Kohle in eine Flüssigkeit umgewandelt, aus der der Kraftstoff mit einer Ausbeute von 95 Prozent gewonnen werden kann. Die zentrale Rolle hierbei spielt die Chemikalie, die den Prozeß der Verwandlung des Gases in die Flüssigkeit in Gang bringt, der Katalysator. Während der Kriegsjahre wurde in Deutschland ein Kobalt enthaltener Katalysator verwendet, in Südafrika übernimmt diese Rolle eine Eisen-Kalium-Verbindung. Äußerst vielversprechend, weil sehr wirkungsvoll soll nun ein Katalysator sein, der Ruthenium, eines der leichten Platinmetalle, enthält, wie die Zeitschrift Platinum Metals Review (April 1981) mitteilt.

G. N.

Leierkastenmänner haben immer schon gewußt, was Wissenschaftler des Medical Centers der Tufts-Universität in Neu-England herausbekommen haben: Der possierliche Kapuzineraffe ist ein gelehriges, manuell geschicktes und Menschen treu ergebenes Tier. Es läßt sich, wie Dr. Mary Joan Willard und ihre Mitarbeiter an sechs Kapuzineräffchen herausgefunden haben, zu einem liebenswerten Helfer für Behinderte ausbilden. Die in Mittel- und Südamerika beheimateten Primaten können Türen öffnen und schließen, bestimmte Gegenstände aus dem Kühlschrank holen, sogar eine Schallplatte aus dem Cover ziehen und auflegen. Hellion, eine dreijährige Äffin, betreut seit einiger Zeit einen von den Schultern ab gelähmten Mann. Sie kämmt ihm das Haar, füttert ihn mit dem Löffel, macht sogar die Wohnung mit. einem Miniatur-Staubsauger sauber und geht ihrem behinderten Betreuer mit allerlei anderen Hilfeleistungen zur Hand. Er gibt dem Tier gesprochene Kommandos und zeigt ihm mit Hilfe eines mit dem Mund dirigierten Laserstrahls, wo die Tätigkeiten zu verrichten sind. Obwohl Hellions Dressur noch nicht abgeschlossen ist, macht das Affenweibchen, wie Mary Joan Willard versichert, bei seinen vielfältigen Betreuungsaufgaben weniger als zehn Prozent Fehler. Wenn sich die Kapuzineräffchen weiterhin so gut bewähren, soll an der Tufts-Universität ein Trainingszentrum für die kleinen Helfer eingerichtet werden. Die Ausbildung der Tiere, die etwa 30 Jahre alt werden, wird allerdings nicht weniger kosten als die Abrichtung eines Blindenhundes – um die 15 000 Mark. -ow

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Die Griechen des Altertums benutzten Vergrößerungsgläser, aber – so die fast einhellige Überzeugung der Archäologen – nicht etwa für Brillen, sondern um damit Feuer anzufachen. Wie aber sind in der Antike die vielerorts gefundenen äußerst feinen Gravuren zum Beispiel auf Schmuckstücken hergestellt worden? Eine Antwort darauf glauben Altertumsforscher der New Yorker Staatsuniversität gefunden zu haben, wie sie in ihrer Fachzeitschrift Expedition (Bd. 23, Nr. 2) mitteilen: Kurzsichtige können winzige Strukturen, wenn sie diese nahe vor die Augen halten, mit großer Klarheit vergrößert erkennen. Offenbar – so die Vermutung – sind die Gemmen und Geschmeide von kurzsichtigen Künstlern graviert worden, und weil sich ihr Sehfehler vererbt, war diese feine Kunst in der Regel zur Familientradition geworden. V. G.