• Ausgabe 16/1983

    Ausgabe 16/1983

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Mitterrand und die Kommunisten

    „Die Sowjets fühlten sich wie zu Hause“

    Vor der Ausweisung von 47 Spionen hatte Frankreich den Kreml vergeblich gewarnt

    Von Ernst Weisenfeld

  • Rüstungsfragen in der Sowjetunion

    Der Wortkrieg der Marschälle

    Was für Leonid Breschnjew einst schnittige, westliche Straßenkreuzer waren, sind für Verteidigungsminister Dmitrij Ustinow noch allemal Panzer und Armee-Lastwagen.

    Von Chrisdan Schmidt-Häuer

  • Golfstaaten: Angst vor dem Ölteppich

    Überall am Golf versuchen Fabriken, Hotels und Privatleute verzweifelt, große Reserven von Mineralwasser anzulegen. Der Wassermangel ist die Achillesferse der Golfstaaten, die zwar über die Hälfte der außerhalb des kommunistischen Machtbereiches bekannten Ölreserven gebieten, ihr Wasser aber aus teuren Meerwasser-Entsalzungsanlagen gewinnen müssen.

  • Sieben Gründe für die Fortsetzung der Ostpolitik

    Helmut Kohl hat in der Ost- und Deutschlandpolitik Möglichkeiten, von denen seine Vorgänger nur träumen durften. Kohl kann soweit gehen, wie er will, und braucht keine Opposition zu fürchten.

  • Wolfgang Ebert

    Dallas-Embargo

    Kaum hatte der Kanzler das Arbeitszimmer des Präsidenten betreten, da sprach er ihm auch schon im Namen des deutschen Volkes den Dank für die Care-Pakete im Zweiten Weltkrieg aus und versprach Amerika die volle Unterstützung der Bundesregierung.

  • Begins kalte Annektion

    Der Kibbuz Ramat Rachel liegt auf einem Hügel im Süden Jerusalems. Früher ein strategisch wichtiger Punkt, ist die Siedlung heute ein Ausflugsort mit Gästehaus und Liegewiese.

    Von Henryk M. Bröder

  • Ein bremischer Staatsmann

    Theodor Spitta, der Schöpfer zweier Verfassungen für die Hansestadt – Eine Würdigung

    Von Karl Carstens

  • Anschlag in Albufeira

    „Ich weiß, daß ich bald sterben werde“

    Von der Hotelhalle des „Montechoro“ hat man einen weiten Blick bis zur weißgischtigen Küste hinüber. An diesem Sonntagmorgen waren die Gärtner damit beschäftigt, auf den Liegewiesen rund um die Swimming-pools die Bänke für die Hotelgäste aufzustellen.

  • Kampf um die Kommunen

    München für die SPD zurückzuerobern, träumt Peter Glotz, das wäre eine schöne, „symbolische Geschichte Ohnehin muß man die Opposition von unten wieder aufbauen, von den Kommunen her.

  • Nie wieder Hamburg

    Ein gerupfter Paradiesvogel

    Kiep geht – und niemals kehrt er wieder, jedenfalls nicht nach Hamburg. Der Spitzenkandidat der Hamburger CDU und Verlierer der Bürgerschaftswahl vom 19.

  • Zimbabwe: Bürgerkrieg ohne Gnade

    Die Äußerungen von Ministerpräsident Robert Mugabe lassen aufhorchen: „Wenn Männer und Frauen den Dissidenten zu essen geben, werden unsere Soldaten kommen und sie ausmerzen.

  • BONNER BÜHNE

    Auf Pfefferminztee und Magerdiät gesetzt

    Allmählich erscheinen auf der Bonner Bühne die Minister wieder, die samt vielen Zuarbeiten! die Bundeshauptstadt nach der Kanzlerwahl im Massenexodus verlassen hatten.

  • Näher, mein Herzinfarkt...

    Die Grünen in der „Psychokiste“

    Das Hauptproblem der Grünen im Bundestag war von Anfang an klar: Sie müssen sich entscheiden, ob sie Bewegung bleiben oder Partei werden wollen; ob sie politisch wirken oder lautere Ideologie verkünden sollen; ob sie in den eigenen Reihen Gleichmacherei betreiben oder Talente zur Entfaltung bringen.

  • Dioxin: Chronik des Giftmüll-Skandals

    25. März: Die staatliche französische Umweltbehörde bestätigt den Bericht einer Fachzeitschrift. Danach hat im September 1982 ein Lastwagen mit 41 Fässern Giftmüll aus Seveso bei Mailand die italienisch-französische Grenze passiert.

  • Zu der Frage, die die Grünen stellen: Direkte oder repräsentative Demokratie?

    Gefahr von der Basis

    Die repräsentative Demokratie hat ihre Schwächen – das wußte schon John Stuart Mill, und das wußten vor ihm die Autoren der Federalist Papers.

  • Karriere eines ehemaligen Managers

    Der Mann mit dem undefinierbaren Beruf

    Daß er einmal aus dem Hintergrund heraus operieren würde, hatte man von Günter Vogelsang nicht erwartet. Der Rheinländer mit den flotten Sprüchen und der Figur eines Preisboxers schien wie geschaffen, im Rampenlicht zu stehen und den Ruhm zu genießen.

    Von Heinz-Günter Kemmer

  • Wirtschaft
  • Bambini-Krise

    Italiener haben immer viele kleine, süße Bambini. Diese Ansicht kommt auch in Italien bei allen Meinungsumfragen zu Tage. Aber sie stimmt nicht mehr.

  • MANAGER UND MÄRKTE

    Die Augen des Partriarchen ruhen wohlgefällig auf einem für ihn jungen Mann: Der 70jährige Hans L. Merkle, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Robert Bosch GmbH in Stuttgart, hat Marcus Bierich, der Ende April 57 Jahre alt wird, zu seinem Nachfolger auserkoren.

  • Zeit spart Geld

    Obwohl sich die Zinsen auf dem Kapitalmarkt zur Zeit kaum noch nach unten bewegen, werden die Bedingungen für Hypothekennehmer günstiger.

  • Die Laune ist besser als die Lage

    Die Laune ist besser als die Lage

    Wer die volle Wahrheit wissen wollte, mußte schon bis zum Ende lesen. Denn ihre wohl etwas mutig gewählte Schlagzeile „Ansätze zur konjunkturellen Erholung“ konnte die Frankfurter Allgemeine nur elf Zeilen lang belegen – mit der Information, daß die Produktion des verarbeitenden Gewerbes in der Bundesrepublik im Laufe dieses Jahres spürbar steigen werde.

    Von Wolfgang Gehrmann

  • Verbotene Geschäfte mit dem kleinen Mann?

    Büroartikel, so forderte die Anzeige auf, „da kaufen, wo sie günstig sind, von der Büroklammer bis zum Personalcomputer!“ Doch, obwohl das ganzseitige Inserat am 19.

  • Panne zur rechten Zeit

    Ein Jahrhundertding war angesagt – am 2. September dieses Jahres sollte es steigen und fortan die Welt verändern. Wie groß die Sache einzuschätzen ist, machte zuvor schon der Wirtschaftswissenschaftler Carl-Christian von Weizsäcker, sonst eher zu nüchternen Formulierungen neigend, durch ein gewagtes Bild klar: Das sei „mit einer Lawine zu vergleichen, von der man nicht weiß, ob, wann und wo sie niedergehen wird, aber wenn sie sich löst und ihre kritische Masse erreicht, wächst sie unaufhaltsam weiter, bis sie vollgesättigt im Tal ausläuft.

  • Eine heulende Meute

    Noch liegen keine detaillierten Vorschläge auf dem Tisch – und entschieden ist erst recht noch nichts. Aber schon heulen die Vertreter der Interessengruppen in den höchsten Tönen.

    Von Michael Jungblut

  • Kurs-Barometer

    Im Sog der Hausse

    In der Investment-Branche haben sich die Mienen der Manager aufgehellt. Im Sog der Aktienhausse ist das Interesse für deutsche Aktienfonds endlich gewachsen.

    Von K. W.

  • Ideenreiche Unternehmer können auch in daniederliegenden Branchen neue Arbeitsplätze schaffen, Gewinne machen, die Produktion steigern. Das Zauberwort heißt Flexibilität.

    Weiße Raben mit schwarzen Zahlen

    Er hat Weder eine Sekretärin noch einen persönlichen Referenten, öffnet die morgendliche Eingangspost selber und blickt statt auf kostbare Graphiken oder Ölbilder auf Fußballtrophäen, etwas ärmliche Blattpflanzen und ein ungerahmt an die Wand gepintes Churchill-Zitat: „Sozialismus ist die Philosophie des Versagens, das Credo der Ignoranz und das Glaubensbekenntnis des Neids.

    Von Hans Otto Eglau

  • Frankreich

    Austerity im Kartenhaus

    Der französische Ministerpräsident Mauroy mußte den Kommunisten in seinem Wirtschaftsprogramm einige Zugeständnisse machen

  • Die Wirtschaft in der Wirtschaft

    In der Krise der dreißiger Jahre lernten die Ökonomen, daß die vorrangige Verteidigung von Wechselkursen an Stelle der Vollbeschäftigung auf Dauer nur eines bewirkt – die schmerzliche deflatorische Anpassung von Produktion, Einkommen und Beschäftigung.

    Von Wilhelm Hankel

  • Arbeitslose ohne Kinder

    Vogt: Das können wir jetzt noch nicht genau abschätzen. Wahrscheinlich wird der Zuschuß des Bundes an die Bundesanstalt für Arbeit 1984 über jene 5,36 Milliarden Mark hin? ausgehen, die er in diesem Jahr erreicht.

  • Atlantik-Flüge

    Auf Sir Freddies Spuren

    People’s-Airways will ab neuer Billig-Anbieter die traditionellen Fluggesellschaften unterbieten

    Von Wilfried Kratz

  • Wissen
  • Beamten-Vorrechte kein Tabu

    Ein Privileg gerät in Gefahr, Unerhörtes schleicht sich in den Katalog aktueller politischer Forderungen: Die 1,7 Millionen Beamten in der Bundesrepublik sollen selbst zu ihrer Sicherung im Alter finanziell beitragen.

  • Der Irrweg des Giftes

    Seveso und kein Ende. Vor sieben Jahren ereignete sich der Unfall, bei dem das dabei ausgeströmte Gift Dioxin eine Region für Mensch und Tier unbewohnbar machte.

  • Rotes Licht aus Karlsruhe

    So nicht“ – das ist der Tenor der einstweiligen Anordnung, mit der das Bundesverfassungsgericht am Mittwochmorgen den Volkszählern in den Arm gefallen ist.

  • Nahost ohne Aussicht

    Ein schwarzer Tag für den Nahen Osten: In dem portugiesischen Badeort Albufeira wurde der PLO-Beobachter bei dem Kongreß der Sozialistischen Internationale, Issam Sartawi, ermordet.

    Von Dietrich Strothmann

  • Handel als Waffe

    Nicht schon wieder – dieser Stoßseufzer entfährt selbst Nervenstarken und Unerschrockenen. Er wird durch Ronald Reagans neue Pläne für eine Einschränkung des Handels mit dem Osten provoziert.

  • Auto
  • Knochenmark-Transplantationen

    Hilfe von Soja

    Ihr Leben und ihre Gesundheit verdanken mindestens achtzehn Kleinkinder einer schlichten Substanz aus Sojabohnen. Sie ermöglicht es, Spender-Knochenmark zu „reinigen“ und für den Empfänger verträglich zu machen.

  • Automatisierung

    Einarmige Monteure

    Sie machen als „Jobkiller“ immer wieder Schlagzeilen. Obwohl sie nur elektronisch gesteuerte Maschinen wie viele andere sind, eignen sie sich wie kaum ein Produkt des technischen Fortschritts dazu, die öffentliche Gänsehaut vor den Folgen der Technik zu pflegen: Roboter können eben Menschen „ersetzen“.

    Von Franz Frisch

  • Raumfähre „Challenger“: heil zurück, neue Sorgen

    Als ein Überschallknall am vergangenen Samstagnachmittag über die kalifornische Mojave-Wüste rollte, blickten mehr als 100 000 Zuschauer angestrengt in den tiefblauen Himmel.

  • DIE ZEIT
  • Frühlings-Erwachen

    Baumschule: Ganz besonders um den Nachwuchs kümmert man sich im Deggendorfer Land. Urlauber, die dort ihr Zelt auf Sofern Bauernhof aufschlagen, können nicht nur recht preiswert Familienferien machen (Vater, Mutter und Sprößling zahlen zusammen elf Mark pro Tag), sondern können sich auch noch um den deutschen Baumbestand verdient machen: Jeder Urlauber darf kostenlos einen Baum seiner Wahl nicht nur pflanzen, sondern ihn obendrein auch noch auf einen Namen seiner Wahl taufen.

  • Der Staat - nur ein datengieriger Riese?

    Was hierzulande seit einigen Wochen in Rundfunk und Presse, aber auch unter Nachbarn und Freunden, im Familienkreis und zwischen Berufskollegen über die für Ende April vorgesehene Volkszählung gesprochen und geschrieben wird, läßt mehr über unsere politischen Verhältnisse erkennen als die Statistiken, die man aus der großen Befragung bestenfalls gewinnen kann.

    Von Hans Peter Bull

  • Zeitmosaik

    Der Schriftsteller Stefan Heym, der am 10. April siebzig Jahre alt geworden ist, und dessen jüngste Bücher in seiner DDR-Heimat nicht erscheinen durften, in der „Tagesschau“ des Deutschen Fernseitens am vergangenen Sonntag.

  • Banken

    Wenn sie gewußt hätten...

    Die internationale Verschuldungskrise und ihre Folgen für die deutsche Kreditwirtschaft

    Von Rudolf Herlt

  • Italien

    Stoff für Statuen und Wolkenkratzer

    Die Ölquellen unserer Kunden werden längst ausgetrocknet sein, wenn hier noch immer Marmor aus dem Berg gesägt wird“, sinniert der Ingenieur der Grube Henraux oben in den Apuanischen Alpen.

  • Gespräche am Bankschalter

    Auf Rohstoffe setzen

    Nach Berechnungen des Ifo-Instituts lassen die jüngsten Konjunkturprognosen in der zweiten Jahreshälfte 1983 ein stärkeres Anziehen der Rohstoffnotierungen erwarten – ausgelöst durch eine wirtschaftliche Belebung, die mit der Wiederaufstockung der Läger verbunden ist.

  • „Kleingärten des Friedens“

    Eine stürmische Sitzung im Bundestag. Von ständigen Zwischenrufen aus den Reihen der CDU und CSU unterbrochen, versucht ein junger Sozialdemokrat, seine provozierende Rede zu Ende zu bringen: „Wir wollen Deutschland sicherlich nicht schutzlos lassen .

  • Werner Heisenberg

    Der Teil und das Ganze

    Werner Heisenberg hat 1969 als knapp Siebzigjähriger – sechs Jahre vor seinem Tode – seine Lebenserinnerungen geschrieben. Aus eigenem Erleben schildert einer der ganz Großen in der Physik, wie es zugegangen ist in den zwanziger Jahren, als er mit Niels Bohr und anderen die Quantentheorie schuf, wie es dann im Dritten Reich dazu kam, daß er als „Ossietzky der Physik“ und „Geist vom Geiste Einsteins“ angegriffen wurde und wie er schließlich nach dem Kriege die „Weltformel“ fand.

  • Bernd Trautmann

    Nicht heimisch in der Heimat

    Den „größten Augenblick“ seines Lebens, sagt er, habe er „nur halb“ mitbekommen; auch den Händedruck der englischen Königin, der dazu gehörte, damals im Frühjahr 1956, als er mit der Mannschaft von Manchester City im Londoner Wembley-Stadion das englische Cupfinal gewonnen hatte – 3:1 gegen Birmingham.

  • Stahl gegen Hotelgutscheine, Treibstoff gegen Flugtickets, Schreibgeräte gegen TV-Sendezeiten: Die Rezession in den Vereinigten Staaten hat dem bargeldlosen Tauschhandel einen Milliarden-Dollar-Boom beschert

    Geschäfte ohne Geld

    Mitchell J. Schultz wollte heiraten. Der Termin stand fest, die neue Wohnung auf der vornehmen Ostseite des New Yorker Central Parks war fertig.

    Von Peter Christ

  • Arbeitsmarkt

    Schwalben

    Die Welt jubelte: „Positives Signal vom Arbeitsmarkt“. Die Regierung sah in den neuesten Arbeitslosenzahlen Zeichen für eine langsame Kräftigung der Wirtschaft.

  • Träume vor offenen Tresoren

    Wann immer, wie jüngst in London, Gentlemen zur Kasse bitten und auf ihre eigenwillige Weise ein bißchen Vermögen umverteilen, fühlt sich unsereiner auf seine Charakterfestigkeit getestet und mit der unangenehmen Tatsache konfrontiert, daß er wahrhaftig zwei Seelen in seiner Brust hat, von denen eine vermutlich ziemlich schwarz ist.

  • Bonner Kulisse

    In den vergangenen Tagen herrschte in der Bundeshauptstadt eine thematische Armut wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Die Vermutung, daß dieser Stadt aus regiert werde, möchte sich nur selten einstellen.

  • Rüstungsdiskussion in Amerika

    Das strategische Ei des Columbus?

    Befürworter der Aufrüstung wie der Abrüstung kommen gleichermaßen auf ihre Kosten. Das Ende einer mühsamen Debatte um einen wichtigen Teil der strategischen Bewaffnung zeichnet sich ab: Hundert MX-Raketen mit je zehn Sprengköpfen sollen in Wyoming und Nebraska in vorhandene Silos der alternden Minuteman gesteckt werden.

  • Kunstkalender

    Ein ziemlich blasser Titel für eine durchaus farbige Ausstellung, die – was leider selten geschieht – die vorhandene Raumsituation in der Haidhausener „Fabrik“ optimal nutzt.

  • Mentor der Arbeiterbewegung

    Verwurzelt in drei Heimaten

    Zuweilen, wenn man ihn in den Revieren beobachtet, wo sich die Herren „Callgirls“ tummeln, wie Arthur Koestler sie genannt hat, die internationalen Konferenz-Löwen, Debatten-Tiger und Symposium-Schakale, wirkt er ein wenig verloren: eine schmächtige Gestalt, behangen mit einem uralten Rohseidenjackett, Mitbringsel von einer Vortragsreise durch Indien, das Cocktailglas unruhig in der Hand drehend, mit flinken Augen nach einem Gesprächspartner ausspähend.

  • Tratschkes Lexikon für Besserwisser

    Was wir über die Wikinger aus den Heldenliedern wissen, aus der nordischen Saga-Literatur, den norwegischen und isländischen Sögur und Skaldengedichten, das sind spätere Idealisierungen, erst lange nach der Wikingerzeit fixiert.

  • Die Grünen vor Wien

    In der Zoologie kann es nicht tierischer zugehen als bei Österreichs Grünen. Es wimmelt von Tiervergleichen, von Viechereien sowieso.

  • Leere Batterien

    Wohin damit?

    Im Februar wurde an meiner Schule ein Film des Umweltbundesamtes mit dem Titel „Müll kommt uns teuer zu stehen!“ gezeigt. Unter anderem hieß es darin: „Werft leere Batterien nicht in die Tonne! Sie enthalten sehr gefährliche Stoffe wie zum Beispiel Quecksilber.

    Von Martina Herz

  • Wiederentdeckt:

    Theophrasts kleine Typen-Lehre

    Der Sokrates-Schüler und Philosoph Theophrast (371–287 v. Chr.) begegnete in seinem Leben einer Menge unangenehmer Menschen.

  • Worte der Woche

    „Unsere Stärke hat Aggressionen über einen langen Zeitraum hinweg abgeschreckt, während die Ostdeutschen, die Ungarn, die Tschechen und die Afghanen lernen mußten, daß bei ihnen militärische Stärke sofort zur Stelle war, um ihre Versuche, die Freiheit zu erlangen, zu unterdrücken.

  • Ben Witter

    Nebbich

  • Urlaub, der bildet

    Sprachreisen sind zwar nur ein kleines Gebiet auf dem weiten Feld des Fremdenverkehrs, doch innerhalb des Jugendtourismus nehmen sie eine durchaus beachtliche Stellung ein.

    Von Barbara Lehnig

  • Aerobic-Festival

    Keine Bewegung

    Der Einladung war eine freundliche Aufforderung beigefügt: Turnschuhe, Trainingsanzug und Handtuch seien bitteschön mitzubringen.

  • Bundesbankgewinn

    Bremse

    In diesen Tagen dreht die Bundesbank wieder einmal den Geldhahn zugunsten des Fiskus auf. Etwas mehr als elf Milliarden Mark werden aus ihrem Gewinn an den Bund abgeführt.

  • Zeitspiegel

    Die Iswestija, das Blatt einer Regierung, die sonst der Religion nicht gerade wohlgesonnen ist, bescherte ihren Lesern ein biblisches Wunden Mit neun Zitaten aus der Heiligen Schrift predigte der Moskauer Patriarch Pimen in einer offenen Botschaft gegen die Rüstungspolitik des amerikanischen Präsidenten.

  • Volkszählung

    Angst vor dem gläsernen Menschen

    In Karlsruhe äußerte sich das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch zur Volkszählung. Die Weichen für den Spruch der Richter wurden am Tage zuvor gestellt Unser Redaktionsmitglied war dabei

  • Inflationsrate

    Die Wende

    Als Anfang dieses Monats bekannt wurde, daß die Preise für die Lebenshaltung im März nur noch um 3,5 Prozent geklettert sind, faßten Auguren schon den nächsten Rekord ins Auge: Bis zum Jahresende könnte sogar eine Zwei vor dem Komma stehen.

  • Das Bücherschaufenster

    Das ist ein „undeutsches“ Buch – eine Mischung aus Anekdoten und hochseriöser Reflexion, aus seltenen Archivfunden und intellektueller Sondierung; ob nun die befremdliche Gleichzeitigkeit der strengen Architektur für den Bau des Instituts für Sozialforschung und der pompösen „barockherrscherlichen“ des IG-Farben-Mammuts; ob die Geschichte des (Privat-) Senders Radio Frankfurt, das Brecht, Benjamin und (erstmals) Thomas Mann sendete; ob die Geschichte der Frankfurter Zeitung, deren bedeutendes Feuilleton Joseph Roth verteidigte: „Ich bin nicht eine Zugabe, nicht eine Mehlspeise, sondern eine Hauptmahlzeit“ oder die verqueren Intrigen um die Verleihung des Goethe-Preises an Sigmund Freud (mit Abdruck der Speisekarte des Jury-Essens – „Verlorene Eier in Weinsülze mit Estragon.

  • Roßkur in Ulm

    Was wir hinter uns haben“, meint Bernd Kosegarten, Chef der Lastwagenfirma Magirus, „steht anderen Firmen in der Bundesrepublik erst noch bevor.

    Von Aufnahme: Michael Bässler

  • Die neue Schallplatte

    „Fiori Concertati“ – eine Blütenlese also jener für das 17. Jahrhundert neuen Kompositionstechnik, die nicht mehr aus dem Neben- und Übereinander vieler gleichwertiger Stimmen ihre Harmonie erhält, sondern in der eine oder mehrere Stimmen über einem das Harmoniegerüst liefernden Baß Affekte auszudrücken versuchen.

  • Fledermausflügel

    Ich hatte Anfang der sechziger Jahre zu schreiben begonnen, kannte aber noch nicht sehr viele Gedichte. Erich Arendts erste Bände waren mir zu der Zeit ein wunderbares exotisches Futter neben der trockenen Spreu von Zimmering, Kuba, Preißler und Berger zum Beispiel, von denen es hieß, daß sie ein neues Kapitel der deutschen Nationalliteratur zu schreiben begonnen hätten.

    Von Sarah Kirsch

  • Brause in der Wüste

    Où est la toilette?“ Der algerische Zöllner lacht: „Le Sahara est grand!“ Ich stecke meinen Paß ein und stapfe hinaus in die Wüstennacht.

    Von Michael Göttsche

  • Affäre um einen Millionen-Auftrag

    „Du hast doch gut kassiert!“

    Auf das Wort „Parteispende“ scheinen Politiker doch empfindsamer zu reagieren, als das einigende Schweigen um den Flick-Skandal vermuten läßt.

  • Benzinpreise

    Normal

    Nun sind sie wieder zu Ende, die Zeiten ungläubigen Staunens über immer billigeres Benzin, nun verhalten sich die Preise wieder normal: Sie steigen.

  • Vom Recht der Gemeinden

    Die Bombenangst der Bürger

    Nach dem Grundgesetz, Artikel 28, genießen die Kommunen eine hohe Autonomie, allerdings im Rahmen der Kompetenzregelungen der Verfassung und des Subsidiaritätsprinzips: „Den Gemeinden muß das Recht gewährleistet sein, alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln.

  • Das Klima vergiftet

    Die Produkte sind gut, der Ruf des Unternehmens aber denkbar schlecht. Die Kasse stimmt, alles andere nicht. Geld allein macht selbst kapitalistische Konzerne nicht restlos glücklich.

  • Warten auf die Industrie

    Heinz Riesenhuber, der als Optimist im Leitstand des Bonner Forschungsministeriums seinen Einstand gab, scheint alles in allem auch noch außerordentlich couragiert zu sein.

  • Gesellschaft
  • Stagnation

    In Nordamerika und in Großbritannien beispielsweise sanken die Ankünfte von Ausländern um sieben Prozent, in Jugoslawien gar um nahezu elf Prozent.

  • Caffè Greco

    In Rom gibt es nicht mehr allzu viele Kaffeehäuser, die mit der Vergangenheit der Stadt oder mit internationaler Kulturgeschichte verbunden sind.

  • Ferienplanung vor dem Fernsehschirm

    Franz Limberger hatte Pech mit dem Wirt. „Wenn ich den vorher gesehen hätte, wäre ich nicht in dem Hotel abgestiegen. Der ging mir die ganze Zeit auf den Wecker.

    Von Klaus Oscar

  • Fernseh-Vorschau

    Die alte Partisanin

    In Frankreichs Kino ist sie ein Monument, wie einst nur Jean Gabin. Sie ist eine große Schauspielerin. Aber sie ist auch ein Genre, was nichts gegen ihr Talent, aber alles über ihre unvergleichliche Wirkung sagt.

    Von Peter W. Jansen

  • Silhouetten wie aus dem Baukasten

    Die Peso-Abwertung und „eingefrorene“ Hotelpreise machen einen Mexiko-Urlaub günstig wie lange nicht mehr

    Von Anna von Münchhausen

  • Nepal-Trekking: Mit Schlafsack und Salami

    Die Organisation einer solchen Tour ist relativ einfach. Nepals Trekking-Routen reichen vom anstrengenden Spaziergang bis zur Hochgebirgstour unter extremen Bedingungen.

  • Fernseh-Kritik

    Schule der Gräber

    Ist das schon Wien?fragen die Reisenden, wenn Sie auf dem Weg vom Flughafen Schwechat in die Innenstadt durch die Simmeringer Hauptstraße fahren, an Gasometern und am Zentralfriedhof, an Zinshäusern und Gemeindebauten, an Mauern mit theresianischem Gelb und am Krematorium aus dem 20.

  • Im Kino

    „Diva“ von Jean-Jacques Beineix: Das Porträt des Fans als junger Briefträger oder Die Odyssee eines Candide im Hitchcock-Welles-Land.

    Von Lina Schneider

  • Kino: „Klassengeflüster“ von Jacusso und Rickenbach

    Ein letzter Sommer

    Manchmal ist die Schule ein Rummelplatz für die Lümmel von der letzten Bank. In Wolfgang Bülds unsäglicher Teenie-Klamotte „Gib Gas – Ich will Spaß“ erscheint das Klassenzimmer als beliebiges Ambiente für die adretten Albereien von Nena und Marcus.

    Von Hans-Christoph Blumenberg

  • Die aktuelle Kurzgeschichte

    Neger in Immenstadt

    Anläßlich der bevorstehenden großen Volkszählung fielen uns natürlich sofort die fünf Neger in Immenstadt/Allgäu wieder ein, die wir 1981 auf der Durchreise nach Oberstdorf kennengelernt haben.

    Von Thomas Meinecke

  • Sind Sie denn auch Arzt?

    Medizinstudenten im praktischen Jahr werden mit ihren Fragen meist allein gelassen

    Von Reinhard Rychlik

  • Kultur
  • Eine Jugend im Dritten Reich

    Kränkung und Tarnung

    Erinnerungsbücher von Menschen, die nun um die Sechzig sind und einmal stolze, ihrer Sendung sichere Hitler-Kinder waren: Neuerdings gibt es schon eine Menge solcher Bücher.

  • Der Zahn der Zeit

    Bei meinem letzten Umzug fand ich ein altes Tagebuch, und bei dem (wievielten?) Versuch, den Krempel, der sich über die Jahre hinweg angesammelt hatte, auf einer transportfähigen Masse zu reduzieren, hätte ich es beinahe weggeworfen.

    Von Matthias Hoi

  • Die Friedensbewegung interpretiert die Bergpredigt als politische Handlungsanweisung. Wird sie ihr damit gerecht?

    Die heilige Anarchie

    Vor zwei Jahren sei die Bergpredigt „mit ihrer eigenen elementaren Gewalt über uns gekommen“, glaubt der Tübinger Theologe Jürgen Moltmann feststellen zu können.

    Von Eberhard Stammler

  • Annäherung im Karree

    Charakter und Anpassung: Eine neue architektonische Erfindung in einem barocken Gefüge – Heinz Mohls Landeskreditbank in Karlsruhe

    Von Manfred Sack

  • In dieser Woche feiert der Schriftsteller Hans-Egon Holthusen seinen 70. Geburtstag. Sein jüngstes Buch widmete er dem Verhältnis von Philosophie und Terrorismus.

    Orest in Stammheim

    Am 2. Juni 1967 wurde anläßlich einer Demonstration gegen den Berlin-Besuch des Schahs von Persien der Student Benno Ohnesorg erschossen; damals sprach Günter Grass vom „ersten politischen Mord“ in der Geschichte der Bundesrepublik.

    Von Jürg Altwegg

  • Aus der Frühgeschichte der KPD

    Am Proletariat verzweifelt

    Paul Levi ist nur noch wenigen Eingeweihten bekannt. Nur einmal, im Jahre 1921, stand der einstige Sozialdemokrat und spätere KPD-Führer im Rampenlicht der Geschichte.

    Von Helmut Trotnow

  • Bekenntnis eines Journalisten

    Einfach und ehrlich

    Im Sinne des Südwestfunks in Baden-Baden ist dieses kleine Buch von Franz Alt ganz sicher nicht „sendefähig“. Denn wenn es schon Anstoß erregt hat, nach dem Beispiel von Gandhi zu fragen, dann sind Leben und Lehre Jesu Christi in unserem allerchristlichsten Lande besonders gefährlich, zumal wenn man sie wörtlich nimmt.

  • Wir wachsen hinüber, wir alle, getreulich und fleißig, ins morgige Morden.

    Hinüberwachsen

    Adolf Endler, Lyriker in der DDR letzte Veröffentlichung: „Akte Endler – Gedichte aus 25 Jahren“, Leipzig 1961. Adolf Endler, geboren 1930 in Düsseldorf, siedelte 1955 in die DDR über und studierte am Becher-Institut für Literatur in Leipzig.

  • Zu einem gutgemeinten, ganz mißlungenen Wörterbuch

    Das Inventar des Wirklichen

    Nur die drei Herausgeber dürfen einen Vornamen tragen: Wolfgang R. Langenbucher, Rolf Rytlewski und Bernd Weyergraf. Sonst werden Vornamen von Schreibenden wie von Beschriebenen rigoros auf die Anfangsbuchstaben reduziert.

  • Sensation der Kultur-Geographie: Europa von Amerika besiedelt?

    Urgeschichte in neuem Licht

    In seinem Buch „Amerika – Die Neue oder die Alte Welt?“ läßt der Tübinger Ethnologe Werner Müller die These, die Indianer seien während der Eiszeit über die Beringstraße nach Amerika gewandert, fragwürdig erscheinen.

    Von Hans Kasdorff

  • Länderspiegel
  • Heinrich Heine

    Großmutters Grab

    Hier ruhen geborgen die Überreste der wackeren, zarten, anmutigen Frau Sorel (Sara), Tochter des Herrn David Bock (aus dem Geschlechte der Aroniden) aus Siegburg, Gattin des Arztes Dr.

    Von Helmut Hirsch

  • Denkmalschutz

    Liebstes Sorgenkind: die Seufzerbude

    Wie sehr sich demokratische Bürger in einen Prozeß der zwar gemeinsam erlebten, aber vor allem gegeneinander gerichteten Bewußtseinsbildung verbeißen können, zeigt aufs Schönste der Kaak in Lübeck.

    Von Viola Roggenkamp

  • Volkszählung

    Es wird zäh gerungen

    Die Behörden wollten informieren, aufklären, überzeugen, das Mißtrauen in der Bevölkerung gegen die Volkszählung verständnisvoll entkräften.

    Von Ulrich Stock

  • Lebensart
  • Positive Energie

    Bhagwan wird Verleger

    Sensation auf dem deutschen Pressemarkt!“ „Beginn einer neuen Ära des Journalismus!“ So kündigt sich eine Zeitung an, die von nun an wöchentlich erscheinen wird.

  • New Yorker Schlagzeilen

    Was für ein schöner Krieg!

    Selbst die Bagel, sonst goldbraune Unterlage für „creamcheese und Lox“, der jüdischen Frühstücksspezialität, waren an jenem Tage grün.

  • Spaziergänge mit Prominenten

    Einfluß ist interessanter als Macht

    Unter einem bedeutenden Teil der hochversicherten Gemälde aus den zwanziger Jahren stehen zwei mit ihrem unvergeßlichen Alter kokettierende Stühle wie zur Handtaschenablage bereit.

    Von Ben Witter

  • Baugeschichte

    Zankapfel der Ideologen

    Vom „Reichsaffenhaus“ zur Ruine: Der alte Reichstag ist ein Symbol deutscher Ratlosigkeit

    Von Lore Ditzen

  • Leserbriefe
  • Vierzehn Tage lang reiste ZEIT-Redakteur Dietrich Strothmann durch die DDR Bei Bischöfen, Pfarrern und Staatsfunktionären erkundigte er sich: Wo steht die Friedensbewegung?

    Der Aufstand gegen die Schwerter

    Das Friedensengagement junger Christen jenseits der Elbe – Kirche in der DDR (Schluß)

    Von Dietrich Strothmann

  • Studium
  • Lehrerbildung und Lehrpläne

    Naturwissenschaften als Appendix

    Im Jahre 1882 wurde der Biologieunterricht für die Oberstufe der preußischen Gymnasien abgeschafft – eine Entscheidung der um die Sitte fürchtenden Obrigkeit.

    Von Rainer Rupprecht

  • unzugeordnet
  • Bodensee

    Eine Puppenstube ohne Dach

    Die Berge waren plötzlich, wie mit einem Zeichenstift scharf umrissen, viel näher gerückt, als die „Stuttgart“ nach kurzem Aufenthalt in Friedrichshafen wieder auf den Bodensee hinaussteuerte.

    Von Gerhard Seehase