Eine neue Runde im Gerangel um die Zigarettenraucher läutete diese Woche die Hamburger BAT Cigarettenfabriken ein – mit ihrer neuen Billigmarke Cortina No. 2, der ersten billigen aus dem Leichtsegment. Seit Marktführer Reemtsma im Februar mit seiner West den Preiskampf der Großen eröffnete, sind alle Konkurrenten mit eigenen Billigofferten gefolgt. Ziel der Billigaktion: Die seit einem Jahr erfolgreichen Billigzigaretten des Lebensmittelhandels sollten zurückken Zigaretten statt.

Der Markt hat sich seither beträchtlich verändert. Die neuen Billigmarken der Zigarettenindustrie eroberten allein im März gut zwanzig Prozent vom Gesamtmarkt. Doch nicht den Zigaretten des Lebensmittelhandels, deren Anteil bei sieben bis acht Prozent steht, kamen die Kunden abhanden, sondern vor allem den eigenen teureren Marken der Industrie; Die beiden meistverkauften Marken, die HB von BAT und die Marlboro von Philip Morris hatten die stärksten Absatzeinbußen. Aber auch die Reemtsma-Marken Peter Stuyvesant und Ernte 23 bekamen die billige Konkurrenz zu spüren.

Nur die Raucher von Leichtmarken mußten noch den vollen Preis von vier oder 3,80 pro zwanzig Stück bezahlen. Ihnen möchte die BAT nun ihre Cortina nahebringen. Auf die Reaktionen der meistverkauften Leichtmarke, die Lord Extra von Martin Brinkmann, darf man gespannt sein, verliert doch diese Marke ohnehin schon seit Jahren am Markt.

Darf der örtliche Sparkassenleiter in Zukunft die Einladung zur Jagd annehmen, die der Inhaber des Gipswerkes (das Beispiel ist willkürlich gewählt) den Chefs aller Kreditinstitute übermittelt, mit denen sein Unternehmen am Ort zusammenarbeitet? Die Leiter der örtlichen Bankfilialen brauchen nicht die geringsten Bedenken zu haben. Sie können weder wegen Bestechlichkeit noch wegen Vorteilsannahme bestraft werden. Sparkassenvorstände müssen neuerdings vorsichtiger sein – seit nämlich am 10. März 1983 der Bundesgerichtshof das Poullain-Urteil fällte. Denn danach sind nicht nur Vorstandsmitglieder der zwölf Landesbanken, sondern auch die Vorstände der kommunalen Sparkassen als Amtsträger anzusehen.

Auf dem Deutschen Sparkassentag, der diese Woche in Frankfurt stattfand, gehörte dieses denn auch zu den wichtigsten Themen. Nicht, daß sich die Sparkassenvorstände über einen Wettbewerbsnachteil gegenüber privaten und genossenschaftlichen Konkurrenten ärgern – ihre Sorgen gelten vielmehr jener Grenze, an der die Annahme einer Zuwendung zum Straffall wird.

Bestraft wird, wer als Amtsträger einen Vorteil als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen läßt oder annimmt, daß er eine rechtmäßige oder pflichtwidrige Diensthandlung vorgenommen hat oder künftig vornehmen wird. Ist beim Notizbuch, das der Sparkassenchef von einer Kundenfirma geschenkt bekommt, schon die Grenze überschritten? Oder wird es erst brenzlig, wenn der Sparkassenchef seinen Urlaub auf der Luxusjacht eines Kunden verbringt?

Sparkassen-Präsident Helmut Geiger hat mit dem Sparkassenausschuß versucht, Ordnung in die neue Thematik zu bringen. Es ging ihnen darum, über die Auslegung der Strafvorschriften Einvernehmen herzustellen.