Über Jahrhunderte hinweg haben die meisten Menschen auf dem Land und vom Land gelebt. Seitdem die Industrialisierung gesellschaftliche Entwicklung und Alltagsleben prägt, ist von dieser bäuerlichen Welt kaum mehr als eine schwache Erinnerung geblieben – und die ist noch dazu zumeist falsch. Fast immer ist sie sentimental verklärt, oft genug eher von Nostalgie als von Kenntnissen geprägt; vielfach erscheint das Landleben vor allem als Gegenbild des städtischen Daseins, nicht in seiner Eigenständigkeit. Dem versucht ein Bild-Text-Band abzuhelfen – Jerome Blum: „Die bäuerliche Welt. Geschichte und Kultur in sieben Jahrtausenden“ (Verlag C. H. Beck, München 1982, 240 S., DM 88,–). In Beiträgen verschiedener Autoren, Historiker, Volkskundler und Nationalökonomen, versucht er, die ländliche Lebensweise in ihrer harten, vom Ringen mit dem Boden, der Witterung und Naturkatastrophen gekennzeichneten Wirklichkeit, in ihrer Entwicklung und ihren Konstanten zu umreißen. Der internationalen Anlage des Bandes entsprechend, erstreckt sich dieses Interesse auf Europa, in einem Sonderkapitel auch auf den „amerikanischen Farmer“; das ermöglicht aufschlußreiche Vergleiche, wirkt bei der Unterschiedlichkeit der Gegebenheiten jedoch gelegentlich etwas angestrengt. – Unser Bild: Heuernte in Flandern im 16. Jahrhundert.