Kaum hatte der bekannte bayerische Politiker Washington, den Wahlfahrtsort deutscher Staatsmänner, betreten, fiel er auch schon keineswegs aus der Rolle, sondern nur der eigenen Regierung in den Rücken und seinen Gastgebern zwar nicht vor die Füße, aber wenigstens um den Hals, als ginge es darum, die Zumutbarkeitsregeln für den feinen politischen Stil auf die Probe zu stellen.

Weil wir gerade von Niveau sprechen: das der Zinsen bei uns sank durch eine leichte Drehung an der Zinsschraube um 0,5 Prozent, aber wenn das ein Tritt auf den Zinsfuß des US-Bundesbankchefs gewesen ist – „Volcker, hören Sie unsere Zinssignale?“ –, dann scheint er ihn nicht gespürt zu haben. Denn die Zinsen unserer Leidwährung stiegen noch etwas höher. So bleibt den europäischen Zinssoldaten nur die Drohung mit der Zinsschlange, also sich von Amerika abzunabeln. Zu irgendeiner Zins-Euphorie besteht kein Anlaß, warnt man uns Zinsknechte.

Darum bleibt die Wirtschaft, Was sie immer ist, nämlich skeptisch, weil sie kein Vertrauen hat, schon gar nicht zum Beschäftigungsprogramm der Regierung. Wenn schon die Wirtschaft kein Vertrauen hat, was sollen wir dann erst sagen? Und weil es bei ihr an Vertrauen fehlt, fehlt es auch an der Lust zu Investitionen – und dementsprechend an Wachstum, darum wieder an Steuereinnahmen – und schon starrt Matthöfer, unser aller Lückenbüßer, beklommen auf die nächste Lücke im Haushalt.

Bei „Lücke“ fällt uns sofort das Bundeskabinett ein, da klaffen ja auch so viele Lücken und dazu immer Lecks. Wirkt geradezu leckgeschlagen, die Regierung.

Wenn die Auspacker und ihre Hinter- und Steuermänner so weitermachen, können wir alle mit der Frage: „Wo geht’s denn hier zum nächsten Sumpf?“ auf den Lippen bald einpacken. Wenigstens ein skandalfreier Tag in der Woche sollte uns vergönnt sein.

Unzumutbar, das alles? So unzumutbar wie der neue Erlaß für Arbeitslose, die auf Arbeitsplätze verwiesen werden, die zwar zumutbar, aber nicht vorhanden sind.

Uns aber mutet Breschnjew zu, ihm Glauben zu schenken, wenn er uns einseitige Vorleistungen vorgaukelt. Für wie einfältig hält er uns eigentlich? Den Russen auf den Leim zu gehen, wäre ja ein Bärendienst, dazu sind wir viel zu gerissen, und überhaupt, was würde unsere Supermacht dazu sagen? Bloß nicht hinhören, wenn Moskaus Friedensschalmeien ertönen. Auch hinterm Ural sind Raketen gefährlich. Das weiß doch jedes Kind, daß die Russen um die Ecke, respektive um den Globus herum schießen können.

Sind ja ganz schön perfide, die Sowjets. Eines Tages bieten sie um des lieben Friedens willen an, ihr gesamtes Raketenarsenal zu verschrotten. Was machen wir dann?