• Ausgabe 13/1983

    Ausgabe 13/1983

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Wolfgang Ebert

    Trost-Therapie

    „Ein bewährtes Heilmittel ist die Schadenfreude. Kaum nimmt der Sieger die Regierungszügel endlich in die Hand, und kaum haben sie sich auch schon verheddert, erwachen in unserem Patienten die alten Lebensgeister.

  • Der Zug der Karawane

    Eines hat Helmut Kohl im jahrelangen, meist leidvollen Umgang mit Franz Josef Strauß gelernt: Auch Erfolge muß man aussitzen.

    Von Carl-Christian Kaiser

  • Washington: Kraftprobe verschoben

    Rüstungsausgaben, Abrüstungsverhandlungen und die „Freeze“-Bewegung sind beherrschende Themen einer auf beiden Seiten leidenschaftlich geführten Debatte zwischen Präsident Reagan und dem Kongreß.

  • Die Schlacht nach dem Wahlsieg: Das Gerangel mit Franz Josef Strauß ist erst einmal zu Ende/Jetzt kann Helmut Kohl den Kurs festlegen.

    Eine Plattform, kein Programm

    Die Freien Demokraten erlebten zu Wochenbeginn „ein doppeltes Glücksgefühl“. Zum einen hatten sich bei der Nachzählung der Bundestagswahl noch 1144 Zweitstimmen für die FDP gefunden – mit der Folge, daß die Partei jetzt statt mit 6,9 mit blanken 7 Prozent zu Buche steht, was den Liberalen ein besonderes Vergnügen bereitete, weil die CSU sich so ausführlich über die „Sechs-Prozent-Partei“ mokiert hatte.

    Von Rolf Zundel

  • Israel: Der Generals-Präsident

    Menachem Begin hat eine Schlacht verloren: Nicht der Kandidat des Regierungschefs, der unbekannte Oberrichter Menachem Elon, wurde von der Knesset zum neuen israelischen Staatspräsidenten gewählt.

  • König für einen Monat

    In einen Palazzo am römischen Tiber war ich vor Jahren „im Namen Seiner Majestät“ geladen worden. Unter der Standarte des Hauses Savoyen speiste dort jüngere Prominenz der Republik mit altersgrauen Monarchisten und wunderte sich, wie ein deutscher Journalist wohl in diese Runde geraten war.

  • England: Unbeliebte Stars

    Achtstellig wurde investiert, doch Zuschauer gibt es nur in bescheidener Sechsstelligkeit. Das aufwendige TV-AM-Frühmorgen-Fernsehen, ein neuer Sender im britischen Bildschirmdschungel, serviert der Nation ein faules Ei.

  • BONNER BÜHNE

    Die große Wende und die kleinen Wendungen

    An Wortgewalt hat es Franz Josef Strauß nicht gefehlt, um die Dimensionen der Bonner Wende, wie er sie für richtig hält, zu beschreiben.

    Von Gunter Hofmann

  • Ihm winken keine Siege mehr

    Die Tür nach Bonn hat sich geschlossen. Franz Josef Strauß bleibt in Bayern. Den Journalisten, die während der wöchentlichen CSU-Vorstandssitzung am Montagvormittag vor dem Parteihaus in der Münchner Nymphenburger Straße „für alle Fälle“ herumgestanden hatten, wurde die Nachricht wie ein Stück Hundefutter vor die Füße geworfen.

    Von Nina Grunenberg

  • Wirtschaft
  • Zeit spart Geld

    Neuer Skandal in der Abschreibungsbranche: Rienk H. Kramer, Mitinitiator von „American Land Program“ (A.L.P.) wurde am Firmensitz Holland verhaftet.

  • Patentrezepte gibt es nicht

    Ralf Dahrendorf stellte in der ZEIT vor kurzem lapidar fest: „Wer immer verspricht, ein Rezept gegen Arbeitslosigkeit zu haben, sagt die Unwahrheit“.

    Von Peter Kalmbach

  • Neuerscheinungen

    Das östliche Geheimnis des Erfolgs

    Als die englische Übersetzung des mittelalterlichen Werkes in New York erschien, schrieb die ZEIT, der vor über dreihundert Jahren verstorbene Musashi sei dort innerhalb kürzester Zeit zu einer Kultfigur für Makler und Manager geworden.

  • Peter Ludwig

    „Ein gewisser missionarischer Eifer“

    Es kam wie der Blitz aus dem heiteren Himmel. Peter Ludwig, Aachener Unternehmer, Kunsthistoriker, Mäzen und Sammler von allererstem Rang, verkaufte wertvolle mittelalterliche Handschriften nach Amerika.

    Von Wolfgang Hoffmann

  • Börsen-Report

    Aktien auf Gipfelsturm

    In dieser Woche wurden – gemessen am Com-Imerzbank-Index – die höchsten Aktienkurse der letzten zehn Jahre registriert. Bis zum absoluten Gipfel, den der Commerzbank-Index im Jahre 1961 erreichte, sind es noch rund 100 Punkte.

  • Gerd Bucerius zu Fragen der Zeit

    Mehr und länger arbeiten

    Fast jeden Tag steht in der einen oder anderen Zeitung zweierlei ungerührt nebeneinander. Erstens: Man wolle die Arbeitslosigkeit durch Verkürzung der Arbeitszeit bekämpfen, die Arbeit besser „verteilen“, vor allem durch frühere Pensionierung – etwa 63 oder gar 58 Jahren statt 65.

  • Wissen
  • Vage Versprechung

    Ist dies die Wende? Wird jetzt Remedur geschaffen? Kommt nun die geistig-moralische Erneuerung? Es darf erst einmal aufgeatmet werden.

    Von Dieter Buhl

  • Freiheit, Freiraum und Fragebögen

    Die beiden Regeln stehen in keinem Lehrbuch der Logik, ihre Gültigkeit jedoch wird durch alle Lebenserfahrungen vielfältig bestätigt: Murphy’s Law und Breitensteins Kartoffel-Theorem.

    Von Theo Sommer

  • Überzogenes Konto

    Gerhard Stoltenberg handelte bei dem Brüsseler Währungsmanöver mit dem Augenmaß eines weisen Außenministers. Nicht einen Moment lang verlor er die Alternative aus dem Blick: zähneknirschend hingenommener Kompromiß oder chaotischer Ausgang.

  • Hessen hinten

    Er überwinterte, dank einer einzigartigen Landesverfassung, als Chef einer Minderheitsregierung. Er, dem stets nur Bitterböses zu den Grünen eingefallen war, ließ seine Fraktion gewähren, als sie sich mit den Parlamentsneulingen auf einen Teilhaushalt einigte.

    Von G. S.

  • DIE ZEIT
  • Brasilien

    Gefangen im Paradies

    Brasilien ist riesig. Das fünftgrößte Land der Erde hat über 120 Millionen Bürger. Bei solschen Zahlen kommt es auf ein paar tausend mehr oder weniger nicht an, wird sich Eduardo, der Busfahrer, gesagt haben.

  • Eine Krankengeschichte aus der amerikanischen Gesellschaft

    Die Lebenden und die Toten

    Ein Buch, als wäre es als triumphaler Sieger aus einem „creative writing“-Wettbewerb um den besten viktorianischen Roman des Jahres 1980 hervorgegangen.

  • Zettels Nachlese

    Gehirn-Tier

    Daß nach dem Tod eines Schriftstellers „erst einmal Leerstellen, blinde Flecke“ entstehen würden, schrieb Arno Schmidt im Frühjahr 1979.

  • Das Letzte wird ein Bild sein, kein Wort. Vor den Bildern sterben die Wörter.

    Das Gedächtnis – eine andere Form des Sehens

    Christa Wolfs Erzählung „Kassandra“ und ein Band mit Überlegungen zur Poetik,

  • Druck machen

    Wer wissen will, was Schüler heute und morgen angeht, was sie bewegt, was sie ablehnen: Der Blick in Schülerzeitungen gibt mannigfach Aufschluß.

    Von Charlotte Wiedemann

  • Umweltschutz

    Neue Wende?

    Der Streit um Umweltschutz, sauren Regen und saubere Abgase wird immer verwirrender. Denn kaum ist die Bundestagswahl vorbei, schon vollzieht sich wieder eine Wende in der Union.

  • Zeitmosaik

    „Neues Bauen in alter Umgebung“: Neues Bauen? Es gibt kein anderes Bauen als ein neues. Alte Umgebung? Es gibt keine Umgebung, die nicht alt, die nicht schon da wäre.

  • „Erfahrung“ oder: Wohin soll ich mich wenden

    Frei zu sein für die Dinge

    Ich weiß über Alfred Kolleritsch nicht viel mehr, als jeder Feuilletonleser auch wissen könnte. Jahrgang 1931, Österreicher, die Doktorarbeit über Heidegger, Lehrer in Graz, Mitgründer der Grazer Künstlergruppe, seit zweiundzwanzig Jahren Herausgeber der manuskripte, einer der interessantesten deutschsprachigen Kunst- und Literaturzeitschriften.

  • Die Qualen des Neuanfangs 1945, gespiegelt in den Artikeln eines großen Journalisten: Gerd Bucerius über ZEIT-Autor Ernst Friedlaender

    Vom Wesen der Demokratie

    Ein Zitat aus der ZEIT vom 15. September 1949: „Wir dürfen keinen Augenblick vergessen, daß unser neuer Staat den Namen Deutschland und nicht etwa Westdeutschland trägt.

  • Opposition

    Der Stolperstart des Jochen Vogel

    Mit ein paar dürren Worten hat Hans-Jochen Vogel hinterher die Wogen zu glatten versucht. Ohnehin ist er ein Mann, zu dem Gefühlsüberschwang nicht paßt.

    Von Gunter Hofmann

  • Frühlings-Erwachen

    Startbahn: Der Frankfurter Flughafen hat sein „Freizeitangebot“ jetzt um eine Gaststätte mit vier Kegelbahnen erweitert. Wer sich bis zum Start seiner Maschine die Wartezeit vertreiben will, kann in der Ebene „Unterm Flughafen“ der Halle C noch schnell mal eine ruhige Kugel schieben.

  • Bilderbücher...

    Ein Krönchen für die Hühnerprinzessin

    Die Geschichte beginnt fast klassisch: drei Damen streiten, wer die Schönste sei, ein Mann versucht sich als Schiedsrichter.

  • Ein mißglückter Versuch, Metternich gerecht zu werden

    Friede den Palästen

    Die großen .Bewahrer haben immer im Schattender großen Zerstörer gestanden. Die Cäsars, Napoleons, Hitlers beschäftigen die Phantasie des Publikums intensiver als die Ciceros, Metternichs, Stresemanns.

  • Tyrrhenisches Meer

    Kurs auf Korsika

    Die Idee, nach Korsika zu paddeln, war zum erstenmal vor mehr als zehn Jahren aufgetaucht. An langen Winterabenden hatten wir einschlägige Kanu-Literatur studiert, aus der hervorging, daß bei entsprechender Vorbereitung kleinere Überfahrten auf dem offenen Meer durchaus möglich sind.

  • Wintermode aus Mailand

    Hallo, Dandy-Lady!

    Was die italienischen Modeschöpfer für Winter 1983/84 über Mailands Laufstege schicken, wirkt „cool“, es ist praktisch, aber sündhaft teuer und brachte lange vergessene Silhouetten wieder zum Vorschein.

  • Eine Polyphonie des Klanges

    Als er kürzlich in Rom das Orchester der Accademia di Santa Cecilia dirigierte, nannte ihn eine Zeitung einen „straniero“, einen Fremden, einen Ausländer.

  • Eine Leiter an den Himmel gestellt

    Nicht der Obrigkeitsstaat – die gefährdete Mittellage soll die Crux des Bismarck-Reichs gewesen sein

  • Eine neue Wissenschaft: Psychoneuroimmunologie

    Abwehrbefehl aus dem Gehirn

    Gleich nach ihrer Rückkehr zur Erde sahen sich die Skylab-Astronauten schon wieder einem Risiko ausgesetzt: Ihre körpereigene Abwehr erlahmte vorübergehend – Folge des Lande-Streß.

  • Frauenprosa aus der DDR

    Im Kreislauf der Windeln

    Seit zehn Jahren sitze ich emanzipiert regelmäßig nach Feierabend in einer Runde von Männern. Ich trinke das gleiche Quantum Bier und Schnaps“, feixt Angela Stachowa hintergründig in ihrer kurzen Geschichte „Ich bin ein Kumpel“.

  • Metaphorik schwieriger Jahre

    Schachtel-Fülle

    Hans Wollschlägers „Herzgewächse“ – Auch ein Roman der Restaurationszeit der fünfziger Jahre

  • Ein Mann ohne Fortune

    Was ist nur bei der IG Bau los, bei der es doch immer nach dem Grundsatz von law and order, nach Gesetz und Ordnung ging, ganz so wie es Georg Leber, der spätere Verteidigungsminister und stellvertretende Bundestagspräsident gehandhabt hat.

    Von Heinz Michaels

  • In Deutschland leben? Na, Wahnsinn!

    Das Gefängnis in Berlin-Tegel ist ein alter,verwinkelter Backsteinbau aus der Gründerzeit.Nach sechsmonatigem Briefwechsel mit vier staatlichen Instanzen, dem Verteidiger und dem zu besuchenden Häftling selbst, sitzt der Journalist mit Tonband und Mikrophon in einem gewölbten, weißgekalkten Raum mit kleinem vergittertem Fensterchen und wartet auf Bommi Baumann.

  • DDR: Wunsch und Wirklichkeit

    Mein Freund, der Plan

    Wo wir sind, ist das Chaos. Leider können wir nicht überall sein.“ Mit diesem Spruch zieren die Fahrer der staatlichen Handelsorganisation in Berlin-Ost ihre Lastwagen.

  • Die Kunst im Heiligen Römischen Reich

    Sommer der Kunst

    Auf einer Landkarte aus dem späten achtzehnten Jahrhundert präsentiert sich das Heilige Römische Reich Deutscher Nation als ein planlos zusammengestückelter Flickenteppich, Nicht ohne Grund spöttelte Voltaire, dieses Gebilde, das sich unter Berufung auf eine lange Tradition noch immer als Staat definierte (und auch die entsprechenden Institutionen besaß), sei „weder heilig, noch römisch, noch ein Reich“.

  • Im Flug

    Die meisten Menschen denken im Sitzen. Dabei kommt manches heraus, aber wie! Die Gedanken und Sätze hocken aufeinander, stauchen und bedrängen sich, es kommt keine Luft zwischen sie.

  • Wer will einen Atomkrieg?

    Der Atomkrieg findet nicht statt, aber er hat publizistische Konjunktur. Lange vor der Friedensbewegung waren es die Buchverlage, die das Bedürfnis nach der Grusellektüre entdeckten – Ausdruck gewiß ernster und ernstzunehmender Sorge um die Zukunft unseres Planeten, Angst vor der von Menschen angehäuften Zerstörungsmacht, aber auch Symptom eines tiefsitzenden Unbehagens, nun aus den vermeintlichen Gewißheiten der letzten dreißig Jahre entlassen zu sein in eine ungewisse, ungeordnete Zukunft.

  • Natur & Technik

    Bulldozer, Traktoren und Mähdrescher machen ihr den Garaus. Die Hecke, Unterschlupf und Heimstatt für viele Tierarten, Windschutz und Lieferant für Heilkräuter, Oase für kleine Säugetiere und Reptilien, bildet ein hoch entwickeltes Öko-System, das von ignoranten Landwirten oft mutwillig zerstört wird, um ein paar Handbreit Boden mehr beackern zu können.

  • Jazz-Rock: Joe Zawinul

    Der alchimistische Musiker

    Wien, Mitte der fünfziger Jahre. Auf der 1 / 1 / Bühne von „Fatty’s Saloon“, einem Jazzkeller,wo die klassische Mischung aus Musik, Suff und Nutten die Pupillen von Spießern erweitert, improvisieren ein Dutzend Musiker über irgendein Stück von Duke Ellington.

  • Flucht als Grunderfahrung eines Lehens

    „Komm’ zurück zu unseren Trümmern“

    Letztens, auf einer Abendgesellschaft in Hamburg, es war schon spät in der Nacht, zog Herbert Weichmann ein Stück Papier aus der Tasche und notierte die Namen der Anwesenden.

  • Bommi, der Untypische

    Michael „Bommi“ Baumann, heute 35 Jahre alt, ist. einer der untypischen Vertreter des frühen Terrorismus in der Bundesrepublik: Er ist Arbeiterkind, geboren im Ost-Berliner Arbeiterbezirk Lichtenberg, und er ist selbst Arbeiter, gelernter Betonbauer, aufgewachsen in West-Berlin.

    Von H. K.

  • Bilderbuch für junge Leute

    Architektur des Widerstands

    Zuerst wollte ich das Buch den Kindern gar nicht zeigen; aus einer törichten Regung wollte ich sie schonen, nicht verletzen, ihre Erinnerung nicht aufrühren.

  • Europa

    Ebbe in der Kasse

    In Zeiten, in denen die meisten Staaten Haushaltsdefizite durch Kreditaufnahmen decken müssen, ist die Europäische Gemeinschaft bisher eine Ausnahme gewesen.

  • Die Sehnsucht nach klaren Verhältnissen

    Vorzug des Alten

    Alle reden von Arbeitslosigkeit: Man kann es verstehen! Mit diesen Sätzen leitete Ralf Dahrendorf vorigen Herbst den 21. Deutschen Soziologentag in Bamberg ein.

  • Kunstkalender

    Die Ausstellung mit ihren vortrefflichen Kommentaren im Katalog ermuntert, über die geistesgeschichtliche Situation des 16. Jahrhunderts nachzudenken.

  • Bonner Kulisse

    Von solchen Anzeichen hat offenbar der Deutsche Richterbund gehört. „In besorgniserregender Weise“ mehrten sich die Fälle, in denen Ärzte „Sondervereinbarungen mit Richtern und Beamten treffen“.

  • Philosophen und Funktionäre

    In Hegels Gefilden

    Der aus Nürnberg stammende Wilhelm Raimund Beyer, Jahrgang 1902, gehört zweifellos zu den Beobachtern der deutschen Geschichte dieses Jahrhunderts, deren Zeugnis jenen das Spiel verdirbt, die in das Interieur unserer kollektiven Erinnerungen – sei es nun braun, schwarz, rot oder wie immer – eine Stimmung der Geborgenheit bringen wollen.

  • Unsere Sprache

    Die besten Bücher

    Um etwa 200 Seiten über unsere Sprache schreiben zu können, habe ich etwa 2000 Seiten über unsere Sprache gelesen. Sprachfreunde sind bildungssüchtig.

  • Luther, der bessere Katholik

    Behutsame Annäherung an den Häretiker, der wieder „Vater des Glaubens“ genannt werden darf

  • Tratschkes Lexikon für Besserwisser

    Masada – dieser Name der wohl eindrucksvollsten Festung Herodes’ des Großen, gelegen auf einem schwer zugänglichen 440 Meter hohen Felsplateau an der Westseite des Toten Meeres, impliziert das tragische Ende des jüdischen Aufstands gegen die Römer im ersten nachchristlichen Jahrhundert.

  • Ein tapferer Publizist

    Dissident aus Schwaben

    Erich Schairer (1887-1956) und seine anzeigenlose „Sonntags-Zeitung“ (1924-1936) / Von LudwigRohner

  • Traumhäuser

    Natürlich ist dieses Haus „märchenhaft“: Es liegt auf einer Halbinsel, die so schmal ist, daß der Blick von drei Seiten auf den Atlantik geht; es ist aus vier Gebilden zusammengefügt, die die dramatisch-verspielte Kulisse für den Hof abgeben, den sie bilden.

  • DDR

    Orakel aus dem Kloster

    Firiedemann“, sagt die Frau des Superintendenten zu ihrem vierzehnjährigen Sohn, „mache nicht zu lang.“ Wir sind am Abend, von Berlin kommend, im ehemaligen Zisterzienserkloster Lehnin in der Mark Brandenburg eingetroffen.

    Von Ruth Bydekarken

  • Tarifkinde

    Schaugeschäft

    Früher war alles ganz einfach. Tarifunterhändler mußten zwar, wen wundert’s, rechnen können, doch im allgemeinen reichte die Kenntnis des kleinen Einmaleins aus.

  • Verwirrspiel um den toten Reformer

    Die britische Agentur Reuter meldete am 13. März aus Moskau: „Der in den sechziger Jahren mit Vorschlägen zur Reform des kommunistischen Wirtschaftssystems bekannt gewordene Wirtschaftswissenschaftler Professor Jewsej Liberman ist im Alter von 84 Jahren gestorben.

    Von Marianna Butenschön und Christian Schmidt-Häuer

  • Lufthansa

    Gewinn für alle

    Die Mitteilung ist nicht überraschend, daß die Deutsche Lufthansa im Gegensatz zu den meisten internationalen Fluglinien für 1982 einen Gewinn ausweist.

  • Wohin weht dieser Geist?

    Wenn Politiker – und nicht nur solche – ihre Reden bündeln und zu Anthologien verarbeiten, hat das oft etwas Ärgerliches an sich; was mit Schere und Leim zusammengefügt wird, erhält dann (meist im Vorwort) ein tiefsinniges Styling: die ad hoc-Produkte werden als Bruchstücke einer großen Konfession ausgegeben.

  • Die Wende zum Ende

    Die einst stolze deutsche Schiffbauindustrie liegt darnieder: Massenentlassungen in Hamburg, Subventionsgerangel mit dem Staat, Rettung nicht in Sicht

  • Nordrhein- Westfalen

    Grau mit Farbtupfern

    Schon nach zwanzig Minuten werden die ersten Butterbrote ausgepackt. Es ist wie auf einem Klassenausflug: Stimmengewirr, Kichern, Lachen.

    Von Barbara Reinecke

  • Von ZEIT-Mitarbeitern

    „Krise im Wunderland: Neue Wege wagen – Vorschläge zu einer Umorientierung in der Wirtschafts- and Sozialpolitik“, herausgegeben von Michael Jungblut.

  • Historie, Realität und Phantastisches: Literatur für junge Leute

    Traum, Bericht, Collage

    Herbert Günther sagt von sich, er sei ein langsamer Schreiber. Ich möchte das modifizieren: Er ist ein bedächtiger Autor, ein sorgfältiger Formulierer, ein genauer Schriftsteller.

  • Worte der Woche

    „Das Angebot sei ehrenwert, er lehne es jedoch ab, weil er keinen amtierenden CSU-Kollegen verdrängen wolle und weil in der Gestaltung des personellen Programms und in der sachlichen Zusammenarbeit ein voll zufriedenstellendes Ergebnis erreicht worden sei.

  • Ein Buch des Abschieds

    Deutsche Empfindungen

    Die traurige Wissenschaft, aus der ich meinem Freunde einiges darbiete, bezieht sich auf einen Bereich, der für undenkliche Zeiten als der eigentliche der Philosophie galt, seit deren Verwandlung in Methode aber der intellektuellen Nichtachtung, der sententiösen Willkür und am Ende der Vergessenheit verfiel: die Lehre vom richtigen Leben.

  • Zukunft antiquarisch

    Neue Eiszeit

    Eine von Heys beliebten Verfremdungen ist die Science-fiction. Er benutzt sie, um gegenwärtige Verhältnisse in zukünftigen zu spiegeln .

  • Entlassung auf Lebenszeit

    Ein Mann ohne Gesicht

    Fremde halten Masaru Fukuda oft für einen Sumotori, einen jener hünenhaften japanischen Ringkämpfer, denen die sonst eher schmächtig gebaute Nation zu Füßen liegt.

    Von Helmut Becker

  • Gynäkologen

    Halbgötter in Schwarz

    In den schmalen, oft schlichten Beschreibungen einer vermeintlichen Alltäglichkeit, in der sich Kranke und Ärzte begegnen, Beschreibungen, die als „Arztroman“ viele anhängliche Leser finden, haben die Frauenärzte schon immer eine besondere Rolle gespielt.

  • Eine einfache Frau bin ich

    Einmal habe sie sich zu Weihnachten ein langes Kleid gewünscht. „Kauf dir das am besten selbst“, habe ihr Mann gemeint. Aber sie habe es dann doch nicht getan, und als ihr Mann am Heiligen Morgen fragte, was sie am Abend anziehen wolle, habe sie wie in den vergangenen Jahren ihren langen schwarzen Rock tragen wollen und die Silberlurexbluse mit den Fächerärmeln, „wo ich immer so schön die Gläser mit umwerfen kann.

  • „Ich muß gestehen, daß mir das Wort Weisheit ganz fremd ist“

    Klavierkonzerte als eine Art Tagebuch

    Am 28. März wird der Pianist Rudolf Serkin 80 Jahre alt-Anmerkungen zu seinen Neuaufnahmen

  • Grippe

    Erreger mit Tarnkappe

    Deutsche und amerikanische Forscher sind den Tricks der Influenzaviren auf der Spur

  • Klassikerausgaben, kritisch betrachtet

    Kein Ende mit Stendahl

    Neue und nicht ganz so neue deutsche Ausgaben der Werke des französischen Schriftstellers

  • Ben Witter

    Nebbich

  • Fachzeitschrift mit Niveau

    Schiefertafel

    Was 1978 mit einem Geleitwort des Direktors der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel als „Mitteilungen zur Vorbereitung einer Bibliographie alter deutscher Kinderbücher“ begann, hat sich inzwischen zu einer wissenschaftlich anerkannten Vierteljahresschrift der Kinder- und Jugendliteratur entwickelt.

  • Wesermarsch

    „Lieber John“, schreibt der Photograph Hans W. Mende seinem Kölner Verleger, „als Du mich batest, ein Vorwort zu meinem/unserem Buch zu schreiben, dachte ich zuerst – wozu? Meine Sprache ist die der Bilder, und mit ihnen habe ich die Geschichte meiner Großeltern erzählt, soweit ich sie in den letzten zwölf Jahren erlebe.

  • Thomas Hobbes

    Leviathan

    Bekannt geworden ist er vielleicht durch ein Mißverständnis, durch den Titel seines bekanntesten Werkes „Leviathan“. Sein sehr pragmatischangelsächsisches Denken läßt die sehr viel späteren Staatstheorien der deutschen Schule von Kant über Fichte und Hegel zu Schelling hinter sich, obwohl es seinem eigenen großartigen Anspruch nicht gerecht wird: Sowohl der Verfassungs- und Rechtsstaat wie auch der Führerstaat faschistischer und kommunistischer Prägung finden sich in ihm wieder.

    Von Thomas Hobbes

  • Diese Woche

    Uneinig über viel Papier

    Mit einer Einigung hatte keiner mehr gerechnet. Die Kultusministerkonferenz konnte nur protokollieren, was alle schon lange wußten: Gemeinsame Empfehlungen aller Minister zur Friedenserziehung wird es nicht geben.

    Von Peter Pedell

  • Hitler – ein „rasend gewordener Saubermann“?

    Zaghaft befreit

    Verwunderlich wäre es nicht, wenn am 50.Jahrestag von Hitlers Machtergreifung dieBehauptung aufgestellt worden wäre: Nun hätten die Deutschen aber lange genug ihre Vergangenheit bewältigt; nun endlich müsse damit Schluß sein.

  • Gespräche am Bankschalter

    Die zweite Rente zahlt der Fonds

    Immer mehr Lebensversicherungen sind in den letzten Jahren dazu übergegangen, frei gewordene Versicherungssummen wieder „einzufangen“.

    Von Ihr Securius

  • Verbaler Bildhauer aus Kärnten

    Dorf ohne Ufer

    „Menschenkind“, „Der Ackermann aus Kärnten“, „Muttersprache“ – Die Roman-Trilogie des österreichischen Autors Josef Winkler

  • Autogerechte Stadt

    „Städte“, so läßt Gabor Benedek, der 1938 in Budapest geborene Münchner Architekt und Karikaturist (der Süddeutschen Zeitung) den weiland Bundesminister Haack referieren, „müssen von ihrer Natur her flexibel und offen bleiben für neue Lösungen und Lebensformen.

  • Häuser aus Häuten oder Knochen

    Spätestens seit den Olympischen Spielen in München 1972 weiß jedermann, daß man unter Zeiten nicht nur schlafen, Bier trinken, tanzen oder Autoscooter fahren, sondern auch Fußball spielen und Wettrennen kann: Das Zelt ist zu einem Bautypus der Gegenwarts-Architektur geworden, und keiner hat sich darüber so viel Gedanken gemacht wie der Stuttgarter Architektur-Professor Frei Otto, ein wißbegieriger und phantasievoller Konstrukteur, der bei seinen Überlegungen immer wieder bei der Biologie Einkehr hält.

  • Löhne in den USA

    Zahlen für die Fehler der Bosse

    Mit Lohnkürzungen und Abbau von Privilegien versuchen US-Gewerkschaften, Arbeitsplätze zu retten

    Von Peter Christ

  • Hanjo Kestings kommentierte Auswahl

    Epiker in Briefen

    Richard Wagner war ein unermüdlicher Briefeschreiber, so wie er niemals aufhören konnte, die Menschen, die er in seiner Umgebung duldete, über Sinn und Wesen alles dessen zu belehren, was zwischen Himmel und Erde geschah.

  • Mein Taschenbuch

    „Hitlers Machtergreifung“

    Viel konnte man, wenn man wollte, in diesen Wochen hören, sehen, lesen über die Machtergreifung (manches nahm sich so aus, als gälte es, ein Jubiläum zu feiern).

  • Hinweis

    Er fehlt im 590seitigen Leipziger „Exil in den USA“, im 407seitigen bio-bibliographischen Verzeichnis „Werke (emigrierter) jüdischer Autoren deutscher Sprache“.

  • Auf dem Grund der Ängste

    Den Neuling empfängt die Klinik mit dem Flair eines Club Méditerranée: Junge Leute, die meisten um dreißig, gelöste Stimmung, Schwimmbad, Sauna, abends Disco.

  • Nachrichten von der Buchmesse

    Workshop in New York

    Deutsche Studenten kennen Mark Twain und Jack London, allenfalls noch J. D. Salinger. US-Studenten nennen die Gebrüder Grimm und Johanna Spyris „Heidi“, wenn sie nach deutscher Kinder- und Jugendliteratur gefragt werden.

  • Wie die „Times“ ins Schleudern kam

    Londons Renommier- und Traditionsblatt: Kummer mit Geld, Lords und den Gewerkschaften

  • Literatur des 18. Jahrhunderts – wo sie am spannendsten ist

    Aus der Enge

    Es gibt Leute, die in der Buchhandlung nachdem „Karl Philipp Moritz“ von Anton Reiser fragen. Und die brauchen sich im nachhinein gar nicht mal zu schämen.

  • Photographie und Surrealismus

    Die Photographie als große wahrsagende Dokumentaristin hat viele Ausdruckswillige angezogen, und viele von jenen, die sozusagen noch die ersten Schritte der neuen Kunstfertigkeit mittanzten, leben noch.

  • Kritik in Kürze

    „Bienen, die nur wohnen, heißen Drohnen – Sprüche. Nichts ab Sprüche“, von Werner Mitsch. – Seinem fünften Sprüche-Band stellt der Stuttgarter Aphoristiker Werner Mitsch das eigene Konterfei voran, und dazu die Maxime: „Gegenüber dem Lichtenberg sind alle anderen Berge Hügel.

  • Die neue Schallplatte

    Ray Charles: „Wish You Were Here Tonight“. Zwanzig Jahre nach seinem legendären Album „Modern Sounds In Country & Western Musik“ legt derselbe Ray Charles, inzwischen 50 geworden, ein Album vor, das er auch „Old-Fashioned Sounds In Country & Western Music“ hätte betiteln können.

  • Indem ich alle Hoffnung auf Wärme aufgebe, morde ich die Kälte“

    Im Staub des Lebens

    erwartet den jungen Psychiater DoktorRabain, den sie aus St. Anne kennt, um mit ihm zusammen ihr Manuskript über die Geisteskrankheit auf das Magnetopnonband aufzunehmen.

  • Geschichte, die betroffen macht

    Nach Lothringen, dachte ich bisher, reist man nicht, allenfalls reist man durch Lothringen hindurch. Die einzige Gegend im östlichen Frankreich, dachte ich bisher, in der zu bleiben lohnt, sei das Elsaß mit seinem alemannischen Fachwerk, seinen kräftigen Verlockungen durch Choucroute, Hecht und Edelzwicker.

    Von Rolf Schneider

  • Als Unwissen Macht war

    Mit dem 30. Januar angefangen kommen die traurigen Jubiläen dicht auf uns zu. Aber dem 10. Mai, dem 50. Jahrestag der nazistischen Bücherverbrennung, gebührt ein besonderer Unehrenplatz.

  • Deutsch-englische Konferenz

    Mehr Fragen als Antworten

    Seit 33 Jahren treffen sich Engländer und Deutsche jedes Frühjahr, zur Königswinterkonferenz. Jahrelang beschäftigten sie sich mit ihren eigenen Problemen: Die Briten bedrängten die Deutschen, endlich die Oder-Neiße-Grenze anzuerkennen; die Deutschen beschworen die Briten, doch ihr Herz über die Hürde zu werfen und in die Europäische Gemeinschaft einzutreten.

    Von Marion Gräfin Dönhoff und Theo Sommer

  • Pu Dschiä

    Die Macht und die Muppets

    Er war immer nur der Bruder, stand also einen Schritt näher an der Kulisse, aber eine Nebenrolle spielte dieser bescheidene, zierliche Chinese gewiß nicht.

  • Die Jugend, das unbekannte Wesen

    Trotz und Träume

    Da schreibt der Pressesprecher der Technischen Universität Berlin über die Frage „Warum sich Jugendliche in der Friedensbewegung engagieren“.

  • Taxifahrer in Hannover müssen zum Frisör

    Sauber und ordentlich

    In Hannover sollen die Taxifahrer keine langen Haare mehr tragen dürfen. Die größte Taxengenossenschaft dort verteilt im Moment neue Funkausweise mit Portätphotos, ohne die, vom 1.

  • Fit für den Profit

    Das Vorbild kann sich sehen lassen. Wenn Jane Fonda Aerobics vorturnt - die Videos in den Warenhäusern zeigen das ohne Pause , fügt ihre Bewegung sich perfekt dem DiscoRhythmus der Musik.

  • Bismarck als Rudolf-Mörder?

    Knalliger Knüller

    Wahlen stehen vor der Tür – in Österreich und in Wien. Wo man hinschaut, ist alles prekär: die Wahlchancen der Parteien, die Gesundheit Kreiskys, die Lager der verstaatlichten Industrie, die Entwicklung der Arbeitslosigkeit, die Position des Operndirektors, die Finanzierung des Wiener Konferenzzentrums.

  • Gesellschaft
  • China-Papier

    Es ist fünf Minuten vor zwölf – mit so allzu deutlich erhobenen Zeigefingern will uns Herbert Wernicke in seiner Hamburger Inszenierung immer wieder auf die politische Brisanz der Klabund-Oper „Der Kreidekreis“ von Alexander Zemlinsky aufmerksam machen.

  • Günstiges Bild

    Nölling: Es sieht so aus. Denn mit der kräftigen Zinssenkung in der letzten Woche ist der Spielraum erst einmal ausgeschöpft worden.

  • MANAGER UND MÄRKTE

    Die Bundesregierung denkt nicht daran, Unternehmenszusammenschlüsse in der Stahlindustrie dadurch zu erzwingen, daß sie nur fusionierenden Gesellschaften öffentliche Zuschüsse gewährt.

  • Der Schnaps gehört in den Stiefel

    Die Ordnungshüter aller Herren Länder mühen sich redlich, Bürger und Besucher von Ausschweifung und Maßlosigkeit abzuhalten.

    Von Isolde von Mersi

  • Fernseh-Kritik

    Klamotte statt Esprit

    Am Sonntagabend, zur besten Sendezeit, beschäftigten sich zwei bewährte, um das Fernsehen verdiente Männer, Hellmut Andics und Rolf von Sydow, im ZDF mit dem Leben und dem Werk eines gewissen Sandor Friedrich Rosenfeld, der unter dem Namen Alexander Roda Roda weltberühmt wurde.

  • Fernseh-Vorschau

    Kein Blick zurück

    Das Buch der fünfzehnjährigen Christiane F. wurde ein Bestseller. Teenager im ganzen Land verschlangen die Bekenntnisse ihrer Altersgenossin, der Spiegel verglich die Wirkung mit der von Goethes „Werther“ oder Wedekinds „Frühlings Erwachen“, 1980 verfilmte Ulrich Edel das nach Tonbandprotokollen von den Journalisten Kai Herrmann und Horst Rieck geschriebene Buch.

  • Untersuchung zum Aufenthalt in Kurorten: Ermutigende Ergebnisse

    Eine neue Marketingstrategie soll die deutschen Kurorte aus der Krise herausfuhren. Erster Schritt der „Hilfsaktion“ war eine Befragung der Kurgäste und solcher, die es möglichst noch werden sollen.

  • Genet und Neuenfels in Berlin: ein Interview, ein Film, eine Theaterpremiere

    Das Spiel ist aus

    Der Herr mit dem Schlips, der vollkommene Grandseigneur, ist der Schweizer Journalist François Bondy. Der Mann mit dem Brandloch im Pullover, auch um die siebzig, aus derselben Generation wie Bondy, aber ein Rebell, ist Jean Genet.

  • Im Kino

    „Bella Donna“ von Peter Keglevic. „Bella Donna, schöne Frau“ murmelt die kokette alte Dame und träufelt sich den Extrakt des Nachtschattengewächses ins Auge, der den Blick so schön strahlend macht.

  • Ausstellung in Köln: Georges Rouault

    Wehrt sich, klagt an, widerspricht

    Vor knapp zehn Jahren gab es in München die letzte große Rouault-Ausstellung. Eine damals ganz und gar unzeitgemäße Veranstaltung.

    Von Helmut Schädel

  • Mehr kreuzen auf dem Meer

    Dennoch ist der Anteil der Kreuzfahrten – wie eine Untersuchung des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ergab – am gesamten Urlaubsreiseverkehr recht gering: In den letzten zehn Jahren blieb er immer unter einem Prozent.

  • ZEITRAFFER

    Die deutschen Steuerzahler werden in diesem Jahr wieder kräftig zur Kasse gebeten. Das ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München hat errechnet, daß die Arbeitnehmer 1983 zwar 11,7 Milliarden Mark mehr verdienen werden als im Vorjahr, davon aber den „schier unglaublichen Betrag“ von 10,1 Milliarden Mark an Fiskus, Sozialversicherungen und Kirchen abgeben müssen.

  • Seit 300 Jahren: Deutsche in Amerika

    Vor dreihundert Jahren überquerten die ersten deutschen Einwanderer den Atlantik und gingen bei Philadelphia an Land. Es waren religiös verfolgte Mennoniten aus Krefeld, „Concord“ hieß ihr Schiff, ihren Landeplatz und ersten Wohnort in Pennsylvania nannten sie „Germantown“.

  • Kultur
  • Architektur: Der Baumeister des Bischofs

    Kontrastreiche Beziehungen

    Noch vor zehn Jahren war er ein Unbekannter, ein Architekt in der bayrischen Provinz, in Eichstätt; wo liegt eigentlich Eichstätt? Wenig später war er der Geheimtip der Kenner; welcher von seinesgleichen hatte der Fachwelt schon so knackige Zankäpfel zum Denkmalschutzjahr geliefert wie er? Dann tauchte sein Name nach und nach in Bauzeitschriften auf, und als der britische Architectural Review seinen Fund der Welt 1979 bekanntmachte, überschrieb er seinen Bericht so, als kennte man seinen Helden nun schon so gut wie den lieben Gott im Himmel: „Schattner in Eichstätt“.

    Von Manfred Sack

  • Das Motto

    Dr. Mutz: Ich hab’ es gelesen. Spielt 18/19 herum. Weltuntergangsstimmung in der Donaumonarchie. Aber nicht bloß an Hand von Einzelschicksalen dargestellt, sondern erzählt als Schicksal eines ganzen Volkes.

    Von Klaus Bädekerl

  • Länderspiegel
  • Brandstifter-Prozeß

    Flammen - Tod

    Wenn in einem verschlafenen Dorf vor den Toren Hamburgs eines Nachts eine kleine Autowerkstatt abbrennt, so ist das für die örtliche Polizei ein Routinefall.

    Von Daniel Riegger

  • Singen für Deutschland

    Viva la Mamma!

    Am Samstag, dem 19. März, haben wir eine Flasche Wein aufgemacht nach der Tagesschau und haben auf Carolin Reiber gewartet Wir wurden nicht enttäuscht: Sie erschien pünktlich und ganz in Gold, sie war gut frisiert, konnte alle Texte auswendig und sprach eine schöne Einleitung: wie stolz wir sind, daß zum erstenmal seit 27 Jahren das nächste Grand-Prix-Chanson-Eurovision-Festival in München stattfinden wird, weil doch das Siegerlied im Vorjahr – ja, das war unsere Nicole mit „Ein bißchen Frieden“, und nun kann es losgehen.

    Von Elke Heidenreich

  • Lebensart
  • Englischer Wein

    Diesen Wein erkennen Sie wahrscheinlich nicht“, sagte mein englischer Freund, während er mein Glas einschenkte. Wie aus der Pistole geschossen antwortete ich: „Englischer Wein.

  • unzugeordnet
  • Die Rentner zahlen die Zeche

    Wenn man den Statistiken des CDU-Bundesgeschäftsführers Peter Radunski glauben darf, gibt es in der CDU 227 500 Angestellte und Arbeiter – also genug Bürger, um in der nach Mitgliedern zweitgrößten deutschen Volkspartei einen Sturm der Entrüstung zu entfachen, wenn die „soziale Gerechtigkeit“ sträflich verletzt worden ist.

    Von Dieter Piel

  • Verhandlungen in Brüssel

    Ein Opfer und viel guter Wille

    Neuordnung der Wechselkurse: Die Franzosen pokerten erfolgreich, Kohl pries den „Erfolg für Europa“

    Von Rudolf Herlt

  • Ein Marlene-Dietrich-Film ohne Marlene Dietrich: Maximilian Schell stellt soeben eine neunzigminütige „documentary“ über Leben und Werk des Stars fertig, den er dazu viele Stunden interviewte, der sich aber nicht filmen ließ.

    Marlenes letztes Band

    Eine kleine Sensation wohl doch: Nach jahrelangem Zögern, nach dem Verwerfen selbst des Gesprächspartners Orson Welles, hat Marlene Dietrich eine Woche lang jeden Nachmittag mehrere Stunden mit Maximilian Schell gesprochen.

    Von F. I. R.

  • Zeitspiegel

    Englische Richter sind bekannt für ihre Strenge, und der „Contempt of Court Act“ von 1981 bietet ihnen alle Möglichkeiten, sie anzuwenden.

  • Der lachende Dritte

    In Wirklichkeit geht es nämlich nicht in erster Linie darum, wieviel Lohn die Arbeitnehmer mehr erhalten oder wieviel Geld in den Kassen der Unternehmen verbleibt.

    Von Michael Jttngblut

  • Frankreichs Wirtschaftsminister

    Ein Sozialist mit schlechtem Gewissen

    Jacques Delors versteht es, auch in der Defensive die Spielregeln zu bestimmen

    Von Roger de Weck

  • I have been photographed to death

    Marlene Dietrich: Also Amerika ist, wenn Sie mich fragen, was ist zu Hause, sage ich: Amerika. Heimatlosigkeit ist doch Courths-Mahler.