Von Jürgen Mackensen

Wie soll Deutschland in unseren Schulatlanten dargestellt werden? Diese Frage hat vor vierzehn Tagen der frühere Hamburger Schulsenator Günter Apel an dieser Stelle folgendermaßen beantwortet:

1. Die Ostgrenze des Deutschen Reiches von 1937 gehöre nur in politische und historische Karten. In physischen und anderen thematischen Karten habe sie nichts zu suchen.

2. Wenn Kultusminister aus politischen Gründen anderer Meinung seien, dann müsse notfalls in Kauf genommen werden, daß einzelne Bundesländer anders verfahren.

Den ersten Teil der Antwort kritisiere ich nicht. Im Gegenteil, ich stimme dem im Prinzip sogar zu. Doch kommt es bei dem erreichten Korn promiß der Konferenz der Kultusminister nicht nur darauf an. Widerspruch, und zwar heftigen, richte ich gegen den zweiten Teil der Antwort.

Die Schulbuchverlage halten es für verhängnisvoll, ja für unerträglich, daß Deutschland in Schleswig-Holsteiner Schulatlanten anders als in Hamburger, in bayerischen anders als in hessischen Atlanten dargestellt werden soll.

Es ist zwar richtig, was Apel sagt, daß Schulbücher in verschiedenen Bundesländern unterschiedlich sind, weil Lehrpläne voneinander abweichen. Außerordentlich bedauerlich ist es jedoch, daß diese Tatsache von vielen inzwischen schon einfach hingenommen wird. In den allermeisten Fällen gibt es für diese Lehrplanabweichungen keine vernünftige Begründung. Nur soviel ist sicher: Regional unterschiedliche Ausgaben von Schulbüchern sind insgesamt teurer als überregionale.