Authentisch

„Fünf Griechen in der Hölle – und andere Rembetika-Lieder.“ Der Untertitel sagt es genauer: „Musik der städtischen Subkultur Griechenlands.“ Schwer zu sagen, was einen so packt, die festen, derben, spröden, selbstbewußten Stimmen oder die einfache, kräftige Melodik, das bescheidene Zupf-Instrumentarium (Bouzouki und die kleinere Baglama) oder der bewegte, eigenartig stockende Rhythmus, der vor jedem neuen Takt eine Hürde vermutet, die überwunden werden muß. Lieder einer Subkultur, die, wie man dem Beiheft entnimmt, sich die Rembetes und Manges gedichtet und komponiert haben: Außenseiter. Themen ihrer faszinierenden Lieder (alle übersetzt) sind die Liebe und der Kummer, das Spiel und die Rauferei, Diebereien, Tanz und (Trink-)Gelage, die Hölle, die Schönheit und der Tod. Die Authentizität dieser 24 Lieder kann man hören: Es kratzt, schnarrt, klingt manchmal flach auf beiden Schallplatten – aber man hat das Gefühl, dabei zu sein. (Trikont, Kistlerstr. 1, 8000 München 90; Nr. US-0071/72) Manfred Sack

Unterhaltsam

Original Soundtrack „The King of Comedy“. Einen Spaß wollte er sich machen, also finanzierte Martin Scorsese mit dem Geld der 20th Century Fox einen Soundtrack, von dem im Film so gut wie nichts zu hören ist, für den er aber einige seiner derzeitigen Lieblings-Rockinterpreten verpflichten konnte. Ray Charles singt seinen alten Hit „Come Rain Or Come Shine“; B. B. King einen Blues so gut wie schon lange nicht mehr; die Pretenders sind mit ihrem aktuellen Hit „Back Ott The Chain Gang“ zu hören; Van Morrison spielte endlich seine 1969er Komposition „Wonderful Remark“ für die Schallplatte ein; und Rickie Lee Jones’ Interpretation der Tom-Waits-Ballade „Rainbow Sleeve“ ist allein schon fast das Geld für die LP wert. Von allen Hollywoodregisseuren hat Scorsese eben doch den besten Geschmack in Sachen Popmusik. (Warner Bros. 92.3765-1) Franz Schöler