Hendl-König Friedrich Jahn hat sich bei der Expansion übernommen

Das war Friedrich Jahns schwärzester Tag: Gerade als er mit einer Journalistengruppe zu einer seit Monaten vorbereiteten Reise in die USA aufbrechen wollte, versetzten den Inhaber des Wienerwald-Konzerns Presseberichte über Schwierigkeiten in seiner Unternehmensgruppe, über hohe Schulden und besorgte Banken in höchste Aufregung.

Der 58jährige Unternehmer aus Österreich, der sei: 1955 aus den kleinsten Anfängen des „Linzer Stüberl“ in der Münchner Amalienstraße einen Gastronomiekonzern mit heute 1550 Betrieben in 18 Ländern mit 25 400 Beschäftigten und 2,2 Milliarden Mark Umsatz aufgebaut hat, mußte Farbe bekennen: Mit 260 Millionen Mark hat er sich, wie er jetzt einräumte, bei zusammen 24 Banken weit stärker verschuldet, als bisher angenommen worden war.

Eine Bilanz hat der Superwirt, nachdem er sich in der Bundesrepublik durch eine Aufsplitterung seiner Aktivitäten aus der Publizitätspflicht heraus- und an der Mitbestimmung vorbeigemogelt hatte, seit Jahren nicht mehr vorgelegt. Vor zwei Jahren versicherte er in einem Gespräch, daß er zur Finanzierung seines Amerika-Engagements nur rund 50 Millionen Mark Kredite aufgenommen habe, die er in zwei Jahren „leicht verkraften“, also abtragen könne – bei einem geschätzten Wert seiner Gruppe von 600 bis 700 Millionen Mark und Eigenmitteln zwischen 200 bis 250 Millionen Schweizer Franken.

„Ich bin doch nicht so dumm, daß ich mich in Gefahr begebe“, hatte Jahn vor drei Jahren versichert und alle Befürchtungen zurückgewiesen, er könnte sich in den USA übernehmen. Jetzt jedoch läßt es sich nicht länger verheimlichen, daß er seine finanziellen Möglichkeiten bei weitem überschätzt hat.

„Wir haben ihn gewarnt vor einer so wahnsinnigen Menge von Investitionen in so kurzer Zeit“, bestätigt ein leitender Mitarbeiter in der deutschen Verwaltungszentrale in der Münchner Elsenheimer Straße. Aber der selbstbewußte Alleinunternehmer wollte sich in seiner Expansion auf Pump und Hoffnung nicht bremsen lassen. In drei Jahren summierten sich so die Investitionen auf riskante 290 Millionen Mark, die zum Teil kurzfristig finanziert wurden, rund 80 Millionen Mark Kredite werden innerhalb eines Jahres fällig.

Gleichzeitig ließ sich Jahn auf drei Abenteuer ein: