Von Wolfgang Weise

Die kleine Fokker Friendship landet auf der kurzen Piste. Ein typischer Falklandtag nimmt uns auf: Es stürmt.

Der ewige Wind von Patagonien wird uns auch auf den Falkland-Inseln nicht verlassen. Im Jahresschnitt werden hier viermal pro Monat Sturmböen gemessen. Eine dünne Schneedecke liegt auf den sanften Hügeln der Westinsel, die baumlos bis auf 780 Meter über dem Meeresspiegel aufsteigt. Es ist Winter.

Am 27. Januar 1690 landete Captain John Strong als erster auf diesen Inseln, nachdem sie 1592 das erste Mal gesichtet worden waren. Heute hat Argentinien ein Auge auf die Falkland-Inseln (spanisch: Isias Malvinas) geworfen. Da Öl vor der südargentinischen Küste sprudelt, vermutet man Quellen auch auf den Inseln – wohl letztlich der Grund für Argentiniens Anspruch. Einige Geologen vertreten freilich die Theorie, daß die Falkland-Inseln im Zuge der Kontinentalverschiebung (Continental Drift) ein Teil Südafrikas und nicht Südamerikas sind. Der Ölreichtum ist also umstritten.

Einem Interview des englischen Fernsehens zufolge würden fast alle Falkländer auswandern, wenn Argentinien „ihre Inseln, ihr angestammtes Land nähme“. Ironischerweise hat England jedoch ein Gesetz erlassen, daß nur diejenigen ins Mutterland zurückwandern können – die Falkländer sind reinrassige Schotten und Engländer –, deren Mutter oder Vater in Großbritannien geboren ist.

Die Aufregung ist groß. Inder und Pakistanis durften aus Uganda nach England umsiedeln, Falkländer dürfen es nicht. Stehen die Falkländer auf verlorenem Posten?

Argentinien stellt die Verbindung mit dem Festland her, liefert regelmäßig Öl und frische Lebensmittel. Das britische Versorgungsschiff kommt drei- bis viermal pro Jahr. Aber das Kriegsschiff der Briten, das den Argentiniern bislang Respekt einflößte, soll im Zuge der Einsparungen die Falkland-Inseln nicht mehr anlaufen. Eine Misere, die nicht an die Weltöffentlichkeit gerät, obwohl die Falkländer einen Bevollmächtigten zur UNO entsandt haben. Ein Bagatellfall im Weltgeschehen. Da nützen auch die Sprüche nicht, die in vielen Fenstern auf den Inseln hängen: „Keep the Falklands British“ und: „God save the Queen“.