• Wollen Sie das Verfahren über den Antrag auf Ministererlaubnis deshalb sechs Monate ruhen lassen, weil Sie annehmen, daß dann in Bonn eine andere Regierung im Amt ist?

Walden: Der Wunsch, das Verfahren ruhen zu lassen, ist wörtlich zu nehmen: Eine Beruhigung der teilweise erheblich nervösen Öffentlichkeit erscheint uns wünschenswert. Das schließt für uns aus, zur Zeit mit detaillierten oder gar spektakulären Äußerungen neue Beunruhigung zu schaffen. Daß die gegenwärtige Bundesregierung zur Zeit besonderen Belastungen ausgesetzt ist, und die Koalition in erhebliche Schwierigkeiten geriet, ist weder ein Geheimnis noch begünstigt es die Entscheidungsfindung im Sinne unseres Antrags.

  • Leitet die Denkpause den geordneten Rückzug vom Fusionsplan ein?

Walden: Die Denkpause, die keine Pause im Nachdenken, sondern eine Pause zum Nachdenken ist, steht nicht unter dem Vorzeichen eines Rückzugs.

  • In der offiziellen Begründung des Verschiebungswunsches wird auf die Anhörung vom 9. März 1982 verwiesen. Die meisten Redner haben sich weder für noch gegen die Fusionspläne geäußert – bis auf die IG Druck. Aber deren Argumente haben doch sicher keinen Eindruck auf Sie gemacht?

Walden: Die öffentliche Anhörung hat aus unserer Sicht die Argumente zugunsten eines Zusammenschlusses überzeugender erkennbar gemacht als die Einwände, die gegen diese Partnerschaft erhoben wurden. Die ablehnende Haltung der Gewerkschaften war uns vorher bekannt und hat sowohl in der öffentlichen Anhörung als auch in unseren eigenen Überlegungen keinerlei zusätzliches Gewicht gewonnen.

  • Sie wollen die Pläne „nach Art und Umfang“ überdenken. Was hat man sich darunter vorzustellen?