Läßt sich die Krise in Zentralamerika noch friedlich beilegen? Seit voriger Woche stehen die Zeichen auf Sturm.\

Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag scheiterte in Panama ein Versuch, die beteiligten Staaten zu ernsthaften sogenannten gen zu bewegen. Der sogenannten „Contadora“-Gruppe – Mexiko, Kolumbien, Venezuela und Panama – gelang es nicht, Nicaragua umzustimmen:

  • Die Regierung in Managua will mit dem nördlichen Nachbarland Honduras nur verhandeln, wenn Washington daran beteiligt wird, weil – so behaupten die Sandinisten – Honduras und die Vereinigten Staaten gemeinsam die ins Land eingedrungenen Contras ausbilden und versorgen. Washington dagegen will diese Behauptung nicht durch eine Teilnahme an Friedensgesprächen bestätigen.
  • El Salvador ist nicht länger bereit, die aktive, Verwicklung Nicaraguas in den salvadorensischen Bürgerkrieg hinzunehmen:
  • Costa Rica – das von einer schweren Wirtschaftskrise geplagte demokratische Musterländle – beginnt aufzurüsten: aus Vorsicht, nachdem die nervös gewordene, sandinistische Führung mehrfach gedroht hat, costaricensische Unterstützung (oder Duldung) der Contras nicht länger hinzunehmen. • In Nicaragua entsteht im Süden

die „zweite Front“ der Contras. Die von Managua ins Feuer geschickten, unzulänglich ausgebildeten und ausgerüsteten Milizen können im Norden die Contras wohl unter hohen Opfern aufhalten, aber nicht zurückschlagen.

Der Fehlschlag der „Contadora“-Gruppe trifft besonders Mexiko, das sein Prestige an eine Verhandlungslösung gekoppelt hat. Der amerikanische Außenminister George Shultz konnte bei einem Besuch in Mexiko die Regierung in der vorigen Woche nicht umstimmen. Präsident de la Madrid beharrt auf dem Standpunkt, daß der Krisenherd Zentralamerika ohne äußere Einmischung – erst recht ohne fremde Militär-„Berater“ – zur Ruhe kommen müsse.

Das Ausland mischt freilich kräftig mit: Brasilien hielt in der vorigen Woche vier libysche Transportflugzeuge mit „Medikamenten“ für Nicaragua fest. Die Arznei entpuppte sich als eine Ladung Waf-

Die oft geleugneten Verbindungen der Sandinisten zu den Aufständischen in El Salvador wurden durch zwei Todesfälle offenkundig. Nachdem in Managua – wahrscheinlich von Rivalen aus den eigenen Reihen – die Nummer zwei der salvadorensischen Guerilla, Kommandantin „Ana Maria“, ermordet worden war, nahm sich wenige Tage später die Nummer eins, Cayetano Carpio, das Leben. So wenigstens vermeldete es Managua, das damit zugab, die Zentrale der Guerilla zu beherbergen.