-
Ausgabe 07/1982

Artikelübersicht
Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.
- Politik
-
Alles ist möglich
Inzwischen ist die Stimmung wieder einigermaßen normal; business as usual bei den Regierungsfraktionen und bei der Opposition.
Von Carl-Christian Kaiser
-
„Komm“-Prozesse: Sachlich weitermachen
Kastner: Die vom Landgericht Nürnberg-Fürth angeordneten Nachermittlungen werden beschleunigt durchgeführt. Sie sind noch nicht abgeschlossen.
-
Zwischenrufe und Ordnungsrufe
Natürlich haben sich einige Bundestagsabgeordnete an Ordnungsrufe gewöhnt wie der Spaziergänger an einen Sommerregenguß. Herbert Wehner wird sehr oft getadelt; es rührt ihn nicht mehr.
Von Wßlfgang Eben
-
Das „Wapperl“ rehabilitiert
Christine Schanderl aus Regensburg war vom Gymnasium relegiert, die Münchenerin Dagmar Henn für eine Woche vom Unterricht ausgeschlossen worden, weil sie während des Bundestagswahlkampfes 1980 eine „Stoppt Strauß“-Plakette getragen hatten.
Von Hans Schueler
-
Jetzt geht Kohl aufs Ganze
Aus pädagogischen Gründen benutzt Helmut Kohl einen seiner Standardsätze nicht mehr: die Koalition sei am Ende. Zu oft ist diese Wendung benutzt worden, als daß sie nicht zwangsläufig die Frage provoziert hätte: Warum sind wir dann immer noch nicht dran? Schon bisher war vielen in der Union die Überzeugung nicht auszutreiben, eigentlich hätte man diesem morschen Koalitionsgebäude nur noch einen kräftigen Stoß versetzen müssen, dann wäre es zusammengebrochen.
-
Rückzug auf das große Ganze
Chinas starker Mann, Deng Xiaoping, ist ins zweite Glied zurückgetreten. Der 77jährige Vize-Parteichef und Oberste Befehlshaber der Streitkräfte will sich künftig nicht mehr um die täglichen Regierungsgeschäfte kümmern, sondern nur noch auf das große Ganze und die korrekte Linie achten.
-
Ein Kraftakt aus der Defensive
Mit der Absicht, mehr Demokratie zu wagen, hat die sozial-liberale Koalition vor mehr als zwölf Jahren begonnen.............
Von Hermann Rudolph
-
Wolfgang Ebert
Genfer Dialog
Russe: Aus der Art etwa, wie Sie einem ganz langsam die Hand reichen. Oder wieviel Zeit Sie brauchen, um Ihre Pfeife zu stopfen.
- Wirtschaft
-
Israel
Der Rückzug wird teuer
Im Januar beschloß die israelische Regierung, 1400 Siedler aus der Sinai-Halbinsel zu evakuieren. Jetzt beginnt ein verbissener Kampf um die Höhe der finanziellen Entschädigungen, über die sich sogar die Minister zerstritten haben.
Von Teddy Prenss
-
Falsche Hoffnung
Erst zwei Millionen Arbeitslose übten auf SPD und FDP so viel Druck aus, daß sie sich an eine Änderung der Mietgesetze machten.
-
Bonner Kulisse
Während der niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht gerade zum 28. Mal mit der Beteuerung zitiert wurde, er habe gar nichts, gegen das Beschäftigungsprogramm der Bundesregierung, wenn es nur anders als mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer ab Juli des nächsten Jahres finanziert werde, wurde aus Saarbrücken bekannt, daß der dortige Wirtschaftsminister Werner Klumpp einem Kompromiß im Streit um das Bonner Beschäftigungsprogramm zuneigt – wenn schon nicht als Minister, dann doch als Chef der Saar-FDP.
Von Dieter Fiel
-
Zu spät reagiert
Die große Kunst, sagt man, bestehe darin, das Richtige auch stets zur rechten Zeit zu tun. Doch diese Gabe ist – wie es scheint – nur wenigen vergönnt.
-
Gegendarstellung
In dem Artikel „Die Faulheit ist verordnet“ von Wolfgang Gehrmann in der ZEIT Nr. 5 vom 29. 1. 1982 wird behauptet, die Verwaltungsrichter in Bremen hätten in einem Jahr pro Kopf nur zwanzig Rechtsstreite erledigt.
-
Graue Eminenz
Zwei Tage lang sah Hans Matthöfer aus wie der sichere Sieger. Der Finanzminister schien sein Beschäftigungspaket durchboxen zu können und die „Initiative 83“ an sich zu reißen.
-
Alles dreht sich um den Dollar
In den letzten Tagen haben die Rufe nach einer Zinssenkung „als das beste Beschäftigungsprogramm“ weiter an Lautstärke gewonnen.
-
Ende eines Monopols
Paris, 12. März 1932. In den Straßen herrscht Chaos. Menschenmassen schieben sich zur Champs Elysée, um den Trauerzug für den französischen Außenminister Aristide Briand mitzuerleben.
-
Geld statt Arbeit
In Hamburg verlor am Donnerstag voriger Woche ein Arbeitsloser die Nerven. Stundenlang hatte er auf dem Flur des Arbeitsamtes warten müssen.
Von Wolf gang Gehrmann
-
Fast zwei Millionen Arbeitslose gibt es diesen Winter in der Bundesrepublik. Dabei ist das Ruhrgebiet besonders stark betroffen. Wie sieht es in einer Stadt aus, die wie Dortmund mit hohen Arbeitslosenziffern leben muß?
Den Tod der Hütte überlebt
Die beiden Männer erinnern mich an die frühe Nachkriegszeit. Denn was sie tun, war damals gang und gäbe: Sie klauben alte Ziegelsteine auf, säubern sie und machen sie damit fertig für eine neue Verwendung.
Von Heinz-Günter Kemmer
-
Gefahr der Lähmung
Die Gründung einer Ruhrstahl AG, in die Hoesch und Krupp ihre Stahlinteressen einbringen wollen, ist beschlossene Sache. Ehe jedoch die beiden Unternehmen den Steuerzahler zur Zahlung der Mitgift verpflichten dürfen, müssen sie noch eine Reihe von unbequemen Fragen beantworten.
-
...und noch ein Skandal
Wenn es darum geht, Unternehmerwillkür, eiskaltes Profitstreben und rücksichtslose Ausbeutung von Marktmacht anzuprangern, dann lassen sich die deutschen Gewerkschaftsfürsten von niemandem überbieten.
Von Michael Jungblut
-
Fernsehgeräte
Run auf Stereo
Die Marktforscher lagen falsch, die meisten Unternehmensbosse auch – und selbst die erfolgsgewohnten Japaner haben nicht damit gerechnet: Seit am 4.
Von Heinz Blüthmann
-
Sir Freddie Laker
Abgestürzt im Höhenrausch
Am Montagmorgen um elf erschien Lord Bethell im Londoner Sabena-Büro in Piccadilly, ließ sich zu Geschäftsführer Claessens führen und drückte dem Belgier persönlich die gerichtliche Vorladung in die Hand.
-
Eine Chance vertan
Gefahren und Chancen der Mikroelektronik beschreibt der neueste Bericht des Club of Rome. Die Autoren beschränken sich jedoch weitgehend auf die Analyse – konkrete Lösungsvorschläge sucht der Leser leider vergeblich.
Von Riebard Gaul
- Wissen
-
Das Ende einer Dienstfahrt
Nun ist Helmut Schmidt also mit Brief und Siegel bestätigt worden, was er vorher schon gewußt hat: Solange die Koalition zusammenhält, bleibt er ihr Kanzler.
Von Diether Stolze
-
Bankrott-Politik
Der amerikanische Verteidigungsminister Caspar Weinberger dringt darauf, daß Polen offiziell für zahlungsunfähig erklärt wird.
Von Marion Gräfin Dönhoff
-
Schöne Heimat
Eine Zeitlang hieß es böse, die Neue Heimat habe nach der Royal Air Force Deutschland zum zweiten Mal zerstört, als sie erst einfallslos backsteinern, später in betonierter Brutalo-Ästhetik unsere zerstörten Städte wieder aufbaute.
- Reisen
-
Ski-Spitzen
Gefilmt: Bad Lauterberg im Harz nimmt Kur- und Wintersportgästen nun doch auch das lästige Motivsuchen ab. In fünf Filmminuten hat das „älteste Wasserheilbad Deutschlands“ (man sollte unsere verseuchten Flüße dort zur Kur geben) seine Reize und Attraktionen auf Super-8 versammelt.
-
Was weiß der Teufel vom Wedeln
Die ältesten Zeugen wußten noch nichts von Schnee und Eis, geschweige denn von Abfährt, Liftkarussell und Bettenkapazität. Rund 600 Millionen Jahre, glauben die Experten, seien jene versteinerten Muscheln alt, die heute in der Ciasa de la Regales von Cortina d’Ampezzo aufbewahrt und gezeigt werden.
-
Südamerika
Nächte mit Schildkröten
Sie haben es uns angetan – die behäbigen Monster. Kurz nach Sonnenuntergang ockupieren sie den Strand, scharren tiefe Löcher, schleudern Sandfontänen, schaffen eine Kraterlandschaft.
- Auto
-
Das Bücherschaufenster
Modell für das Anstößige wie das Aufschließende: Hubert Fichtes großes Gespräch mit seinem literarischen Widerpart Jean Genet – ursprünglich in der ZEIT (Nr.
Von Fritz J.raddatz
- DIE ZEIT
-
Ben Witter
-
Zeitmosaik
Bondy hat am Wochenende in Köln (wir kommen darauf zurück) Shakespeares „Macbeth“ geduldig und in bitter anrührenden Bildern als die Geschichte eines Mannes und einer Frau erzählt, die in den Sog einer Zeit geraten, die sie verbraucht und zerstört.
-
Bye-bye Bayern
Kleist ist nicht, wie versprochen, zur Probe gekommen, um den 4. Akt zu kürzen. „Wo ist Heini?“ fragt jedermann. Ein Dichter, spurlos verschwunden, das Telephon tot, das Auto verlassen.
-
Geehrt und gemeldet
Die Karl Ritter von Frisch-Medaille der Deutschen Zoologischen Gesellschaft wurde Professor Werner Nachtigall von der Universität des Saarlandes in Saarbrücken verliehen.
-
Emilia Romagna: Kosmetik für die Küste
Die Adria – früher Inbegriff deutscher Sonnensehnsucht – mußte im letzten Jahr deutliche Einbußen verzeichnen. Jetzt haben die Fremdenverkehrsbosse der verschmähten Küste ein paar Maßnahmen beschlossen, um ihren Strand wieder begehrter zu machen.
-
Zwei Tage nach der Vertrauensfrage im Bundestag fuhr unsere Reporterin mit dem Kanzler ins Ruhrgebiet. Wie denkt er nun über seine Partei? Haben die Krisen bei ihm Spuren hinterlassen? Wie möchte er vor der Geschichte dastehen?
Dem eisernen Kanzler entzieht sich der Amboß
Zwei Tage nach der Vertrauensfrage im Bundestag fuhr unsere Reporterin mit dem Kanzler ins Ruhrgebiet.......................
Von Nina Grunenberg
-
Ingenieur, Maler und Präsident
Duarte ist Präsident der regierenden Vierer-Junta (zivilmilitärisch), gebildet aus dem Oberkommandierenden der Streitkräfte (Oberst Gutierrez), zwei Christdemokraten (José Napoleón Duarte und José Antonio Maries Ehrlich) sowie einem Unabhängigen (Dr.
Von A. K.
-
Kunstkalender
Nach dem etwas mächtig geratenen Bildimport aus russischen Museen und Depots ist in die Kunsthalle wieder jene Konzentration zurückgekehrt, die nun über zwei Jahre hin zum Qualitätsausweis der Baden-Badener Ausstellungsarbeit geworden ist.
-
Plädoyers für ein begrenztes Risiko
Hellmut Becker: Gerade angesichts dieses tragischen Unfalls muß man feststellen: Die Unfälle sind nicht zwangsläufig, die Kurzschule Berchtesgaden hat seit Ihrer Gründung, also seit 14 Jahren ohne nennenswerte Unfälle gearbeitet.
-
Warum muß Irene siegen?
Irene Epple zogen sich die Unglücksvokabeln zusammen wie schwarze Wolken: Sie war „die große Verliererin“, hatte sich „Blamables“ geleistet, und „eine Medaillenwelt“ war ihretwegen „zerbrochen“.
-
Zuviel Nitrat aus tiefen Brunnen
Die übermäßige Düngung auf landwirtschaftlichen Flächen gefährdet das Grundwasser
-
Das kleine Ich
Als Schreiber hat man immer mit Lektoren oder Redakteuren zu tun, die glauben, sie hätten das selber alles besser schreiben können.
-
,,Unser Vaterland ist krank“
Nicht aus dem Fenster des Vatikan sprach Polens Stimme am letzten Sonntag, auch nicht mit jenem verzweifelten Aufschrei, den der Papst zuletzt im Gedanken an seine ferne Heimat nicht mehr unterdrücken konnte.
-
Italienische Herrenmode
Da hätte sich Michelangelo gefreut
Der große Treffpunkt für italienische Herrenmode ist Florenz mit seinem „Pitti Uomo“. Drei Palazzi sind gefüllt mit Neuem für den kommenden Winter und überfüllt von Einkäufern und Journalisten aus aller Welt.
-
Worte der Woche
-
Anmut der Stille
Schleswig-Holstein: Da denkt man an See und an Strand, an Watt und an Wind, an Krabben und an Köm, an Kirchen denkt man wohl zuletzt, und wenn, dann an die großen Dome in Lübeck und Ratzeburg.
-
Die Tatsachen des Lebens
Eine Meldung, diesmal aus London: Auf offener Straße wurde eine 17jährige Frau vergewaltigt und ermordet. 25 Minuten lang schrie sie, rief sie um Hilfe.
-
Preiserhöhungen in Polen
Panzer geben Feuerschutz
Eine der wenigen „objektiven Gesetzmäßigkeiten“ – wie es im Parteijargon heißt –, die man aus der Entwicklung des polnischen Sozialismus ableiten könnte, lautet: Das System kann Preiserhöhungen nicht realisieren, ohne seine Existenz aufs Spiel zu setzen.
-
Polierte Schätze
Vor zwei Jahren hatte er Feuer gefangen an zwei gußeisernen Kanonenöfen, die er zufällig bei einem Trödler entdeckte. Heute hat der sechsunddreißigjährige Bauingenieur Udo Arndt ein Spezialgeschäft für antike Öfen aus der Zeit von 1740 bis 1930.
-
Leidvolle Erfahrungen
Minchen zuliebe
Name ist Schall und Rauch“, hat Goethe gesagt – aber hat er da wirklich recht gehabt? Darüber sinne ich nach, während mein rechter Zeigefinger die Wählscheibe meines Telephons betätigt.
-
Der große Bruder ist knapp bei Kasse
Ein Unternehmen, das über Jahre hinweg ineffizient wirtschaftet und sich weigert, seine untauglichen Produktionsmethoden zu verändern, bekommt mit Sicherheit keine Bankkredite mehr.
-
Optimistisch in die Zukunft
Der Wettbewerb wird schonungslos“, kündigte jetzt Hans Glaser, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Reisebüros (DER), in einer Vorschau auf das laufende „Reisejahr“ an.
-
Kontaktversuche
Ganz klein, ganz unten auf dem großen Papierbogen der Druckerei, knapp über dem Rand: Kontakt, ein Wort, das später von einer Maschine abgeschnitten werden wird, bedeutungslos ist, unauffällig, übersehbar – und doch bleibe ich immer wieder an diesem Kontakt-Zeichen hängen, wenn ich die Zeichnungen Pier Paolo Pasolinis sehe.
Von Raimund Hoghe
-
Kein Grund zu lachen
Mein lieber Freund Jean, der früher, als wir noch gemeinsam eine rheinische Schulbank drückten, Schang hieß, rief an und sagte, Simone wünsche mit mir auszugehen, und dann war sie auch selber am Apparat.
-
Kofferkunde
Flughäfen und Bahnhöfe werden immer größer und weitläufiger, die Strecken, die Reisende beim Ein-, Um- und Aussteigen zurücklegen müssen, immer länger.
-
Zeitspiegel
Eiskunstlauf-begeisterte Fernseh-Zuschauer in der DDR wurden am vorigen Donnerstag für ein paar Minuten von der live-Übertragung der Europameisterschaften in Lyon ausgeschlossen.
-
Musiktheater: Rolf Liebermann inszeniert in Genf Richard Wagners „Parsifal“
Der reine Tor und unsere Angst
Als Intendant, das war das Bekenntnis von Rolf Liebermann, habe man nicht das Recht, seine eigenen Kompositionen herauszubringen, weil man sonst seinen Kollegen die wenigen bevorstehenden Möglichkeiten einer Aufführung verbaue.
Von Heinz Josef Herbort
-
Vietnam vor der Haustür?
Staatssekretär Thomas O. Enders, der einst als US-Botschafter in Pnom Penh das (gesetzwidrige) Bombardement Kambodschas im Sommer 1973 koordinierte – eines der schwersten in der Militärgeschichte – rechtfertigt heute eine neuerliche 55 Millionen Dollar teure Investition in das schrumpfende Kriegsarsenal der salvadorianischen Junta mit derselben Logik, die einst Amerika an die südostasiatische Tragödie gefesselt hatte: „Jetzt El Salvador nicht mehr zu unterstützen, heißt, es für immer preiszugeben.
-
ADAC-Reiseclub: Nur als Mitglied nach Amerika
Die ADAC-Reise GmbH hat jetzt einen „Reiseclub ’82“ gegründet. Wer nach diesem Clubprogramm Urlaub machen will, muß allerdings Reiseclub-Mitglied werden oder bereits ADAC-Autoclubmitglied sein.
-
Noch ist alles in der Schwebe
Vorerst ist aus der Madrider Folgekonferenz der KSZE (Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) ein Tribunal über die Sowjetunion und Polen geworden.
Von Gunter Hofmann
-
Friedensbewegung
Ein klares Wort zu Polen
An Polen scheiden sich die Geister. Parlamente und Parteien zerstreiten, Verbündete und Freunde entzweien sich. Für Bundeskanzler Schmidt mag es ein schwacher Trost sein, daß sich auch die von ihm ansonsten wenig geschätzte Friedensbewegung mit der Reaktion auf das Kriegsrecht in Polen ebenso schwer tut wie die Regierung: Auch hier das gleiche Schwanken zwischen moralischer Empörung und realpolitischer Vernunft.
Von Karl-Heinz Janßen
-
Legionella in der Leitung
Ein neuer Test beschleunigt die Suche nach Erregern der „Legionärskrankheit“
-
Nota bene
platz die kleinen Gäste. Nachwuchsschlemmer, die Meter" hohen Hinkelstein ; nicht überragen, Zahlen für das Büffet ncsr die Hälfte.
-
Der Berg der kopflosen Götter
Der Nemrud Dag, Grablege des Königs Antiochos, Kultstätte des Kommagene-Reiches
-
Einsam zwischen allen Stühlen
Ich hatte sie zuletzt im Reportergewühl der Madrider Kongreßhalle gesehen, wie sie fröstelnd auf die Ankunft des spanischen Kronprinzen wartete.
-
„Ich verkörpere die Hoffnung“
Andreas Kohlschütter interviewte den Präsidenten von El Salvador, José Napoleon Duarte
-
Stille nur am Rand
An den Tegernsee zum Skilaufen? Wegen der Aussicht auf ein hangauf, hangab schwingendes Karussell scheinbar nie endender Pisten fährt keiner hin.
-
Zeitlese
Zwei ZEIT- Leser schrieben uns: „In der Ausgabe vom 29. Januar 82 (Nr. 5) haben Sie eine Zeichnung von Tomi Ungerer ‚Kaffee und Kuchen‘ ausgewählt, die einen weiblichen Körper abbildet, dessen sekundäre Geschlechtsmerkmale zum Genußmitttel – als Beilage zum Kaffee – stilisiert wurden.
-
Die Telegötter sind ratlos
Man muß sich das etwa so vorstellen: Montag abend im dritten Kanal – nach dem Fernsehfilm sind die Kinder im Bett, es ist Viertel vor elf – steht die Sendung „Rendezvous“ auf dem Programm.
-
Meine Kindheit unter dem Hakenkreuz
Die Geste auf dem Photo vom 14. Februar 1931 ist nicht ganz eindeutig. Es zeigt mich, zweieinhalb Jahre alt, in einem lebhaft gemusterten Pullover sowie einer langen, weiten Hose, die oben mit einem Gummiband gehalten wird und, nach der Art des Materials zu urteilen, eine Kreuzung aus Schlafanzug und Trainingshose gewesen sein muß.
- Gesellschaft
-
Umverteilung – ein langsamer Prozeß
Zwar hat sich die Einkommenssituation der privaten Haushalte in der Bundesrepublik nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin weiter angepaßt.
-
Fimtips
„Arthur – Kein Kind von Traurigkeit“ von Steve Gordon ist eine jener im schönen Kino-Niemandsland vornehmer Hotels und mit Gold und Marmor gekachelter Badezimmer angesiedelten Geschichten der verrückten, hart an ihrem Vergnügen arbeitenden New Yorker Super-Reichen, wie sie vor etwa 50 Jahren Mitchell Leisen, Leo McCarey oder Preston Sturges perfekt zelebrierten.
-
Manager und Märkte
Die Klagen während des vergangenen Jahres ließen Schlimmes erwarten: Die großen Ölgesellschaften stöhnten über Verluste von mehr als hundert Mark je Tonne Rohöl, klagten über den sinkenden Absatz, der Preiserhöhungen verhinderte.
-
Der Löwe von St. Jacobi
Weiß die CDU, was sie an Walther Leisler Kiep hat? Falls sie Zweifel darüber hegt, sollten sie nach diesem Film ausgeräumt sein.
Von Hermann Rudolph...
-
Illegale Arbeitnehmer: Boom in der Flaute
Während in allen Branchen Flaute herrscht, hat ein Wirtschaftszweig derzeit Hochkonjunktur: das Geschäft mit illegalen Arbeitnehmern.
Von Martin Ungtrer
-
Ausschwitz 1984
Wer die Vergangenheit beherrscht, beherrscht die Zukunft“, heißt ein Slogan der Einheitspartei in Orwells „1984“; die Hauptfigur Winston Smith ist selbst ein Rädchen im Mechanismus der Vergangenheitskontrolle: er hat frühere Zeitungen so umzuschreiben, daß sie mit der Lesart der Gegenwart übereinstimmen.
-
Mieten klettern schneller
Gattermann: Wenn auch andere Daten, vor allem die Zinsen, wieder stimmen, dann werden die auf die mittelfristige Verbesserung der Erträge angelegten mietrechtlichen Bestimmungen ein ganz wesentlicher Faktor sein für das Anspringen der Investitionen.
-
Theater: „Macbeth “ in Köln, „Hamlet“ in Freiburg
Das Leben ein Alptraum, der Tod ein Beamter
Man hatte Grillen gehört in der grausen Nacht, Vogelstimmen, ferne Musik – jetzt schlägt krachend der Donner. Der nackte Mörder hockt sich auf sein Bett, kreuzt die Dolche über dem Kopf, schneidet sich ein blutiges Mal in die Stirn.
-
Frankin Roosevelt und die Deutschen
War der amerikanische Präsident in der Lage, sich von „deutschen Dingen“ ein Bild zu machen?
-
Nach Apollo, jenseits von Aftershave
Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um, zumindest beinahe: Ulrich Greiner, der in der vergangenen Woche an dieser Stelle geschrieben hatte, die Frau von heute habe den Sinn für die Macht der in sich selbst ruhenden Schönheit verloren und jage statt dessen ihren angepaßten Stromlinienkörper „über die Rennbahn der Karrieren“, wird es ertragen und überleben, wenn er nun von einigen dieser Damen, die ihre ruhende Schönheit aufgegeben haben, mit Worten und in Gedanken geröstet und gegrillt wird.
-
Die neue Schallplatte
Michael Heltau: „Vom Himmel das Blau“. Wenn gefeierte Interpreten der darstellenden Künste dem Drang zum Volkstümlichen nicht mehr widerstehen können und nun beweisen wollen, daß es nur schlechte oder gute, nicht aber Unterhaltungs- oder ernste Musik gebe, kann es, wie man weiß, fürchterlich werden: weil sie das Populäre übertreiben, weil sie Operettenlieder oder Schlager zu Fortissimo-Arien aufplustern, weil sie unerträglich neckisch werden oder mächtig übertreiben.
-
Das Tiefsinnige beiläufig
Zwei Schauspieler, Christine Wodetzky und Michael Degen, lasen Texte von Joyce, zu seinen Ehren und seinem Gedächtnis, und machten ihre Sache vortrefflich: Leicht und präzise wurde gesprochen, das Tiefsinnige anmutig und beiläufig dargeboten, der Wortwitz nicht aufdringlich, sondern in Parenthese zur Geltung gebracht.
-
Zeitraffer
Zu den Kritikern der amerikanischen Sanktionen gegen die Sowjetunion gesellt sich jetzt auch das Hamburger HWWA-Institut für Wirtschaftsforschung, das auf die intensiven Wirtschaftsbeziehungen Westeuropas mit dem großen Ost-Partner hinweist.
- Kultur
-
Austromane Epochen-Synopse
Was wird man von einem historischen Sachbuch halten müssen, das sich einen Satz wie diesen leistet: „Der Sommer verblaßte zu einem klaren Herbst voll innerem Licht“? Hier habe, wird die Antwort lauten, sich ein verhinderter Goldschnitt-Lyriker auf die Geschichtsschreibung verlegt.
-
Georg Lukács blickt zurück: ein Leben voller Brüche und Widersprüche
Irrwege eines Idealisten
Die Einsicht muß schrecklich für Georg Lukács gewesen sein. Schon seit Monaten wußte der Sechsundachtzigjährige, daß er an Krebs erkrankt war.
Von Gerhard Spörl
-
Die allerverführerischsten Blicke
Zu Unrecht vergessen: Curtis Bernhardt. Eine Retrospektive der Internationalen Filmfestspiele in Berlin zeigt ihn als einen der großen Melodramatiker
-
Geometrie des Herzens
A m 7. November 1919 kam Rainer Maria Rilkezu einer Dichterlesung in die „Museumsgesellschaft“nach St. Gallen. Unter seinen Zuhörern: ein achtzehnjähriges Mädchen, Tochter eines angesehenen Anwalts und Politikers.
Von Rolf Michaelis
-
Kritik in Kürze
„Das Tagebuch der Nina Kosterina – Moskau 1936-1941“. Die Eintragungen der 15jährigen beginnen mit Selbsteinschätzungen: „Wer bin ich und wie bin ich? Darüber habe ich lange nach gedacht.
- Länderspiegel
-
Nicht zu viel Heu...
Hans Leussink war der erste Bildungsminister der sozial-liberalen Koalition. Er gehörte keiner Partei an, aber er war ein Fachmann, der das Bildungs-Management von der Pike auf gelernt hatte: als Rektor der Technischen Universität in Karlsruhe, als Präsident der Westdeutschen Rektorenkonferenz und als Vorsitzender des Wissenschaftsrates.
Von Nina Grunenberg
-
Wer ist Günther Adler?
Geständnis“. Das Wort kam zögernd, wie durch ein Versehen aus dem Mund des Strafverteidigers Edgar Liebrucks. Der hinter seinen beiden Verteidigern sitzende Angeklagte Günther Adler hat es nicht gebraucht.
Von Hanno Kühnen
- Leserbriefe
-
Eine SPD – zwei Parteien
Die Sozialdemokraten müssen ihr Heil in der Öffnung, nicht in der Abgrenzung suchen
Von Rolf Zundel