• Ausgabe 03/1983

    Ausgabe 03/1983

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Der Coup der Premierministerin

    Wenn eine eine Reise tut

    Margaret Thatchers überraschende Reise zu den Falkland-Inseln: ein teures Unternehmen

    Von Karl-Heinz Wocker

  • Schrille Töne

    Bei der letzten Bundestagswahl und auch schon 1976 hatte die Union der SPD einen Wahlkampf geliefert, daß den Sozialdemokraten Hören und Sehen verging.

  • Eine Affäre mit Nachspiel

    Sie kamen mit Verspätung. Am vorigen Dienstag ließ die Bundesanwaltschaft die Redaktionsräume des linken Hamburger Magazins konkret und die Wohnungen von Chefredakteur Manfred Bissinger und seinem Mitarbeiter Jürgen Saupe durchsuchen.

    Von Gerhard Spörl

  • Worte der Woche

    „Wer die Wahrheit nicht weiß, ist nur ein Dummkopf. Wer die Wahrheit weiß und Lüge nennt, ist ein Verbrecher. Die anständigen Deutschen müssen sich von dieser Politik distanzieren am 6.

  • Der unmenschliche „Gottesstaat“

    Der jüngste Iran-Augenzeugenbericht von amnesty international bringt es erneut an den Tag: Im „Gottesstaat“ Chomeinis regiert Unmenschlichkeit.

    Von Andreas Kohlschütter

  • Nachdem der Bundespräsident den Bundestag aufgelöst hat: Nun blasen die Parteien zur Wahlschlacht

    Mutmachen über dem Abgrund

    Wie könnte es auch anders sein: In diesen Wahlkampf, willkürlich aus dem Boden gestampft, stolpern alle Parteien Hals über Kopf hinein.

    Von Hermann Rudolph

  • Washington: Es gibt Bewegung

    Die Schalmeientöne der amerikanischen Administration kamen Hans-Jochen Vogel zu Gehör, als er Washington längst verlassen hatte und sich bereits zur Reise nach Moskau anschickte, Hätte Präsident Reagan einen Tag früher die verständnisvollen Worte für die sowjetischen Abrüstungsvorschläge gefunden, hätte er am vergangenen Freitag statt am Samstag seine Absicht bekundet, Vizepräsident Bush auf eine Reise des guten Willens nach Europa zu schicken, dann wäre der sozialdemokratische Kanzlerkandidat womöglich mit einem ganz anderen Eindruck von der US-Regierung heimgekehrt.

    Von Dieter Buhl

  • Frohgemut auf Sieg gesetzt

    Eines kann CSU-Politikern nicht nachgesagt werden: daß sie Dilettanten sind, wenn es darum geht, parlamentarische Mehrheiten zu beschaffen.

    Von Nina Gnmenberg

  • Zeitspiegel

    Zwei britische Luftwaffenoffiziere mußten diese Woche vors Kriegsgericht, in der Bundesrepublik, in Wildenrath in der Nähe von Aachen.

  • Neuwahlen in Israel?

    Ein Kandidat, der versöhnen könnte

    Staatspräsident Jitzhak Navon ist als Herausforderer von Menachem Begin im Gespräch

    Von Dietrich Strothmann

  • DDR: Attentat oder Verkehrsgefährdung?

    Ungläubig vernahm man in der DDR, was westliche Rundfunksender am Dienstagmorgen nach Information durch den stern meldeten: Es habe den Versuch eines Attentats auf Staatschef Erich Honecker gegeben.

  • Golf-Krieg: Kein Sieger, kein Frieden

    Die Kämpfe zwischen den Truppen Bagdads und Teherans hatten 27 Monate lang die nördliche Hälfte der 800 Kilometer langen Grenze zwischen den beiden Staaten unberührt gelassen.

  • BONNER BÜHNE

    Wende – diesmal literarisch

    Wer die Wahrheit nicht weiß, ist bloß ein Dummkopf; aber wer die Wahrheit weiß und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher.“ Mit diesem Zitat Bert Brechts hat Heiner Geißler den Wahlkampf der CDU gegen die SPD eröffnet.

  • Zwanzig Jahre deutsch-französischer Vertrag: Für beide Länder ist er inzwischen zum Kern ihrer Außenpolitik geworden

    Eine Vernunftehe aus Neigung

    Das Vertragswerk hat die europäische politische Landschaft dauerhaft geprägt

    Von Kurt Becker

  • Moskau: Anlaß zur Zuversicht

    Das Rotlicht, mit dem die Kolonne durch Moskaus rush-hour jagt, sticht in die Augen. In rasendem Tempo geht es über die Kreuzungen der Metropole.

    Von Christian Schmidt-Häuer

  • Wirtschaft
  • Kursbarometer

    Entschädigt für magere Jahre

    Das Investment-Jahr 1982 kann sich sehen lassen. Unter Berücksichtigung der zwischenzeitlichen Ausschüttungen verzeichnen die meisten Fonds bei ihren Rücknahmepreisen zweistellige Steigerungsraten.

  • Wall Street

    Vertrauen ohne Grenzen

    In den USA hat die Arbeitslosigkeit den höchsten Stand seit 42 Jahren erreicht. In einigen Städten sind Notküchen eingerichtet worden, um den Hungernden über den Winter zu helfen.

    Von Kurt Wendt

  • Fischerei-Streit

    Kohlhaas im Kutter

    Mit moralisch erhobenem Zeigefinger bangten deutsche Kommentatoren schon um den „Frieden“ im Meer der Europäischen Gemeinschaft (EG).

    Von Erich Häuser

  • Burda/Springer

    Nachdenklich

    Die Signale wurden verstanden: Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff, so mußten letzte Woche die fusionswilligen Verlagskonzerne Springer und Burda zur Kenntnis nehmen, mochte der geplanten Beteiligung des Offenburger Burda-Verlags am Berliner Konkurrenten Springer seinen Segen nicht geben.

  • Das harte Los des Unternehmers

    Im Prinzip ist es eine Tarifverhandlung wie jede andere auch. Und doch ist diese anders. Wenn sich am 18. Januar in der Hauptverwaltung der Neuen Heimat (NH) in Hamburg Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gegenübersitzen, verhandeln Gewerkschafter mit Gewerkschaftern – in der Rolle des Arbeitgebers die einen, in der des Arbeitnehmers die anderen.

  • Bonner Kulisse

    Das oft heiß umstrittene Thema des deutschen Waffenexports kommt wieder hoch. Offiziell hält sich die neue Bundesregierung an die Richtlinien der alten Bundesregierung, die erst im vergangenen Jahr geändert wurden und mit so vagen Formulierungen wie „vitales Interesse der Bundesrepublik Deutschland“ alles ermöglichen und alles verbieten können.

  • Alles unter Kontrolle

    Sollte der Bauskandal vertuscht werden? – Industrie und Justiz scheuen die Öffentlichkeit

    Von Peter Christ und Wolfgang Gehrmann

  • Neue Schwabenstreiche

    Vorbildlich

    Der Schwabe Lothar Späth geht seinen Landsleuten weiterhin wacker mit gutem Beispiel voran. Der Stuttgarter Ministerpräsident und seine Mannen wollen bei der Beschaffung von Dienstwagen künftig eine Klasse tiefer gehen.

  • Bonn ohne Konzept: Hat die deutsche Stahlindustrie keine Zukunft mehr?

    Den Ersten beißen die Hunde

    Nestbeschmutzung – das muß man ihnen lassen – haben die deutschen Stahlbosse nicht betrieben. So sehr sie über die Subventionierung ihrer europäischen Konkurrenten klagten, so wenig maulten sie über die Hilfen, die Bund und Saarland der Arbed Saarstahl GmbH zukommen ließen.

    Von Heinz Günter Kenuner

  • Kommunalpolitiker

    Unfreundlich

    Arme Fahrgäste: Alle Jahre wieder müssen sie für die Bus- und U-Bahn-Fahrten nochmals einen Zehner mehr in den Automaten stecken, damit er eine Fahrkarte ausspuckt.

  • Banken

    Münemanns Rache

    Der Münchner Finanzmakler Rudolf Münemann, der in diesen Tagen 75 Jahre alt geworden wäre, hat zu Lebzeiten mit den Banken in Fehde gelegen.

    Von Rudolf Herlt

  • So bescheiden sind wir geworden: Das Bonner Wirtschaftsministerium hofft in diesem Jahr auf Null-Wachstum

    Tolle Aussichten

    In Bonn wird am Jahreswirtschaftsbericht 1983 gefeilt. Ein Hauch Optimismus liegt über der zene. Die Experten des Wirtschaftsministeriums haben einige „Frühindikatoren“ entdeckt, die darauf hindeuten, daß der langersehnte wirtschaftliche Frühling im Herbst dieses Jahres ausbrechen könnte.

    Von Michael Jungblut

  • Börsen-Report

    Aktien im Wahlschatten

    Der deutsche Aktienmarkt hat sich von der Wall Street abgekoppelt. Schuld daran ist die innenpolitische Situation in der Bundesrepublik.

  • Wissen
  • Propaganda, die zum Handeln zwingt

    An der Spitze des sowjetischen Imperiums hat sicher noch nie ein Mann gestanden, der über das, was in der Welt und auch im eigenen Lande vorgeht und gedacht wird, so verhältnismäßig ungefiltert informiert war wie Andropow – denn er war der bisherige KGB-Chef.

    Von Marion Gräfin Dönhoff

  • Bonn ohne Wehner

    Mit seinen Widersprüchen hat Wehner ein Stück Nachkriegsrepublik verkörpert. Für ihn ging es von Anfang an darum, Politik für Deutschland zu machen, was beide deutschen Staaten einschließt.

  • Zu dynamisch

    Mit dem Vergleichsantrag, den der Stahlindustrielle Willy Korf gestellt hat, neigt sich nach Neckermann, Hähnchen-Jahn und anderen Wunderknaben eine weitere schillernde Nachkriegskarriere ihrem Ende zu.

  • Rüpeln und Rempeln

    Nun rüpeln und rempeln sie wieder, unsere Politiker. Kaum waren die Appelle des Bundespräsidenten und des Bundestagspräsidenten verhallt, den Wahlkampf sachlich und fair zu führen, ohne Polemik und ohne Verunglimpfung des politischen Gegners, da landete der CDU-Generalsekretär seinen ersten Tiefschlag.

    Von Theo Sommer

  • Übereifer

    Der berechtigte Vorwurf des Deutschen Anwaltvereins, in der Bundesrepublik werde zu viel und zu schnell verhaftet, hat wenig öffentliche Beachtung gefunden.

    Von H. Seh.

  • Reisen
  • Ski-Spitzen

    Spurwechsel; Von der Schiene direkt auf die Bretter umsteigen kann der Wintersportler in Prien am Chiemsee. Gleich neben dem Bahnhof beginnt einer der vier Langlauf-Rundkurse, die zwischen 3,8 und 11,7 Kilometer lang sind.

  • Noch sind die Tiere nicht verloren

    Mit beispielhafter Energie kämpft ein deutsches Ehepaar für das Überleben der Meeresschildkröten

    Von Günter Haaf

  • Graubünden abseits der Touristenorte

    Europas höchstes Dorf

    Es ist nur ein ganz schmales Sträßchen, das bei Rofla aus dem Hinterrheintal ins Averser Tal abzweigt. Die Schneemauern stehen hoch links und rechts am Straßenrand, schwarzgelbe Markierungsstöcke ragen heraus, als ob ein Slalom ausgesteckt sei.

  • Die schwierige Suche der Klienten nach einem geeigneten Rechtsexperten

    Anwalt spezial?

    Wer schon einmal juristischen Rat suchte, weiß, wie verzweiflungsvoll ein solches Unterfangen sein kann.....................

  • Das Fernseh-Wetter

    Wolken in Hülle und Fülle

    Mehrmals täglich sagen uns ARD und ZDF, wie das Wetter wo wird und warum, und ennoch: Ich bin nicht zufrieden. Es ist mir zu lieblos! Sonst verwöhnen sie mich mit Shows, Gesang und Tanz, mit Quiz und Neckerei, und hier soll ich mit Satellitenbildern vorliebnehmen? Ganz schlimm ist es im Ersten Programm: Da starre ich auf ESO Meteosat 2 und verstehe nichts, obwohl unsichtbare Stimmen mich beschwören: „Das Satellitenbild zeigt, daß.

    Von Elke Heidenreich

  • DIE ZEIT
  • Eine Werkschau russischer Ballettfilme in Hamburg

    Selten Spitze

    In Wirklichkeit gibt es in diesen Filmen (die das Hamburger Kommunale Kino „Metropolis“ noch bis zum 16. Januar zeigt) erhebliche Unterschiede der Intention und des Stils.

    Von Rene Drommert

  • Zeitmosaik

    O wie täte es dem hessischen Ministerpräsidenten gut, vor dem Frühstück, nach dem Fernsehabend und womöglich während der Haushaltsdebatte ein Gedicht von Karl Krolow zu lesen, seine zarten, ambivalenten Metaphern zu deuten und in sein Leben hineinzunehmen.

  • Die Schwierigkeit, Luther zu feiern

    Den Stempel Luther-Jahr hat dieses Jahr schon weg, bevor es richtig begonnen hat. Und in der Tat wird es im Zeichen der Veranstaltungen und Feierlichkeiten stehen, mit denen die fünfhundertste Wiederkehr seines Geburtstages in diesem Jahr begangen wird.

    Von Rudolf von Thadden

  • In Kanada ist das Snowmobil mehr als ein Touristenspielzeug es ist ein Transportmittelmit eigenen Verkehrszeichen. Aber ansonsten sind dem Spaß mit dem Motorschlitten keine Grenzen gesetzt

    Hundekraft und Pferdestärken

    Nach 150 Fuß kommt eine scharfe Linkskurve, da mußt du höllisch aufpassen“, riet Rick noch, dann gab er die Leinen frei. Meine sieben Huskies gingen ab wie die Post.

  • Verbotene Arzneimittel

    Noch zu haben

    Schmerzmittel der Pyrazolon-Klasse sind im Sommer 1982 vom Bundesgesundheitsamt (BGA) teils verboten, teils mit beizulegenden Warnhinweisen belegt worden.

  • Nach langen inneren Querelen und in wirtschaftlich schweren Zeiten steht seit Mitte 1982 ein „Anti-Star“ an der Spitze des Weltblatts.

    Liberal im Zick-Zack

    Unter den Blättern dieser Welt dürfen nur drei den uneingeschränkten Anspruch erheben, „das Weltblatt“ ihres Ursprungslandes zu sein: die New York Times für Amerika, die Neue Zürcher Zeitung für die Schweiz und Le Monde für Frankreich.

  • Wolfgang Ebert

    Wahlquiz für Anständige

  • Was verursacht die tödliche Muskelschwäche?

    Abwehr mit falschem Feindbild

    Täglich sorgt unser Immunsystem dafür, daß fast allen eindringenden Mikroben und Viren der Garaus gemacht wird. Manchmal schießt die Immunabwehr jedoch über das Ziel hinaus, und der molekulare Kleinkrieg entartet zum Bürgerkrieg.

    Von Horst Ihelgakfts

  • wenn man die Augen schließt.

    Nicht anekdotisch

    Dieses Gedicht besteht scheinbar aus nichts anderem als der Beschreibung eines Realitätspartikels, so wie es sich dem Blick des Autors tatsächlich angeboten haben mag, und aus der Pointierung des Gesehenen.

  • Berufsschulen

    Lieber privat

    Die Carl-Severing-Berufsschule in Bielefeld ist seit kurzem um 38 Schüler ärmer. Zehn Bielefelder Buchhändler haben ihre – volljährigen – Lehrlinge mit deren Zustimmung abgemeldet und eine private Buchhändlerberufsschule gegründet, das „Bildungszentrum Bielefeld“.

    Von Michael Freitag

  • Im Kino

    „Victor/Victoria“ von Blake Edwards. Ganz am Anfang liegt ein Mann mit einem Mann im Bett. Ganz am Ende finden sich ein Mann und eine Frau, die als Mann auftritt, der sich als Frau verkleidet.

  • Die Schere im Kopf

    Erster Fall: In der gut beleumdeten Reihe „Editionen für den Literaturunterricht“ des Stuttgarter Klett-Verlags soll ein Sammelband „Alltagslyrik und Neue Subjektivität“ erscheinen.

  • Rüstungskontrolle in Washington

    Viele Köche und ein Brei

    Auch der Regierung Reagan dämmert allmählich, daß die Genfer Abrüstungsverhandlungen zu einer Propagandaschlacht um Herz und Sinne der Europäer zu werden versprechen und Amerika von dem stürmischen Tempo des neuen sowjetischen Parteichefs leicht in die Defensive gedrückt werden könnte.

  • Verhaltensforschung

    Mit Babys gegen Männerzorn

    Markerschütterndes Geschrei erfüllte dieLuft, als ein halbstarken Berberaffe von einem älteren Männchen jämmerlich verprügelt wurde.

  • Die neue Schallplatte

    „Battaglie e Lamenti – Schlacht und Klage.“ Bis an die Wende zum 19. Jahrhundert liebten es die kleinen und großen Landesfürsten, zu vor allem ihrem eigenen Ruhme, „Schlachtensinfonien“ komponieren und aufführen zu lassen – obwohl sie selber manchmal allenfalls kleine Familien- oder Grenzstreitigkeiten auszufechten hatten.

    Von Heinz Josef Herbort

  • Diese Woche

    Wo soll ein Lehrling wohnen?

    Hauptschullehrer auf dem Land wissen, warum viele ihrer Schüler nach dem Abschluß so schnell keine Lehrstelle finden werden: Sie wohnen ungünstig.

  • Kino: „Hammett“ von Wim Wenders

    Traum vom Traum

    Ein Wachtraum: Die lange Nacht neigt sich dem Morgen zu. Der Kriminalschriftsteller Dashiell Hammett hämmert die letzten Zeilen seiner jüngsten Kurzgeschichte vom hartgesottenen, aber unbestechlichen Detektiv und der verführerisch-betrügerischen Lady in seine alte Underwood-Schreibmaschine.

    Von Bodo Fründt

  • Albanien

    Ein Held und viele Schurken

    Erst vor kurzem hat Albanien dem neuen Kreml-Chef Andropow vorgeworfen, die „Sprache eines faschistischen Diktators“ zu verwenden.

  • 200Jahre nach der Befreiung durch Simon Bolivar:

    Klein-Venedig – auf Öl gebaut

    Bisher hat Venezuela vom flüssigen Gold gelebt – jetzt will es mit dem Tourismus neue Quellen anzapfen

  • Gerd Bucerius zu Fragen der Zeit

    Plädoyer für die Familie

    Als man dem amerikanischen Präsidenten Truman vorschlug, ein weiteres Mal zu kandidieren, lehnte er lakonisch ab: „Ich will das Weiße Haus nicht im Sarg verlassen.

  • Über die Kreisbewegungen der Weltkörper

    Ich muß mit dem Ende beginnen: Als ich des Nikolaus Kopernikus „Über die Kreisbewegungen der Weltkörper“ aus der Hand legte, da hatte ich fast körperlich-schmerzhaft begriffen, was mir bis dahin nur eine elegante Sentenz gewesen war: Ein jeder Blick in die Werke der großen Naturforscher vor unserer Zeit bewahrt uns vor der Hybris, wir seien den Rätseln dieser Welt näher gekommen.

  • DDR-Sorgen

    Wünsche zum neuen Jahr

    Bei letzter Durchsicht der Neujahrskarten (auf dem Weg in den Papierkorb) fällt auf: Anders als die Westdeutschen wünschen die Freunde aus der DDR außer dem üblichen glücklichen und gesunden auch ein friedliches Jahr 1983.

  • Otto F. Walter

    Anrufung im Winter

    Vor allem anderen „jetzt“ sagen. Jetzt. Das ist eine Jahreszeit, Winter, das ist ein frühes Jahr der achtziger Jahre und eine Zeit ohne Parallele.

  • Gesellschaft
  • Nachruf

    Der zur Zeit bekannteste Australier ist tot. Nach einem erfüllten und langen Koala-Leben ging Syd in das Eukalyptus-Paradies ein.

  • Theater in Hamburg: Augusto Fernandes inszeniert den „Groß-Cophta“

    Der Zauber-Goethe

    Ein Zauberer von der heiligen Art ist jener hochberühmte Herr Sarastro, der, von würdigen Männern und Frauen umgeben, durch seine heil’gen Hallen schreitet, die Rache nicht kennt, die Menschenliebe übt und predigt – und nur ganz nebenbei seinen Negersklaven verprügeln läßt.

    Von Benjamin Henrichs

  • Ausstellung in Münster: „Die Tunisreise“

    Osterspaziergang zur Farbe

    Es gibt außergewöhnlichere touristische Unternehmungen als eine Reise nach Tunesien. Aber eine Tunisreise hat es nur einmal gegeben, 1914: jenen Osterspaziergang der Maler Klee, Macke und Moilliet ins Afrikanische.

    Von Volker Bauermeister

  • MANAGER UND MÄRKTE

    „Aus der Geschichte lernt man nichts“ – dieser Satz gilt nicht für Präsident Helmut Geiger und seinen Deutschen Sparkassen- und Giroverband.

  • Ferien mit Küchendienst

    Auf Aktivurlaub für junge Leute ist das Deutsche Jugendherbergswerk spezialisiert. Mit seinem Pauschalprogramm und mit renovierten Häusern bemüht sich die Organisation um neue Gäste und ein neues Erscheinungsbild.

    Von Silvia Lehner

  • Fernseh-Kritik

    Die Kabel-Kirche

    Wir geben Losungen ein, sagte ein freundlicher Herr, der kein Jägersmann war, sondern ein Vertreter des „Evangelium-Rundfunk“ – ein pietistisch gesinnter Christ, den es um die rechtgläubige Nutzung von Verkabelungs-Projekten ging.

  • Mit Skiern nach Amerika

    Bis Vancouver muß fliegen, wer eine Woche auf dem kanadischen Whistler Mountain skifahren will. Dr. Düdder Reisen (Korneliusmarkt 10, 5100 Aachen-Kornelimünster) organisiert diese Reisen zum Preis zwischen 617 und 736 Mark (ohne Flug), inklusive Unterkunft in Whistler Vale.

  • Die Märkte von Paris

    Der bekannteste Markt der Seine-Metropole ist wohl der Flohmarkt zwischen der Porte de Clignancourt und Porte St. Ouen. Zwar wird man hier kaum noch eine Rarität entdecken können, doch um des Unterhaltungswertes willen lohnt es sich immer noch, im Trödel oder in einem der zahlreichen Buchantiquariate zu stöbern.

  • Fernseh-Vorschau

    Aus deutscher Nacht

    In Venedig, auf der 12. Mostra internationale d’arte cinematografica, konkurrierte er mit „Rashomon“ (Kurosawa), „The River“ (Renoir), „Tagebuch eines Landpfarrers“ (Bresson), „Endstation Sehnsucht“ (Kazan) – chancenlos.

    Von Peter W. Jansen

  • Keine Panikstimmung

    Laumann: Sie haben recht, so schlimm wie diesmal war es noch nie. Das hat uns voll getroffen. Während sich im letzten Jahr das Minus bis einschließlich November mit nominal drei Prozent und preisbereinigt etwa fünf Prozent noch in Grenzen hielt, hat der Dezember dem deutschen Sportartikelfachhandel mit seinen über dreitausend Firmen und einem Jahresumsatz von 4,4 Milliarden Mark einen Rückgang um rund fünfzehn Prozent gebracht.

  • Cognac: Schwindel mit dem Etikett

    In der Weltwirtschaft gehören sie fast schon zum guten Ton, die Affären um Panschereien. Nun aber sorgen auch die Weinbrenner für Schlagzeilen.

  • ZEITRAFFER

    Wer die Konjunkturmeldungen im letzten Jahr aufmerksam verfolgt hat, den wird die neueste Zahl des Statistischen Bundesamtes nicht überraschen: Das Bruttosozialprodukt der Bundesrepublik – die Gesamtheit aller wirtschaftlichen Leistung – lag im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent niedriger als 1981.

  • Der preiswerte Busurlaub ist wieder gefragt

    Der gute alte Omnibus kommt wieder in Fahrt. Nicht nur um Rund- und Studienreisen zu erleben, sondern auch um an die Costa Brava, die Adria oder an die Riviera zu gelangen, steigen die Urlauber – wie einst in den fünfziger Jahren – wieder in den Bus.

    Von Cordt Schnibben

  • Kultur
  • Überlastung

    Der Soldat stellt sich vor den Vorgesetzten und entgegnet auf den Befeh: Nein, das werden wir nicht tun. Wir mußten sie bis hierher befödern, was qualvoll war bei dieser Hitze in den letzten und diesem Regen in den ersten Tagen.

  • Seekriegsgeschichte

    PQ 17 und die verletzte Ehre

    Noch jahrelang nach dem Kriege erregten sich in Großbritannien die Gemüter über die Vernichtung des Geleitzugs „PQ 17“. Er war Anfang Juli 1942 im Eismeer von deutschen Bombern zerschlagen worden.

  • In München wird für 52 Millionen Mark „Die unendliche Geschichte“ verfilmt

    Bavaria gegen Hollywood?

    Nicht nur der deutsche Wald wird immer saurer, auch der deutsche Film scheint mal wieder von einer Krankheit zum Tode befallen.

    Von Hans-Christoph Blumenberg

  • Lutz Rathenow: Angst vor dem Krieg

    Aus einer Bastelanleitung: Mit unserem Bastelbogen „Manöverspiel“ holen wir das große Manöver in die Wohnung, in den Schulhort.

  • Gedichte aus einem Totenhaus

    Eismeer des Schweigens

    Zu den Schandmälern unserer Zeit zählen mit Gewißheit die Irrenhäuser, jene Konzentrationslager des Alltags, aus denen uns nur selten eine Nachricht erreicht.

  • Ortsbestimmung Europas

    Annäherung an eine Zwischenlage

    Im Kräftefeld von Ost und West: Chancen und Gefahren für den alten Kontinent

    Von Paul Noack

  • Zwischen Atompilzen die Wälder suchen

    Der Krieg des Regimes in der DDR gegen die Friedensbewegung in der DDR geht weiter. Einem Aufruf der kirchlichen „Jungen Gemeinde“ in Jena folgend versammelten sich am Heiligen Abend an der Jenaer Friedenskirche etwa 200 Menschen, um schweigend für den Frieden zu demonstrieren.

  • Hinweis

    „Meyers Taschenlexikon Geschichte“, herausgegeben/und bearbeitet von der Fachredaktion des Bibliographischen Instituts. „Große Eroberer werden immer angestaunt werden, und die Universalhistorie wird ihre Perioden nach ihnen zuschneiden.

    Von Werner Hornung

  • Kritik in Kürze

    „Eis auf der Elbe“, Tagebuchroman von Ingeborg Drewitz. Die Autorin, die am 10. Januar sechzig Jahre alt wurde, bleibt sich in ihrem jüngsten Roman treu: mit einem epischen Frontalangriff auf die Probleme unserer Zeit, alle auf einmal, die augenblicks dringendsten auf ihre Erzählfiguren verteilend.

    Von Sibylle Cramer

  • Länderspiegel
  • Der Zug nach Potsdam

    Fortschritt

    Der Fortschritt hat viele Gesichter, nicht immer ein freundliches, manchmal gerät es zur Fratze. Aber das ist eine recht junge Erkenntnis.

  • Starkbiersatire

    Dableckt wird nicht

    Wer „dableckt“ wird, wird damit zum Gegenstand allgemeinen Gelächters gemacht. Dableckt wird in der Primitivform zum Beispiel durch übersteigertes Nachahmen bestimmter Eigenarten der zu dableckenden Person.

  • Wie gehabt

    In der Bürgerschaft ist nach fünf Monaten quirligen Treibens wieder Ruhe eingekehrt. Es herrschen nach der Wahl vom 4. Advent die herkömmlichen Hamburger Verhältnisse.

    Von H. K.

  • Kauf ohne Risiko

    Der Ärger mit dem Radl da

    Professor Dr. Hans Georg Lehmann wünschte sich ein Fahrrad, „wegen beruflicher Bewegungsarmut“, wie der Bonner Politologe es ausdrückt.

  • Theater um Kleist

    Kohlhäschen

    Die Klage wird abgewiesen“ steht im Vorgang II C 191/82 des Amtsgerichts Bonn. Richter Blüm hat im Namen des Volkes entschieden, daß die Beklagte (Stadt Bonn) an den Kläger (Kurt W.

  • Lebensart
  • Unsere Sprache (54)

    Teutschtümelei

    In einer typischen und sehr verdienstvollen deutschen Sprachlehre heißt es: Es ist selbstverständlich, daß den deutschen Ausdrücken (nämlich in der Grammatik) überall der Vorrang vor den früher üblichen lateinischen gebührt.

  • Abschiede sind schöner als Wiedersehen

    Die Schriftstellerin Gabriele Wohmann meint, dies sei nicht die Zeit, um Romane zu schreiben

  • Die vier Benettons

    Erfolgreiche Masche

    Es kann kaum schwerer sein, beim Papst Audienz zu bekommen. Vier Wochen blätterten vom Kalender, ehe mein nach allerlei Hin und Her fixierter Termin endlich da war; „In Zeiten der Stagnation muß man sich bewegen“, erklärte Signor Luciano diese Schwierigkeit.

    Von Rino Sanders

  • Tratschkes Lexikon für Besserwisser

    Sie ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Weltgeschichte, wahrscheinlich die bekannteste Frauengestalt der letzten zwei Jahrtausende (jedenfalls dem Namen nach): Kleopatra, Ägyptens Königin von 51 bis 30, geboren 69, gestorben 30 v.

  • Terror hinter der Fassade

    Weltmeister im Vergessen

    Im „Al Hamrah“ spielt „Deer Hunter“, jene grausig-stimmige Abrechnung mit dem Vietnam-Krieg. Während der furchtbarsten Szene des Films: zwei amerikanische Soldaten werden vom Vietcong zum Russischen Roulette gezwungen und schießen sich überraschend den Weg frei – bricht frenetischer Jubel im Kino aus.

  • Die Kunst – ein Minenfeld

    Müssen Musen Steuern zahlen?

    Stonypath, ein Bauernhaus in den Pentland Hills, rund 50 Kilometer südwestlich von Edinburgh. Ein Schild an einem Holzzaun warnt Besucher auf deutsch: „Achtung, Minen!“ Aus einem Scheunentor, mit Tarnnetzen verhängt, zielt das Geschützrohr eines Mk IV-Panzers: „You are now entering Little Sparta.

    Von Peter Sager

  • ...weil die Welt verrückt ist

    Wir müssen protestieren

    Es sind vor allem die riesigen Rüstungsausgaben der zwei Supermächte Rußland und Amerika, die die Völker aufschrecken, und sie geben nur soviel aus, weil sie Angst für einander haben, Angst für einen Krieg.

    Von Annelies Vervoort