Erfreulicherweise nimmt diese Regierung die Sorgen ihrer Mitbürger sehr ernst. Darum hat sie in Bonn eine Beschwerdestelle eingerichtet, deren Leiter, Herr Stössel, seine Besucher von der Notwendigkeit der geplanten Sparmaßnahmen überzeugen soll. Es sind hauptsächlich Rentenbezieher. Eben betrat wieder ein Rentner das Büro, Herr Stössel lächelt ihm vertrauensbildend entgegen.

Stössel: Nehmen Sie bitte Platz! Wo drückt bei Ihnen der Schuh?

Rentner Der Schuh ist es eigentlich weniger. Es geht mehr um meine Rente,

Stössel: Die geplante Verzögerung der Rentenanpassung, stimmt’s?

Rentner: Ja, Die verschobene Rentenerhöhung. Was die vorige Regierung auch schon gemacht hat und damals ‚Rentenbetrug‘ genannt wurde. Darum hatte ich diesmal mein Vertrauen der Union geschenkt und ihr meine Stimme gegeben.

Stössel: Ich verstehe. Aber Sie haben am 6. März auch den Aufschwung gewählt. Ohne Verzicht gibt’s eben keinen Aufschwung! Rentner: Aber warum gerade wirf

Stössel: Das hört die Regierung von allen Seiten. Weil einer damit anfangen muß, Opfer zu bringen. Wenn Ihnen das ein Trost ist; Auch die Arbeitslosen müssen ihr Scherflein zum Aufschwung beitragen.