Bahrein/Katar, im April

Welch eine Schande für die westliche Presse“, entrüstet sich Mustafa Al-Aydi vom Informationsministerium des Emirats Katar. „Sie schreiben über eine Ölkatastrophe in unseren Ländern, dabei ist gar kein Öl zu sehen!“

Wie denn – alles nur ein Spuk: Die zwanzig, dreißig oder gar hundert Millionen Liter Rohöl, die seit Anfang März nach einem irakischen Luftangriff auf eine iranische Bohrinsel in den Golf strömten – der Ölteppich von der Größe Belgiens, der sich von Tag zu Tag mehr ausdehnt?

Wie denn – keine beispiellose Katastrophe, keine schwarze Sintflut, der Golf kein Ölsee?

Keine Gefahr für Trinkwasserversorgung und Fischerei? Keine Panik in Katar?

Mit einer flinken Handbewegung scheucht Mustafa Al-Aydi das schwarze Gespenst von hinnen: „Die Fische“, meint er allen Ernstes, „schwimmen schnell weg, wenn sie Öl riechen.“