Bundeskanzler Helmut Schmidt sagte zum Nahost-Problem und zum Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser:

Man kann nicht im Palästinenserkonflikt der einen Seite alle Moral zuerkennen und bei der anderen Seite die Achseln zucken ... Das geht insbesondere nicht, wenn man Deutscher ist, in einer geteilten Nation lebt und den moralischen Anspruch auf Selbstbestimmungsrecht des deutschen Volkes erhebt. Dann muß man auch den moralischen Anspruch auf Selbstbestimmung des palästinensischen Volkes anerkennen ...

Für mich ist das eine Tragödie griechischen Ausmaßes, daß nun endlich nach zweitausend Jahren die Juden ihren eigenen Staat wieder haben begründen können, und daß es nicht möglich sein soll, ihn im Einvernehmen mit den Nachbarvölkern zu konsolidieren, zu sichern. Die Israelis müssen anerkennen eines Tages, daß die Palästinenser das Recht haben, über ihr eigenes Schicksal zu befinden, wer sie vertreten soll. Das kann niemand anders bestimmen als die Palästinenser selber.

Und die Palästinenser müssen eines Tages anerkennen, daß die Israelis wie jedes andere Volk der Welt auch das Recht haben, in anerkannten sicheren Grenzen zu leben als Staat.“

Der israelische Ministerpräsident Menachem Begin interpretierte Schmidt:

Schmidt muß in Saudi-Arabien recht lukrative Geschäfte, in Bezug auf Erdöl und wohl auch auf Waffen, gemacht haben, die sein Erinnerungsvermögen beeinflußten. Vielleicht hat er aber keine Ahnung von der jüdischen Geschichte und der Geschichte dieses Landes.

Dem deutschen Volke im Jahre 1981 zu sagen, daß es diesen Arabern gegenüber eine Verpflichtung habe, dagegen aber dem deutschen Volke nicht zu sagen, daß es – in dieser und in allen nächsten Generationen – dem israelischen Volke gegenüber verpflichtet ist! Der Kanzler darf nicht vergessen, was die Angehörigen seines Volkes uns unter dem Nazi-Regime angetan haben. Sie haben Millionen unserer Kinder ermordet. Sie dürfen das nie vergessen. Es ist nackte Arroganz und Frechheit, meiner Generation, der Generation der Vernichtung und der jüdischen Wiedergeburt, zu sagen, daß Deutschland eine Schuld gegenüber den Arabern hat.