„Es gab Augenblicke, da habe ich mir gesagt: Jetzt mag ich nicht mehr, jetzt ist Schluß ... Mittwochs ein Bundesligaspiel, samstags das nächste, Nationalmannschaft, Europacup – nein, danke. Ich war müde. Plötzlich heißt es: Raus zum Training! Ich habe den ersten Kontakt mit dem Ball – und mit einem Mal sieht die Welt ganz anders aus. Ich bin wieder so wild auf den Ball, als hätte ich ein Jahr lang nicht spielen dürfen. Ich mache Kunststücke mit dem Bau, schneide ihn an, schlage lange Pässe. Ich fühle, wie ich den Ball beherrsche – und meine Laune wandelt sich schlagartig. Ja. ich bin glücklich.“

Franz Beckenbauer in „Fit mit Franz“, herausgegeben von der Deutschen BP

Gemeinsam unausstehlich

Aus ganz Europa waren sie auf den Killesberg gekommen, 600 an der Zahl, Maxim Gorki und Kurt Tucholsky hatten Grußadressen geschickt und der Süddeutsche Rundfunk übertrug einen ganzen Abend lang ihr Programm – das war 1929, zu Pfingsten, beim ersten Stuttgarter Vagabundentreffen. Ein zweites, größeres soll es in diesem Jahr geben, am 12. und l3. September, mit Musikern, Pantomimen, Feuerschluckern und Zauberern – und insgesamt eben tausend oder auch zweitausend Vagabunden, im Amtsjargon Nichtseßhafte, in der Umgangssprache Penner oder Stadtstreicher geheißen. „Berber“ sagen die Organisatoren, die mit dem Stuttgarter Treffen Kommunal- und Sozialpolitikern Dampf machen und den Berbern Mittel und Wege aufzeigen wollen, sich selbst zu helfen. Motto: „Allein machen sie dich ein, und gemeinsam sind wir unausstehlich“.

Knauser leiden

„Greifen Sie tief in die Tasche! Betrinken Sie sich im exklusivsten Lokal Ihrer Stadt mit dem teuersten Champus, schwingen Sie sich sodann in Ihren Maserati, um Ihren liebsten Mitmenschen mit einem besonders erlesenen Geschenk zu beglücken! Denn ‚Free-spenders‘ sind gesünder und glücklicher als Pfennig-Fuchser.“ Dies fand die US-Illustrierte Psychology Today bei einer Befragung von 20 000 Lesern heraus. „Knauserer haben geringere Selbstachtung, sind unglücklich über ihre Finanzen, ihre Freunde und ihre Jobs“, schreibt das Blatt. Leute dagegen, die Spaß am Geldausgeben haben, seien „körperlich gesunder“. Moral der Geschichte: Geld macht nicht glücklich – man muß es schon unter die Leute bringen.

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