Einig sind sich alle Börsianer darin, daß das gegenwärtige Tempo der Aktien-Hausse unmöglich von Dauer sein kann. Daß eine Konsolidierungsphase längst fällig gewesen wäre, meinen vor allem jene, die zu früh Kursgewinne realisiert oder die den Hausse-Zug überhaupt verpaßt haben. Doch bisher wurden alle Ansätze für eine zumindest zeitweise Börsenberuhigung stets durch neue Kaufaufträge aus dem Ausland zunichte gemacht. Sie kommen neuerdings nicht nur aus den USA, England und der Schweiz, sondern ebenfalls aus den Ländern des Fernen Ostens.

Wenn sich auch die Ausländer unter den deutschen Aktien gut auskennen, so konzentrieren sich ihre Aufträge weiterhin auf die „Zugpferde“ der Börse, durch die jede neue Hausse-Phase eingeleitet wird. Das sind vornehmlich BMW, Daimler (und im Gefolge Mercedes), Siemens, Deutsche Bank und gelegentlich Schering.

Wie zu erwarten war, gerieten im Zuge der weltweit steigenden Rohstoffaktien auch die beiden einschlägigen deutschen Unternehmen, nämlich Degussa (Edelmetall) und Preussag (Metall) in Bewegung. Inwieweit sie auch in dem neuen Rohstofffonds der Deutschen Gesellschaft für Wertpapiersparen (DWS) enthalten sind, wird zu erfahren sein, sobald der erste Zwischenbericht dieses mit großem Erfolg gestarteten Investment-Fonds vorliegt.

Kummer bereitet den Banken der Rentenmarkt. Verglichen mit früheren Zeiten ist er nur noch ein Schatten seiner selbst. Der Kapitalmarktzins schwankt im zehnjährigen. Laufzeitbereich zwischen 7,5 und 7,7 Prozent. Das Land Bremen bekam kulanterweise eine Anleihe bewilligt, die weniger kostet. Dafür ist sie unplazierbar. Die meisten Banken haben darauf verzichtet, sie ihrer Kundschaft anzubieten. Dafür dürfte die neue Bayern-Anleihe (Rendite 7,5 Prozent) Absatz finden. K. W.