Auf der Wippe des Devisenmarkts sitzen die beiden wichtigsten Reservewährungen, der Dollar und die Mark. An der Mark hängen als Appendix die Währungen des Europäischen Währungssystems, die mit ihr durch feste Leitkurse verbunden sind. Der Mitterrand-Sieg drückte den Franc – und trieb den Dollarkurs. Damit hat sich auch im Verhältnis Dollar-Mark die Tendenz der letzten Woche fortgesetzt. Ein starker Dollar bedeutet eine schwache Mark.

Der starke Dollar spiegelt die ersten Erfolge Reagans im Repräsentantenhaus wider, wo seine Vorschläge zur Kürzung der Staatsausgaben eine überzeugende Mehrheit fanden. Die Stärke des Dollar ist aber auch der Widerschein amerikanischer Entschlossenheit im Kampf gegen die Inflation. Die Zinsen sind dort weiter gestiegen. Wäre die Bundesbank mit dem Diskont gefolgt, hätte der Dollarkurs nicht solche Ausschläge gezeigt. Aber noch höhere Zinsen sind bei der deutschen Bankkundschaft, wie Bankiers beobachten, nur noch schwer durchzusetzen.

Wenn sich das als richtig herausstellt, dann wird der Dollar bald noch stärker, die Mark noch schwächer werden. Eine schwache Mark verteuert die deutschen Einfuhren, das Defizit in unserer außenwirtschaftlichen Bilanz wird 1981 nicht kleiner werden eher größer – ein Grund mehr, daß Mark vorerst unter Druck bleibt.

R.H.