Die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG) hat das Kriegsbeil ausgegraben. Und da ihre Bataillone in den meisten Branchen ziemlich schwach sind, hat sie sich wieder einmal die Lufthansa aufs Korn genommen, denn dort hat sie eine schlagkräftige Kerntruppe, die Piloten, ohne die im Luftverkehr nichts geht.

Die DAG will den Spruch eines neutralen Schlichters, eines Bundesarbeitsrichters, nicht akzeptieren, der den Lufthanseaten durchschnittlich 4,3 Prozent mehr Gehalt zubilligen will. Das entspricht etwa dem Ergebnis im öffentlichen Dienst. Die am Vertrag beteiligte Gewerkschaft ÖTV stimmte denn auch zu, ebenso wie die Lufthansa.

Nur der DAG paßt die ganze Richtung nicht, unter anderem weil ihrer Ansicht nach die höheren Gehaltsklassen zu schlecht wegkommen. Verantwortungsbewußte Gewerkschaftspolitik? Wohl kaum. Hier zeigt sich Gruppenegoismus, den man mit Hilfe von Streikandrohungen der Spezialisten vom fliegenden Personal durchzusetzen hofft. Was schert’s, daß die Lufthansa in den roten Zahlen ist. Einen Verlust würde ja letztlich doch der Steuerzahler ausgleichen müsssen.

Oder will die DAG auf dem Rücken der Passagiere, vor allem der Urlauber, ihren Kampf gegen den Intimfeind ÖTV austragen und sich damit profilieren? Oder ist der Grund ganz simpel: Hat sichDAG-Vorsitzender Brandt einmal über den Lufthansa-Service geärgert? hm